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Die Wahrheit über die beiden ziemlich besten Freunde

Die Kinokomödie “Ziemlich beste Freunde” begeistert das Publikum. Sie basiert auf einer wahren Geschichte – ROLLINGPLANET erklärt und zeigt die beiden Männer, die Vorbilder für den Film waren.

Original: Abdel Sellou und Philippe Pozzo di Borgo

Film: Omar Sy und François Cluzet

Wir empfehlen Ihnen auch unseren umfangreichen Themenschwerpunkt Ziemlich beste Freunde


Paris: Ein reicher Querschnittgelähmter und sein Pfleger, der in Afrika geboren wurde und aus ärmsten Verhältnis stammt, werden “ziemlich beste Freunde”. Im Abspann der französischen Kino-Sensation (Originaltitel: „Intouchables“, „Die Unberührbaren“) erfährt der Zuschauer, dass der Rollstuhlfahrer Philippe wieder heiratete und nach Marokko zog und Driss seine eigene Firma gründete. Doch wer sind die beiden Männer wirklich?

Wie die beiden Hauptfiguren heute leben

Der Millionär (verkörpert von François Cluzet, der in manchen Szenen frappierend an Dustin Hoffman erinnert und 2007 den César als bester Hauptdarsteller für seine Rolle in “Kein Sterbenswort” erhielt) heißt in Wahrheit Philippe Pozzo di Borgo. Er war ein Top-Manager und leitete die Champagnerfirma „Pommery“. Der Umsatz des Konzerns betrug 2009 rund 350 Millionen Euro.

1993 stürzte Philippe Pozzo di Borgo beim Paragliding ab und ist seither hoch gelähmt (Wirbel C3/C4). 1996 starb seine krebskranke Frau. (Im Kinofilm ist die Reihenfolge anders herum.) Der überforderte Witwer dachte an Selbstmord. Damals war er 45. Tatsächlich lebt Philippe heute, wie im Abspann angegeben, mit seiner zweiten Frau Khadija und zwei Töchtern in Marokko.

Der von Omar Sy – der bislang nur dem französischen Publikum als Komiker bekannt war – überragend gespielte Arbeitslose heißt in der Realität Abdel Sellou (damals 30). Die Freundschaft zu dem Millionär entwickelt sich nur deshalb so intensiv, weil er zunächst zwar ohne Manieren, aber auch ohne Mitleid seinen Job antritt. Abdel hat mittlerweile einen eigenen Masthähnchenbetrieb mit 18.000 Tieren, 130 Kilometer südöstlich von Algier, und ist Vater von drei Kindern. Er pendelt zwischen Frankreich und Algerien hin und her. Mindestens einmal im Jahr trifft er seinen Ex-Chef – sie sind nicht nur auf der Cinema-Leinwand Freunde fürs Leben geworden.

Was Philippe Pozzo di Borgo über den Film sagt

Die Journalistin Marie-Christine Tabet interviewte vor kurzem für die Sonntagszeitung “Journal du Dimanche” und “Le Figaro” den heute 60-jährigen Philippe Pozzo di Borgo. “Der Erfolg des Films ist unglaublich”, sagte Pozzo di Borgo. Aus seiner Sicht ist der Grund dafür ein ganz einfacher:

“Dies ist keine Geschichte über Behinderte. Eher eine allgemeine Lehrstunde über zwei Verzweifelte, die sich unterstützen. Im französischen Filmtitel ,Intouchables‘ ist der Buchstabe der wichtigste, den man nicht hört. Das S, für Solidarität. Unsere Gesellschaft spielt verrückt, alles gerät in Unordnung, die Finanzmärkte und der ganze Rest. Es ist richtig, sich zu empören, das reicht aber nicht. Man muss auch zusammenstehen.“

