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Nachrichten & Berichte für Menschen mit Behinderung

Der Sehnotretter

Gute und günstige Orientierungshilfen für Blinde? Der 20-jährige Kanadier Alex Deans entwickelt sie – inspiriert von Tieren, vor denen sich viele gruseln. SZ Magazin

TV-Vorschau: „Nicht zu stoppen“

Von links nach rechts: Adam (Schwimmen), Leonie (Leichtathletik), Veronika (Ski Alpin), vorne von links nach rechts: Alexander (Basketball), Daniel (Judo), Sven Voss (ZDF-Sportmoderator), Nalani (Tennis). (Foto: ZDF/Tom Trambow)

Die Doku-Reihe „Nicht zu stoppen“ begleitet sechs jugendliche Top-Athleten verschiedener sportlicher Disziplinen auf dem Weg zu ihrem großen gemeinsamen Traum: die Teilnahme an den Paralympischen Spielen 2020. Welche Hindernisse sie für ihren Traum überwinden, zeigt

KiKA ab 22. Januar von Montag bis Donnerstag um 20:10 Uhr.

Die Sportler im Alter von 14 bis 17 Jahren haben von Geburt an eine körperliche Behinderung und zeigen, welche besonderen Situationen sie im Alltag meistern müssen und zu welchen Leistungen sie imstande sind. Alle sechs Athleten verfolgen ihr ganz persönliches Ziel: Alexander ist 17 Jahre alt und will für die U23-Mannschaft bei der Rollstuhl-Basketball-WM in Kanada punkten. Nalani (16) gehört zur Spitze der Weltrangliste im Rollstuhl-Tennis und will ihren Titel bei den Soweto Open in Südafrika verteidigen. Die 17-jährige Leonie ist fest entschlossen, bei der Leichtathletik-Junioren-WM in der Schweiz weiter als vier Meter zu springen. Schwimmer Adam (16) will sich für die Weltmeisterschaft in Mexiko qualifizieren. Daniel ist 17 und möchte bei der Judo-Senioren-EM in Großbritannien unter die ersten fünf Plätze kommen. Und die 14-jährige Veronika hat den Titel der österreichischen Staatsmeisterin im Ski Alpin fest vor Augen.

Weil Spitzensportler mit Behinderung sehr viel weniger Aufmerksamkeit und dadurch weniger finanzielle Unterstützung durch Sportförderung und Sponsoren erhalten, will das ZDF mit der Reihe ihre Durchsetzungskraft, ihren Leistungswillen und ihren Vorbildcharakter würdigen.

„Sie müssen damit leben, dass sie oftmals vor leeren Rängen kämpfen und sich dennoch immer wieder neu motivieren“,

sagt die zuständige Redakteurin Gordana Großmann. Siehe auch ROLLINGPLANET-Bericht: ZDF dreht Doku über junge Behindertensportler

MS: Altersschwache Fresszellen verhindern Regeneration

Regenerationsphasen stellen sich bei Patienten mit schubförmiger Multipler Sklerose mit zunehmendem Alter immer seltener ein. Wissenschaftler scheinen nun den Grund dafür gefunden haben. Ursache ist eine Art Verdauungsstörung der Fresszellen (Phagozyten), wie unter anderem Forscher des Max-Planck-Institutes für Experimentelle Medizin in Göttingen anhand von Versuchen mit Mäusen herausgefunden haben. Frankfurter Allgemeine Zeitung

Ferienangebote in der Schweiz für Menschen mit Behinderung

Das neue Ferienverzeichnis 2018 von Mobility International Schweiz präsentiert betreute Angebote für Menschen, die ihre Ferien in der Gruppe verbringen möchten. Das Verzeichnis kann hier kostenlos als PDF heruntergeladen werden: Mobility International Schweiz

Neujahrsempfang des neuen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer


Der neue Ministerpräsident von Sachsen, Michael Kretschmer (CDU). (Foto: Pawel Sosnowski/Sächsische Staatskanzlei)

