Editorials
You can’t beat the wheeling: Warum ROLLINGPLANET ab morgen Englisch unterrichtet
Äh, was heißt noch mal Fischbrötchen auf Englisch…? fish sandwich (Foto: Folker T. /pixelio.de)
ROLLINGPLANET startet Deutschlands ersten Englischkurs für behinderte Menschen und Senioren (bescheiden waren wir ja noch nie). Denn Reisen gehört zu den schönsten Erfahrungen, die wir sammeln können. Und in einer globalisierten Welt sind Fremdsprachenkenntnisse sowieso hilfreich.
Vor 20 Jahren fanden die Olympischen Spiele und Paralympics in Barcelona statt. „You can’t beat the wheeling“ (wheel = Rad) war 1992 ein origineller Werbespruch, den aus diesem Anlass die Rollstuhlfirma Sopur (heute Sunrise Medical) genau einen Tag lang benutzte – bis Coca Cola sich beschwerte. Der Getränkeriese hatte die Rechte für den von ihm kreierten Original-Slogan „You can’t beat the feeling“ (feeling = Gefühl).
Eine Barriere ist schon mal weg
Seit ROLLINGPLANET heißt es wieder „You can’t beat the wheeling“. Auf den ersten Blick mag es ungewöhnlich sein, wenn wir Sie auf dieser Webseite zu einem Englischkurs einladen – aber ROLLINGPLANET macht das aus Überzeugung: Oft beginnt Barrierefreiheit im eigenen Kopf.
Meistens meinen wir architektonische Hürden oder gesellschaftliche Gedankenlosigkeiten, wenn wir über Barrierefreiheit sprechen. Aber das Thema kann auch eine ganz andere Facette haben wie in diesem Fall: Es gibt Werkzeuge, die jeder sich selbst besorgen und mitnehmen kann – etwa Fremdsprachenkenntnisse.
Wer gerne auf Reisen geht oder wissen will, was in anderen Ländern geschieht, hat es einfacher, wenn er Englisch kann. Das gilt auch für behinderte Menschen und Senioren, denen wir mit unserem neuen Englischkurs nicht nur Lust auf neue Vokabeln machen wollen, sondern darauf, nicht zu Hause bleiben und mehr von dieser Welt sehen zu wollen.
Ein Kurs für Einsteiger, ein bis zwei mal pro Woche
Als fachliche Beratung für unseren Kurs haben wir Erich Hubel gewonnen – eine Legende im australischen Behindertensport. Interview: Weltreise mit Endstation Liebe: Warum Erich Hubel trotzdem immer noch schmachtende Liebeslieder singt. Der Paralympics-Teilnehmer war 1979 in seiner Heimat Sportler des Jahres und war 1981 der erste Rollstuhlfahrer, der den Melbourne Marathon gewann. Der ehemalige Englischlehrer, der mit sieben Jahren an Polio erkrankte, lebt in München und arbeitet als Übersetzer bei der Allianz Deutschland.
Trotzdem ist unser Englischkurs keine streng pädagogische Veranstaltung, sondern folgt dem Spaßprinzip: Wir achten darauf, Sie mit möglichst wenig Grammatik zu belästigen, Sie in jeder Folge mit einem Musikvideo zu unterhalten und dass Sie jederzeit einsteigen können, ohne sich an den Ablauf unserer Folgen halten zu müssen.
Falls es nun doch noch einige Nutzer überraschen sollte, auf ROLLINGPLANET Englisch lernen zu können: Natürlich vermitteln wir Ihnen auch Wissen, das man eben vor allem als behinderter Mensch benötigt und das Sie in keinem Schulbuch lernen.
Beispielsweise warum Sie als Rollstuhlfahrer auf keinen Fall behaupten sollten, dass Sie ein wheelchair driver sind. Oder wie Sie – wenn Sie zu den Paralympics nach London (29. August bis 9. September 2012) fliegen sollten – einem Taxifahrer erklären: Klappen Sie meinen Rollstuhl zusammen, indem Sie unter den Sitz greifen und nach oben ziehen.
Was das auf Englisch heißt, erfahren Sie morgen auf ROLLINGPLANET. Dann beginnt unser Englischkurs für Einsteiger mit Teil 1: Watching the wheels. Wöchentlich gibt es ein bis zwei Folgen. Sie finden diese im Menü unter dem Punkt “Reisen”.
Stichworte




Karin30. Januar 2012 at 13:01
Tolle Idee!