Während Driss ein Bilderbuch-Riese zum Verlieben ist und aus dem Senegal kommt, ist der wahre Abdel aus Algerien und körperlich nicht ganz so imposant – sein Lachen (siehe Foto oben und Video unten) indes nicht weniger herzlich als das der Kinofigur. Sowohl in der Realität als auch im Film ist er ein ehemaliger Kleinkrimineller mit Knasterfahrung. An die erste Begegnung mit Abdel im Dezember 1994 erinnert sich Philippe: “Er war zu Beginn ein Trampel, 1,70 Meter hoch und ebenso breit. Wie im Film hat er nur auf meine Anzeige reagiert, um weiter sein Arbeitslosengeld zu kassieren. Am Ende ist er zehn Jahre geblieben.“

Filmszene

„Anfangs“, erzählt Philippe Pozzo di Borgo, „konnte ich mich nicht bewegen, musste mich aber um meine kranke Frau und unsere beiden Kinder kümmern. Ich brauchte zwei Arme, die mich herumschleppten, ein Körper, der mir half. Als meine Frau starb, ahnte Abdel, dass ich zusammenbrechen würde. Er nahm mich an der Hand, fuhr mich überall hin, nahm mich mit zu den Mädchen. Wir brausten mit dem Rolls-Royce (im Film: Maserati) davon, den er ohne Führerschein lenkte, um seine Freundinnen in seiner Siedlung zu besuchen. Er gab mir Gras zu rauchen und belästigte die Haus-Angestellten. Unser Leben, das ist dieser Film – und lauter andere, unbeschreibliche Geschichten.“ Und Abdel ist offensichtlich ein feiner Kerl geblieben: „Er hat nichts gefordert für den Film. Das ist nicht sein Ding,“ sagt Philippe.

Abdel war aber auch anstrengend. Die Kult-Antwort des Films, „Keine Arme, keine Schokolade“, stammt nicht von ihm, aber sie hätte es sein können. Er hat dafür andere Witze gemacht, etwa diesen: „Weißt Du, wo man einen Querschnittsgelähmten findet? Da, wo man ihn abgestellt hat.“

Am Anfang war ein Buch

Die Autobiographie von Philippe Pozzo di Borgo: Links die Erstausgabe mit einem recht unspektakulären Cover, rechts die aufgrund des Filmerfolgs aktualisierte Version

Fast sieben Jahre lang dauerte es, bis das Filmprojekt “Ziemlich beste Freunde” realisiert war. Am Anfang stand ein Buch – Philippe Pozzo di Borgo hatte 2001 seine Autobiographie veröffentlicht: „Le second souffle“ („Der zweite Atem“).

Das Buch ist bislang nur in Französisch erhältlich (Bayard éditions, ISBN 2227139420). Deutsche Verlage haben es erstaunlicherweie versäumt, rechtzeitig zum Filmstart hierzulande den Titel herauszubringen. Update: Buch erscheint am 16. März 2012

Der Autor und Ex-Unternehmer erhielt mehrere Angebote, sein Buch zu verfilmen – doch er sagte allen ab: „Es waren große Namen, aber ich wollte nichts Rührseliges, nichts Nettes”, erzählt er in dem Gespräch mit der Journalistin Marie-Christine Tabet.

Erst die beiden Regisseure Olivier Nakache und Éric Toledano konnten ihn überzeugen – die hatten 2003 eine Filmdokumentation über die besondere Freundschaft zwischen dem behinderten Mann und seinem Betreuer gesehen. Aber es vergingen noch Jahre, bis das Projekt umgesetzt wurde. Das Warten hat sich gelohnt.

Fotos: Senator Film. Zitate aus dem Französischen übersetzt von Thierry Backes.


Zum Themenschwerpunkt „Ziemlich beste Freunde“



Haben Sie diesen Film gesehen?

Warum hat er Sie berührt – oder warum nicht? Worüber haben Sie gelacht? Hat er Ihr Bild von behinderten Menschen geändert oder nicht? Wir sind neugierig auf Ihre Meinung! Bitte unten in Kommentare einwerfen.

Video: Die beiden im Original

(Französisch)

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34 Kommentare

  1. Manfred16. Januar 2012 at 20:33Antworten

    Den Film kann man nur empfehlen. Ich habe ihn mir gestern angesehen, was aber ohne Begleitung nicht möglich gewesen wäre. Man kann sich nur wundern, wie viele Kinos es gibt, die nicht barrierefrei sind und diesen Film zeigen dürfen. Eigentlich gehört es diesen Kinos verboten, diesen Film zu zeigen!!!

