1,11 Meter Weltruhm – oder waren es doch 1,12 Meter?

Kenny Baker ist tot. Der R2-D2-Darsteller wurde 83 Jahre alt – und weltberühmt, obwohl er kein einziges Wort sagte.

Kenny Baker war schon seit längerem schwer krank. (Foto: dpa)

Kenny Baker war schon seit längerem schwer krank. (Foto: dpa)

Er hatte nie auch nur eine Zeile Text, sicherte sich aber mit seinen Auftritten als kleiner Roboter trotzdem ein Platz in den Herzen aller Star-Wars-Fans: Kenny Baker ist im Alter von 81 Jahren in Preston (Großbritannien) verstorben. Der Brite spielte die Rolle des sympathischen Droiden R2-D2 im Fantasy-Epos „Star Wars“. Er gehörte zu den wenigen Akteuren, die in allen sieben „Star-Wars“-Teilen mitwirkten. Ab dem siebten Film war er allerdings nur noch in beratender Funktion tätig.

Bakers Körperlänge wird je nach Quellen mit 1,11 Meter (laut Nachrichtenagenturen) oder 1,12 Meter (laut „Süddeutscher Zeitung“) angegeben – was ROLLINGPLANET unbedingt erwähnt haben will, schließlich zählt bekanntlich jeder Zentimeter. Im Alter von 16 Jahren trat er einer Schauspieltruppe bei. Nach einer dreijährigen Tournee wechselte Baker zu „Billy Smarts Zirkus“, wo er als Clown und Ansager arbeitete. Im Jahre 1960 traf er den ebenfalls kleinwüchsigen Jack Purvis, mit dem er eine Comedy- und Musicalgruppe namens „The Mini-Tones“ gründete. Sie spielten in Theatern und Clubs in ganz Europa sowie in Südafrika, Kanada, den Vereinigten Staaten und Neuseeland.

George Lucas gab ihm die Chance

Als die Vorbereitungen zu Star Wars begannen, suchten die Entwickler der Spezialeffekte nach einem kleinwüchsigen Schauspieler, der in den Körper des zylindrischen Droiden R2-D2 passen musste. Obwohl sie anfangs planten, in einer Vielzahl von Szenen einen ferngesteuerten Roboter einzusetzen, hielt es der Regisseur George Lucas für nötig, den menschlichen Faktor für diese Rolle einzubringen. Der Production Designer John Barry kannte Baker und hielt ihn für die perfekte Besetzung der Rolle.

Baker lehnte zunächst ab, da er der Meinung war, dass er sich im Inneren eines „Staubsaugers“ nicht gerade wohl fühlen würde, ließ sich dann aber doch von einem Engagement überzeugen. Während der Aufnahmen zum ersten Teil der Trilogie funktionierte der ferngesteuerte R2-D2 nicht so, wie es eigentlich geplant war, denn die elektronischen Bauteile, die dafür zuständig waren, den Roboter vor- und rückwärts manövrieren zu lassen, fingen Signale von tunesischen Radiostationen auf. Daher verbrachte Baker einen Großteil der Filmaufnahmen in der „Metallbüchse“.

Stolz auf sein Lebenswerk

Baker hatte nicht viel Bewegungsfreiheit in seinem Kostüm, und oft war es im Inneren so laut, dass er die Regieanweisungen von Lucas nicht hörte und erst aufhörte, wenn einer der Mitarbeiter auf den Roboter klopfte. Die in den Filmen häufig vorkommenden Schläge C-3POs auf den Kopf des Droiden spielen darauf an.

„Er hatte ein sehr langes und erfülltes Leben“, sagte seine Nichte Abigail Shield dem britischen „Guardian“. „Er brachte den Menschen viel Fröhlichkeit.“ Ihr Onkel habe Probleme mit seinen Lungen gehabt und sei seit längerer Zeit krank gewesen. Zwar sei sein Tod absehbar gewesen, „aber es ist traurig“, fügte sie hinzu. „Wir sind alle sehr glücklich darüber, was er im Leben erreicht hat.“

(RP/ag/mit Materialien von Wikipedia)

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