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2. Programm zur Barrierefreiheit der Deutschen Bahn vorgestellt

Das Unternehmen präsentierte heute in seiner Zentrale in Berlin weitere Maßnahmen, damit behinderte Menschen besser mit dem Zug fahren können. ROLLINGPLANET ist aber immer noch nicht zufrieden.

Logo der Deutschen Bahn„Das Programm zeigt, dass die Bahn am Thema Barrierefreiheit dran ist und positive Akzente für mehr Teilhabe von Menschen mit Behinderung setzt“, so der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Hubert Hüppe, betonte allerdings: „Handlungsbedarf besteht aber weiterhin.“

Er begrüße vor allem, dass die Deutsche Bahn Menschen mit Behinderung, ihre Verbände und weitere Gruppen eingebunden habe, als das Programm zur Barrierefreiheit erarbeitet wurde, so Hüppe.

Neu gestaltete Reisezentren

Wie das Expertenwissen behinderter Menschen wirkt, zeige sich etwa an den umgestalteten Reisezentren und ICE 2-Zügen. In den umgestalteten Reisezentren wurden taktile Wegeführungen, induktive Hörschleifen und höhenverstellbare Schalter eingerichtet.

Die ICE 2-Züge werden bis voraussichtlich Mitte 2013 mit einem zweiten Rollstuhlstellplatz, taktilen Informationen und kontrastreicheren Innenraumelementen ausgestattet. „Dies sind Fortschritte, die spürbaren Nutzen für Menschen mit Behinderung bringen“, betonte der Behindertenbeauftragte.

Weitere Verbesserungen erforderlich

Trotzdem müsse es weitere Änderungen geben, um gesellschaftliche Teilhabe durch barrierefreie Mobilität im Zugverkehr zu verwirklichen, so Hüppe. Handlungsbedarf bestehe etwa bei den vielen nicht barrierefreien Bahnhöfen in ländlichen Regionen. Hinzu kommen Lautsprecherdurchsagen in Zügen und an Bahnhöfen, die aus Komfortgründen reduziert wurden.

Für sehbehinderte Fahrgäste, die auf akustische Signale angewiesen sind, fällt hierdurch jedoch eine wichtige Informationsquelle weg. Ebenso fehlt immer noch ein Mobilitätsservice, der für die gesamte Betriebszeit von Bahnhöfen bereitgestellt wird.

ROLLINGPLANET moniert außerdem schon seit langem, dass dieser Mobilitätsservice 48 Stunden im Voraus bestellt worden muss. Hier sind keine Änderungen vorgesehen. Wir bedauern, dass die beteiligten Vertreter von Menschen mit Behinderungen sich dafür offensichtlich nicht erfolgreich eingesetzt haben. Was nützt es, wenn man einen höhenverstellbaren Schalter vor sich hat, aber trotzdem nicht wegkommt, fragt sich dieser Rollstuhlfahrer: Johann Löwe plant einen One-Night-Stand in Frankfurt – die Deutsche Bahn wird’s ihm wahrscheinlich vermasseln

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