  2. Albert Richter-Berger18. Januar 2012 at 20:38Antworten

    Ich weiß nicht warum, aber ich musste sogar heulen…

  3. Hertha18. Januar 2012 at 21:25Antworten

    Ganz richtig, das ist kein Behindertenfilm, sondern ein Film über Solidarität. Ein sehr beeindruckedes Kinoerlebnis.

  4. Melanie19. Januar 2012 at 20:21Antworten

    Ich habe den Film nun auch angeschaut, ich fand ihn unterhaltsam, aber NICHT überragend.

  5. Tobi19. Januar 2012 at 21:03Antworten

    Doch, ich fand ihn überragend. Der schönste Film seit Jahren, den ich mir im Kino angeschaut habe.

  6. Alexander Deissler20. Januar 2012 at 18:18Antworten

    Genialer Film, endlich mal wieder was Gescheites im Kino ohne Hollywood. Danke übrigens für Ihre Hintergrundinfos.

  7. AB21. Januar 2012 at 15:49Antworten

    Heute gehts ins Kino! :-)

  8. AB31. Januar 2012 at 23:11Antworten

    Neulich hat es nicht mit dem Kino geklappt, aber dafür heute Abend. Und es hat sich gelohnt!!! Auch wenn ich als Tetra bei der Einmalhandschuh-Szene für einen Augenblick ein gewisses peinliches Gefühl nicht verheimlichen konnte (“muss das sein”, ausgerechnet wenn ich mit zwei nicht behinderten Freunden den Film anschaue). Ein großer Kinoabend mit vielen Gefühlen, nur zu empfehlen.

  9. Xany2. Februar 2012 at 22:35Antworten

    Habe den Film heute gesehen und muss ehrlich Sagen er war wunderbar anzusehen.
    Da können sich solch manche Filmemacher was abschauen.
    Ich kann den Film nur empfehlen.

  10. peggythe1st6. Februar 2012 at 08:42Antworten

    nur klasse dieser Film

  11. Angelika7. Februar 2012 at 14:03Antworten

    Es gab viele spaßige Momente, aber was mich dann wirklich so berührt hat, als Philippe Nachts den Schmerzanfall hatte und Driss ihn sanft berührt hat, er dann immer ruhiger wurde, das war so eine liebevolle Geste. Ein wirklich sympathischer Film mit super Darstellern.

  12. Daniela9. Februar 2012 at 09:06Antworten

    Gestern Abend habe ich den Film gesehen. Er hat mich sehr bewegt und nachhaltig beschäftigt…..Der Film zeigt doch daß Menschen wieder aufeinander zu gehen sollten, um so ein netteres Miteinander zu schaffen. Driss hatte anfangs kein Mitleid mit seinem Chef aber am Ende ein solches Einfühlungsvermögen und Mitgefühl daß es eigentlich jeden berührt hat. Das zeigt daß jeder das Beste aus sich heraus holen kann, wenn er es wirklich will.
    Jeder sollte sich ab und an in Erinnerung rufen daß er nicht alleine auf diesem Planeten Erde lebt und es auch nicht schaden kann anderen mal zu helfen….egal in welcher Situation und ohne Gegenleistung :)

  13. ,taddle19. Februar 2012 at 00:08Antworten

    absolut genialer film… hat so spass gemacht ihn anzuschauen! auch wenn er so lustig war, regt er zum überlegen an… und das macht es auch aus… nicht rührseelig, sondern 2 lustige stunden verbracht mit “nachhall”. die hauptdarsteller (nein, eigentlich alle darsteller) waren auch der hammer!! gut ausgewählt, danke!!