Menschen mit Behinderungen und ihre Teilhabe am gesellschaftlichen Miteinander stehen im Mittelpunkt des Neujahrsempfangs des sächsischen Ministerpräsidenten. Dazu hat der neue Regierungschef Michael Kretschmer (CDU) am Mittwoch (17.1.2018) rund 900 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in die Ballsportarena Dresden eingeladen. Unter dem Motto „ungehindert Miteinander!“ präsentieren sich Behindertenverbände, Netzwerke, Selbsthilfegruppen und Werkstätten für Menschen mit Behinderung. (ag)

München: Rampen für alle U-Bahnhöfe beschlossen

Künftig wird es in allen U-Bahnhöfen in München partielle Bahnsteigerhöhungen – kleine Rampen – geben, um die Lücke zwischen Bahnsteig und U-Bahn mit rund 10 Zentimetern Höhenunterschied zu überbrücken. Dies hat der Wirtschaftsausschuss der bayerischen Landeshauptsstadt beschlossen, um das Einsteigen für Fahrgäste mit Rollstuhl, Rollator oder anderen Mobilitätshilfen zu erleichtern. Die insgesamt 125 Bahnsteigerhöhungen werden 533.000 Euro kosten. (ag)

Beschäftigungspolitik für Menschen mit Behinderungen: Behindertenrat fordert von Union und SPD verbindliche Maßnahmen

Der Deutsche Behindertenrat (DBR) ruft Union und SPD zu einer verstärkten Förderung der Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen auf. „Die Arbeitslosigkeit liegt bei schwerbehinderten Menschen weiterhin erheblich über dem Durchschnitt“, erklärt SoVD-Präsident und DBR-Sprecher Adolf Bauer. Spürbare Verbesserungen wären realistisch, wenn Behinderungen bei Initiativen gegen Langzeitarbeitslosigkeit als ein ausdrückliches Förderkriterium berücksichtigt würden. Zusätzlich fordert Bauer eine höhere Ausgleichsabgabe. „Die Abgabe muss zielgerichtet für die rund 37.000 Unternehmen in Deutschland erhöht werden, die ungeachtet ihrer Pflicht keine Menschen mit Behinderungen beschäftigen.“

Obwohl die Zahl der arbeitslosen Menschen mit Behinderungen 2017 sank, liegt sie nach wie vor erheblich über dem bundesweiten Durchschnitt. Zudem bleibt der Personenkreis immer länger arbeitslos. Dies wirkt sich auch nachträglich negativ aus, denn eine Folge der Langzeitarbeitslosigkeit ist Altersarmut.

Der Deutsche Behindertenrat (DBR) ist ein Aktionsbündnis der Behindertenverbände und Selbsthilfeorganisationen in Deutschland und engagiert sich seit vielen Jahren für die Rechte von Menschen mit Behinderungen. Im DBR haben sich über 140 Organisationen behinderter und chronisch kranker Menschen vereinigt. Das Bündnis repräsentiert über 2,5 Millionen Betroffene. Für das Jahr 2018 hat der Sozialverband SoVD den Vorsitz im Sprecherrat des DBR übernommen. Vorsitzender des Sprecherrates ist SoVD-Präsident Adolf Bauer. (PM)

Nordrhein-Westfallen will nur noch barrierefreie Wohnungen genehmigen

Bauministerin Ina Scharrenbach (CDU, Foto) hat die Eckpunkte für eine neue Landesbauordnung in Nordrhein-Westfalen festgezurrt. Der interne Entwurf ihres Ministeriums sieht die Abschaffung der von der Vorgängerregierung eingeführten Rollstuhl-Quote bei Neubauten vor. Im Gegenzug sollen in NRW ab 2019 nur noch Mehrfamilien-Neubauten genehmigt werden, die den weniger strengen Vorgaben für „barrierefreies Wohnen“ genügen. Weiterlesen auf ROLLINGPLANET

