20.000 Euro Schmerzensgeld für dauerhaften Haarverlust nach Chemotherapie

Nicht ausreichend aufgeklärt – Oberlandesgericht Köln verurteilt Krankenhaus.

(Symbolfoto: dpa)

(Symbolfoto: dpa)

Für den dauerhaften Haarverlust nach einer Krebsbehandlung erhält eine Frau 20.000 Euro Schmerzensgeld. Dazu hat das Oberlandesgericht Köln ein Krankenhaus verpflichtet. Die Klinik habe die Frau nicht ausreichend über die Risiken einer Chemotherapie mit einem neuen Medikament aufgeklärt, erläuterte das Gericht am Mittwoch. Es sei nicht sicher, dass sich die Patientin auch bei vollständiger Aufklärung für diese Therapie entschieden hätte, meinten die Richter. Sie hätten die Klägerin „nachdrücklich und lange befragt“, betonten sie. (AZ: 5 U 76/14)

In erster Instanz hatte die Klinik Recht bekommen. Sie war davon ausgegangen, dass die Frau sich ohnehin für das Medikament entschieden hätte. Nach Angaben des Oberlandesgerichts war die an Brustkrebs erkrankte Patientin aber nicht über das Risiko des dauerhaften Haarverlusts aufgeklärt worden, obwohl der Hersteller des Medikaments in seinen Fachinformationen für Ärzte darauf hingewiesen hatte. In einer Studie sei diese Folge bei 3,2 Prozent der Betroffenen aufgetreten.

(dpa/lnw)

Diesen Artikel teilen:
ROLLINGPLANET

ROLLINGPLANET

Wir sind geil aufs Leben, seriös, oft fröhlich und ironisch, manchmal schräg, hin und wieder ungerecht, aber in den seltensten Fällen ideologisch: ROLLINGPLANET, Deutschlands führendes Online-Magazin für Behinderte, Senioren und Freunde. ROLLINGPLANET ist ein ehrenamtlich realisiertes Non-Profit-Projekt. Wir freuen uns, wenn Sie via Facebook, Twitter oder per Mail ROLLINGPLANET empfehlen. Mehr Infos: Über uns

KOMMENTAR SCHREIBEN