  14. Stefanie Breunig28. Februar 2012 at 13:44Antworten

    Der eindrucksvollste Film seit langem – wer ihn nicht schaut hat wirklich was verpast :-)

  15. rosmarie hebeisen1. März 2012 at 12:42Antworten

    ein wunderbar berührender film; genial gespielt.ich habe geheult und gelacht. und in wirklichkeit war und ist es auch so mit phillippe und abdel.ein film ,den man gerne mehrere male anschaut;und davon gibt es nicht viele.

  16. Erika Bortorf11. März 2012 at 19:26Antworten

    Ich wurde heute unerwartet gefragt, ob ich mit ins Kino möchte. Gut das ich mitgegangen bin. Es war toll! Das Gesamtpaket stimmt. Musik, Komik, Mitgefühl, Geschichte, Schauspieler, etc.!
    Wenn man aus dem Kino geht und der Film noch “nachwirkt”, dann war er klasse. Ich bin immer noch bewegt.

  17. Zehra11. März 2012 at 22:40Antworten

    ein durch und durch perfekter film!!
    hab ich jetzt zweimal angeschaut.
    eine sehr berührende geschichte die zum nachdenken anregt.

    super erzählt und gut gewählt was die schauspieler, die musik usw angeht. hat einen etwas traurigen kern durch die vorgeschichte von philippe aber gut verpackt in komik und einfühlungsvermögen.

    interessant auch zu wissen was die eigentlichen hauptpersonen jetzt machen und dass sie immernoch ‘ziemlich beste freunde’ sind.

  18. guelo4721. März 2012 at 15:23Antworten

    Ich fand den Film sehr gut, habe ihn mir zweimal angeschaut.
    Der Film war lustig und sehr einfühlsam.
    Für mich zeigte es zwei Menschen die auf Dauer voneinander abhängig waren. Das Leben beider schien festgefahren zu sein, sie lebten wie in einem Gefängnis woraus es kein Entrinnen mehr gab. Dass es kein Zustand auf Dauer wurde, dafür sorgten beide, denn es taten sich plötzlich vollkommen neue Wege auf. Ich glaube dass jeder der sich den Film angeschaut und sich damit beschäftigt hat, für sein pesönliches Leben daraus etwas mitnehmen kann.

  19. A12. April 2012 at 13:18Antworten

    Der Film ist so gut, dass er in einer Zeit wie heute sogar teilweise persönlich beschämt. Obwohl schwere Themen verarbeitet wurden, ist der Film in keinster Weise traurig. Man weint, aber nicht weil man traurig ist. Ich erinnere mich nicht, dass ich in der modernen Zeit jemals einen Film sah, der die Menschlichkeit klar auf den Punkt bringt und eben das ist es, woran man sich in der heutigen Zeit erinnern sollte. In einer Zeit, in der es nur noch um Geld und Macht geht und kulturelle Unterschiede disskutiert werden, erinnert dieser Film an wahre Werte. Wundervoll.

  20. Frauke13. April 2012 at 19:06Antworten

    Ein sehr emotionaler Film, der einen sehr zum Grübeln und auch zum Schmunzeln bringt.
    Ich habe ihn mir heute mit meinem Sohn (11 Jahre ) angesehen. Der Film war seine Wahl und auch er fand ihn von der Handlung sehr gut dargestellt. Es gibt eigentlich keine behinderten Menschen, sondern nur Menschen die einwenig anders sind. Das sollte manche Menschen nachdenklich stimmen. Unsere Gesellschaft sollte als EINE gelten und nicht abwerten oder verachtend.

  21. Ursula Schneider20. April 2012 at 16:05Antworten

    Dieser Film hat mich in jeder Hinsicht berührt.
    Hier hat alles gestimmt.

    Sehe mir den film am Montag zum 3. Mal an.

  22. Yassi9. Mai 2012 at 10:37Antworten

    Der Film hat mich angerührt und auch ein wenig traurig gemacht, nur das ich dies während des Anschauens gar nicht gemerkt habe weil ich aus dem Lachen gar nicht mehr herauskam. Ein Film der anrührt ohne auf die Tränendrüse zu drücken oder kitschig-anrührend zu sein.
    Ein Film der lange nachklingt und beschäftigt- das sind die besten Filme, leider gibt es davon nicht sehr viele.
    Unbedingt ansehen!