Niedersachsen: Neuer Namen für Schwerbehindertenausweis gesucht

Die 14-jährige Hannah (Foto) hatte mit ihrem „Schwer-in-Ordnung“-Vorschlag für viel Furore gesorgt. Nun will die niedersächsische Landesregierung die Diskussion aufgreifen und ein Zeichen setzen. Sie sucht mit Hilfe eines Kreativwettbewerbs einen anderen Namen für eine kostenfreie Hülle des Schwerbehindertenausweises, mit der die Bezeichnung des Ausweises überdeckt wird. Aussehen und Name des Ausweises selbst könnten nicht ohne weiteres geändert werden, da beides bundesrechtlich geregelt sei. Weiterlesen auf ROLLINGPLANET

Sexualität und Behinderung – selbstbestimmt

Selbstbestimmte Sexualität ist ein Menschenrecht für alle Menschen und in der Charta der Grundrechte der Europäischen Union verankert. Der Arbeitskreis Inklusion des Campus Community Dialogue der Fakultät für angewandte Sozialwissenschaften an der Hochschule Würzburg-Schweinfurt (Bayern) führte eine Veranstaltung zu diesem Thema inklusive einer Podiumsdiskussion durch. Weiterlesen auf ROLLINGPLANET

„Abschaffen, Streichen und Nachbessern“

Dies sind die drei Kernforderungen der ISL-Klausurtagung an die sich formierende Bundesregierung. Die vom UN-Fachausschuss kritisierten Menschenrechtsverletzungen an behinderten Menschen in Deutschland müssen von der künftigen Regierung unbedingt unterbunden werden. Entsprechende Maßnahmen sind in einem Koalitionsvertrag zu verankern, verlangt die Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland – ISL e.V.

„Als Sofortmaßnahmen ist der völkerrechtswidrige Wahlrechtsausschluss behinderter Menschen abzuschaffen und eine Psychiatrie-Enquête einzurichten, um den vielfältigen Menschenrechtsverletzungen an Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen entgegenzuwirken“,

so Uwe Frevert, ISL-Vorstandsmitglied. Außerdem müsse das Bundesteilhabegesetz (BTHG) dringend nachgebessert werden. Weiterlesen auf ROLLINGPLANET

Mit dem Rollstuhl aufs Wasser – FH Kiel entwickelt mit Partnern Handicap-Boot


Premiere für das Handicap-Boot bei strahlendem Sonnenschein und einer kalten steifen Brise. (Foto: FH Kiel)

Mehrere Projektpartner unter der Leitung der Fachhochschule (FH) Kiel haben das sogenannte Handicap-Boot entwickelt. Das Handicap-Boot ist ein zirka fünf Meter langer und zweieinhalb Meter breiter Katamaran mit geringem Tiefgang und hoher Stabilität. Rollstuhlfahrerinnen und -fahrer können über eine Rampe auf das Boot gelangen und dieses mit Hilfe eines Elektroantriebes autonom nutzen. ROLLINGPLANET-Bericht lesen

Überprüfung der Pflicht zur Beschäftigung schwerbehinderter Menschen ist angelaufen

Private und öffentliche Arbeitgeber mit mindestens 20 Arbeitsplätzen sind gesetzlich verpflichtet, auf mindestens 5 Prozent der Arbeitsplätze schwerbehinderte Menschen zu beschäftigen. Arbeitgeber, die dieser Vorgabe nicht nachkommen, müssen eine Ausgleichsabgabe zahlen. Zur Prüfung der Beschäftigungspflicht im Kalenderjahr 2017 müssen die beschäftigungspflichtigen Arbeitgeber ab sofort bis spätestens 31. März 2018 in der zuständigen Agentur für Arbeit ihre Beschäftigungsdaten anzeigen.

