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11.600 Lehrer weniger: Will Baden-Württemberg die Inklusion wegsparen?

Kultusminister Stoch rebelliert offen gegen die Pläne seiner grün-roten Landesregierung.

Finanzminister Nils Schmid (SPD, links) und )Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne, rechts) (Foto: dpa)

Finanzminister Nils Schmid (SPD, links) und )Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne, rechts) (Foto: dpa)

Die grün-rote Koalition in Baden-Württemberg steht laut einem Zeitungsbericht vor einem Grundsatzstreit ums Sparen bei der Bildung. Kultusminister Andreas Stoch (SPD), seit Januar im Amt, lehnt offen ab, bis 2020 rund 11.600 Lehrerstellen zu streichen, wie die „Süddeutsche Zeitung“ in ihrer Montagsausgabe berichtet.

Durch sinkende Schülerzahlen freiwerdende Mittel „muss ich nutzen können, die dürfen nicht eingespart werden“, sagte Stoch. „Wir wollen ja auch die Ganztagsschulen und die Inklusion voranbringen.“

Entweder oder

Man könne nicht kürzen und zugleich das Schulsystem weiterentwickeln: „Wir stehen deshalb vor einer Entweder-oder-Frage.“ Das werde er Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und Finanzminister Nils Schmid (SPD) auch darlegen.

StochZuspruch erntete Stoch (Pressefoto) vom FDP-Spitzenkandidaten im Südwesten, Dirk Niebel: „Der Kultusminister hat Recht“, sagte Niebel am Sonntag. Der bildungspolitische Kahlschlag müsse abgewendet werden.

Rücktritt, falls sich Stoch nicht durchsetzt?

Nach Niebels Einschätzung bleibt Stoch nur der Rückzug, wenn er die Stellenstreichungen nicht abwenden kann. „Ich wünsche ihm das Rückgrat, sich gegen den Ministerpräsidenten und den Finanzminister durchzusetzen – oder zurückzutreten“, sagte Niebel.

Dabei nimmt Stoch auch den Bund in die Pflicht. Der Ausbau von Ganztagsschulen und Inklusion seien „Aufgaben von nationaler Bedeutung“. Ohne eine finanzielle Beteiligung des Bundes werde es nicht gehen, „er steht in der Verantwortung“.

Man müsse „jetzt einfach einen rechtlichen Weg für die Kooperation von Bund und Ländern finden“. Eingriffe in die Länderhoheit werde es „definitiv“ nicht geben, so Stoch.

(dpa)

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2 Kommentare

  • Willi Schroeder

    Inklussion ist nur ein Schlagwort welches aber nicht im Sinne der Gesetzgeber und Regierenden ist. Menschen mit Behinderungen gehören leider nicht gefördert sondern ausgemerzt. Bedauerlicherweise haben wir aus unserer unrühmlichen Vergangenheit nichts gelernt ausser die Methoden zu subtilisieren.

    16. September 2013 at 00:10
  • Andrea Bröker

    Na, irgendwo muss das Zeugs einfach hin…

    16. September 2013 at 00:12

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