  23. Laura12. Juni 2012 at 02:21Antworten

    Der Film konnte mein Bild von Menschen mit Behinderung (Beeinträchtigung) nicht verändern, da ich selbst Rollifahrerin bin. ;-) Trotzdem ist er einfach genial!!!

    Er hat, wie ich meine, einen sehr guten Beitrag dazu geleistet, die Bedürfnisse von Menschen mit Handicap in der Gesellschaft gerade zu rücken. Obwohl es auch in diesem Umfeld “Solche” und “Solche” gibt – wie überall. Das würde ich auch auf den Umkreis von Menschen wie “Driss” beziehen.
    Diese beiden Vertreter von “Randgruppen” haben in dem Film sehr deutlich gemacht, dass die Mehrzahl der Menschen viel zu oft und zu schnell in “Schubladen” denkt.

    Wir “Handicapler” wollen genauso “normal” behandelt werden und leben, und haben genau die gleichen Bedürfnisse, Wünsche und Träume, wie auch jeder Arbeitslose, Exknasti oder “Normalo”. Und das bringt der Film brilliant rüber. Wir brauchen keine “Hilfe” oder Mitleid (der zweite “Pfleger”- furchtbares Wort!), sondern “Unterstützung” und Wertschätzung – das ist ein Unterschied! UND, auch wir haben viel zu geben, brauchen aber auch hin und wieder – wie viele unserer Zeitgenossen – einen Tritt in den Aaa-llerwertesten (sofern wir nicht darauf sitzen ;-)).

    Jeder von uns will Spaß am Leben haben, lachen, singen, tanzen (mit dem Rolli kann man supergeil tanzen!) und Blödsinn im Kopf haben dürfen, trotz Behinderung, finanzieller Armut oder Knasterfahrung und bei allem Ernst, den das Leben auch für uns alle im Gepäck hat.

    Das Leben ist eines der Schönsten, das wir haben – packen wir’s an :o) ….

  24. Filmegucker30. Juli 2012 at 21:32Antworten

    Unglaublich!

    Dieser Film ist mehr als nur berührend.

    Ein anspruchsvoller wunderschöner Film und mit grenzüberschereitenden Tabus und einem Thema, dem viele nichtbehinderte Menschen gerne aus dem Weg gehen.

    Meistenteils war auch ich erschrocken und beschämt, wie jemand so wirsch mit einem körperlich behinderten Menschen so umgehen kann.

    Andererseits werden auch Augen geöffnet, wie das ständige Mitleidsgedusel auf einen Menschen wirken muss, der eine körperliche Behinderung hat. …denn alles andere ist doch nach wie vor gesund und funktionell.

    Dieser Fim hat in meinen Augen höchste Qualität.
    Keine blöden Klischees, sehr sehr autentisch dargestellt.
    Hier ist keiner der gute oder der böse.

    Emotionswechsel im Minutentakt:
    Von ernsten und traurigen Szenen auf Lachattacken mit aua Bauchweh.

    Die Franzosen übertrumphen inzwischen scheinbar Hollywood bei weitem!
    Die Schauspieler waren einfach grandios.

    “Ziemlich beste Freunde” – Der absolut beste Film seit Jahren!

    Unbedingt ansehen!!!!!

  25. Paul18. November 2012 at 12:46Antworten

    Ich habe den Film heute auf DVD gesehen und war schlichtweg begeistert. Viel Witz, aber auch nachdenkliches. Keine sinnlose Gewalt und unterhaltsam. Sehr empfehlenswert! Den sollte man gesehen haben.