Übrigens: Sachsen-Anhalt ist bei der Beschäftigung von Menschen mit Behinderung bundesweites Schlusslicht mit einer Quote von 3,6 Prozent. Deutschlandweit liegt die Quote bei 4,7 Prozent. Focus Online

GroKo-Sondierung: „Menschen mit Behinderung fehlen fast komplett“

Die Berliner Rollstuhlfahrerin Ute Pohl (Foto: Privat/Facebook), die 2013 als Piratin für den Bundestag kandidierte (ROLLINGPLANET berichtete), hat die Ergebnisse der Sondierungsgespräche der möglichen Großen Koalition analysiert: „Im Abschnitt ,Soziales, Rente, Gesundheit und Pflege‘ fehlt das Kapitel Soziales komplett“, stellt sie fest. Weiter kritisiert sie:

„Menschen mit Behinderungen kommen nur im Zusammenhang mit gesundheitlicher und pflegerischer Versorgung vor. Sie soll unabhängig von Einkommen und Wohnort für alle gleich sein. Mindestens genauso wichtig wären die Kriterien Lebensalter und Wohnform. Inklusion soll vor allem in den Bereichen Sport und Kultur stattfinden. Sie wird dabei immer parallel zur Integration benannt, was verwirrend ist, weil es sich um zwei menschenrechtlich unterschiedliche Konzepte handelt. Der Begriff der Teilhabe wird in Bezug auf Arbeitsmarkt, Kultur und die Gleichberechtigung von Frauen und Männern verwendet, nicht jedoch explizit in Bezug auf Menschen mit Behinderungen. Insgesamt ein unbefriedigendes Ergebnis der Sondierungsgespräche, das wenig bis keine sozialpolitischen Innovationen für Menschen mit Behinderungen erwarten lässt.“

Ute Pohls ausführliche, 28-seitige Bewertung der Sondierungsgespräche kann man hier als PDF herunterladen.

ROLLINGPLANET blickt nach vorne

Sie vermissen etwas? Das stimmt – die Ihnen gewohnte Themenvorschau (Abbildung links) fehlt. Stattdessen begrüßen wir Sie auf dieser Startseite vorübergehend mit einem schnellen Überblick wichtiger Schlagzeilen und Nachrichten für Menschen mit Behinderung. Das hat einen besonderen Grund: ROLLINGPLANET arbeitet am umfangreichsten Relaunch seit seinem Start. Den neuen ROLLINGPLANET präsentieren wir 2019. Mehr darüber in unserem Editorial.

Taube Gebärdensprachdolmetscher – ein kaum bekannter Beruf

Katja Fischer ist eine vielseitige Persönlichkeit in der Gehörlosencommunity. Sie unterrichtet an der Hochschule Magdeburg-Stendal für den Bachelor-Studiengang „Gebärdensprachdolmetschen“ und als taube Gebärdensprachdolmetscherin und Übersetzerin dolmetscht sie die Sitzungen im Abgeordnetenhaus von Berlin und im Brandenburger Landtag für das rbb Fernsehen. „Ein spannender Job mit Herausforderungen“, so Fischer.

Im Interview erzählt sie, wie taube Gebärdensprachdolmetscher, die ja selbst nicht hören können, Reden, Diskussionen, Live-Veranstaltungen dolmetschen, was ihre Arbeitssprachen sind und welche Rolle sie in der Kommunikation für Gehörlose spielen.

Erst seit fünf Jahren werden taube Dolmetscher in Deutschland in verschiedenen Arbeitsgebieten wie Gericht, Polizei, Konferenz/Tagung, Landtag/Bundestag, Bundesbehörde eingesetzt. Sowohl die Anerkennung, wie auch die Auftragslage sind noch stark ausbaufähig. Das vollständige Interview, das Judit Nothdurft geführt hat, ist auf diesem Portal für Hörbehinderte zu lesen: deafservice.de

Autistisches Spektrum

„Die Frage ist: Muss ich Verhaltenstherapie in unmenschlichen Drill
ausarten lassen?“

Maria Kaminski, Vorsitzende des Verbands Autismus Deutschland, zur
Debatte über gute Therapie-Wege