  26. Michelle13. Dezember 2012 at 22:30Antworten

    Wunderschöner Film – ich wage mich sogar zu sagen, schönster Film 2012. Habe nie gedacht, dass dieser Film so berührend und schön sein kann. Doch als ich den Anfang des Films durch Zufall in meinem Französischkurs sah, musste ich ihn zu Hause sofort zuende schauen. Unfassbare und berührende Geschichte. Lässt über viele Dinge im Leben nachdenken und bringt einen zum Weinen, wenn man sich richtig auf den Film einlässt und über die Aussage nachdenkt. Außerdem finde ich, dass man die Realität super abgebildet hat. Wirklich klasse umgesetzt, unter anderem liegt dies warscheinlich an den super Schauspielern. Als ich mitten im Film darauf aufmerksam gemacht wurde, dass dieser auf einer wahren Begebenheit basiert, wurde er noch aussagekräftiger für mich. Kann ich nur jedem empfehlen, der es liebt über die kleinen und großen Dinge im Leben nachzudenken.

  27. Lars18. Januar 2013 at 22:17Antworten

    Dieser Film ist der mit Abstand dümmste und langweiligster Film überhaubt . Jeder der sich diesen Film antuhen will verschwändet seine Zeit . Um nicht beleidigend zu werden , werde ich nicht weiter darauf eingehen . Schaut euch lieber Avatar oder American Pie an das sind Filme !

  28. Olive30. März 2013 at 09:09Antworten

    Ja, der Film war schön – aber was bitte soll da die Botschaft sein? Wenn man Milionär ist kann man sich aussuchen von wem man gepflegt werden will , und wenn man Glück hat und eine Frohnatur 24 Stunden um sich hat und viele andere Unterstützer, ja dann kann es einigermaßen erträglich sein. Man kann aufblühen und wieder aktiv Teil am Leben nehmen.
    Sieht aber so die Realität von Menschen mit Behinderungen aus? Haben diese einen Sekretär, Köche,Pfleger,Chauffeure?
    Und wenn ein einziger Betreuer alles machen müsste- wäre er noch so drauf wie im Film?
    Auch im Film war deutlich zu sehen dass nach Driss vorübergehenden weggang (der in der Tat super erfrischend im Film war) es für Philippe nicht mehr das gleiche war.
    Menschen mit Behinderung die nicht die finanzielle Freiheit haben wie im Film, und auf die Ämter angewiesen sind – deren Geschichte ist nicht so lustig oder so spannend , und dieser Aspekt hätte im Film zumindestens erwähnt werden müssen- von mir aus auch nur in einem Satz den man Philippe sagen lässt.
    Fazit: nichts für ungut- der Film ist schön, hab ihn gerne angeschaut und mich kaputgelacht bei vielen Szenen- aber mehr ist da nicht dran – jeder Mensch – wenn er die richtigen um sich herum kann sein Potential entfalten. Viele aber müssen sehen wie sie klarkommen.

    • Laura13. August 2013 at 20:21Antworten

      Hallo Olive,
      in vielen Punkten muss ich dir Recht geben, wie z. B. der Kampf mit den Ämtern, denn ein Leben mit Behinderung ist teuer. Doch gibt es zum Glück inzwischen Möglichkeiten (z. B. das Persönliche Budget), die es vor einigen Jahren noch nicht gab. Leider findet man noch immer viel zu wenig unabhängige Beratungsstellen. Ich selbst leite eine solche und unterstütze und begleite meine Schicksalsgenossen auf diesem Weg.
      Natürlich sind viele Dinge noch verbesserungswürdig, wobei wir – die Betroffenen – die Politik noch dringlicher in die Pflicht nehmen müssen. Das ist die eine Seite.
      Die andere Seite ist aber – so sehe ich es zumindest – dass sich immerhin schon etwas in der öffentlichen Wahrnehmung bewegt. Dazu zähle ich auch Filme wie diesen. Bisher kamen Menschen mit Behinderungen – wenn überhaupt – meistens nur als die bedauernswerten und hilfsbedürftigen armen Geschöpfe in Filmen vor, die man mit Mitleid überschüttete, aber die niemand wirklich ernst nahm und deren wirkliches Leben man nicht gezeigt bekam.
      Hier wird – da gebe ich dir Recht – das Leben eines „Luxusbehinderten“ gezeigt. Doch man bekommt auch so einen Einblick in das Leben mit einer Behinderung. Ich selbst habe zwar keinen Sekretär, Koch oder Chauffeur. Ich habe nicht einmal einen Pfleger. Ich habe mir, mit öffentlicher finanzieller Unterstützung (die jedem Betroffenen zusteht, auch wenn es Kampf bedeutet) als Arbeitgeberin Assistenten eingestellt, die zu mir passen und mir sympathisch sind, und die die Arbeit der oben genannten Berufe für mich übernehmen. Insofern lebe ich selbstbestimmt und unabhängig von der „Hilfe“ meiner Mitmenschen.

      Doch was mir noch viel wichtiger ist – es wird in dem Film deutlich, dass Mitleid und falsch verstandene „Hilfe“ („ich weiß, was für dich gut und richtig ist…“) eine Zumutung für den Betroffenen sein kann (und meistens auch ist!).
      Insofern finde ich den Film, trotz aller Kritikwürdigkeit, gut gemacht und wichtig. Ich würde mir mehr davon wünschen. Vielleicht beim nächsten Mal einen Film über einen Grundsicherungsempfänger mit Assistenten, der mit ihnen zum Wacken-Openair-Festival fährt (wie ein Freund von mir ;-)…

  29. Kirsten21. Mai 2013 at 18:49Antworten

    Also ich fand den Film einfach wunderbar! Angefangen von der superschönen Musik über die tollen Darsteller! Ich bin selbst Rollifahrerin und habe viel gelacht beim Ansehen des Filmes, weil mir einiges eben sehr bekannt war! Außerdem muss man doch nicht immer alles 1:1 übersetzen. So nach dem Motto: Nur weil der Rollifahrer im Film viel Geld hatte, ging es ihm gut!” Ich finde die Qualität des Lebens hängt von anderen Dingen auch noch ab. Man kann doch trotzdem seine Würde und seine, wenn auch vielleicht kleineren Träume, leben. Mich hat der Driss unheimlich berührt. Einerseits ein Kleinkrimineller, aber trotzdem innerlich doch sehr sensibel. Obwohl er das doch zu gern versteckt hat hinter seiner ruppigen Art! Also ich kann nur sagen, 3x hab ich den Film schon gesehen und es wird bestimmt noch öfter sein!

  30. bruder matt15. Juni 2013 at 18:59Antworten

    das schlimme ist, dass keinem auffaellt, dass so ein behindertenleben nur mit unsagbar viel geld moeglich ist. die meisten behinderten leben vom soz-amt und muessen sich mit der krankenkassen rumschlagen um ein hilfsmittel zu bekommen und werden von freunden und famile versorgt, weil sie sich die pflege nicht leisten koennen… von der kasse gibts bei pflegestufe 1 (und da ist man schon bettlaegerig!) 480 euro im monat fuer den pflegedienst. machen freunde die pflege, gibts 216 euro. im monat!

  31. Susanne W.15. Juli 2013 at 20:10Antworten

    Der Film zeigt auf, dass Freundschaft Grenzen der Herkunft überwinden kann. Danke an die Menschen, die so eine Sichtweise so sinnvoll auf die Leinwand bringen konnten!

  32. M. Reining -Evering7. Juli 2014 at 18:25Antworten

    Der Film ist so unrealistisch. Ich bin auch vom Hals abwärts
    querschnittsgelähmt und weiss wovon ich rede. Vieles ist so garnicht möglich wie es dargestellt wird. Komödie , dass kann sein, vieles ist zum Lachen , aber nicht die Wirklichkeit.
    Mir tut der Film nicht gut.

  33. Christian-Alexander Rupf3. August 2014 at 17:22Antworten

    Ich War Zwei mal in dem Film einmal mit meinem Betreuer undn eiinmal mit meiner Mutter Ich bin Vor Lachen fast vom Kino Sessel gerutscht meine Mutter war ganz ernst und meinte Warum ich mich so schlapp lachen würde da hab ich Ihr geatnwortet dass es manche Situationen auch im Realen Leben gibt , also Ich Liebe diesen Film am Besten gefällt mir die Szene wo Sie vo dem Krankenhaus wieder abhauen und der Pfleger mit dem Rolli aus dem Krankenhaus kommt ,

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