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ACT!ON mit Krauthausen, Probst & Co.

Bei der gestern gestarteten Bloggerkonferenz re:publica in Berlin ist auch Barrierefreiheit ein wichtiges Thema.

re:publica

Die diesjährige re:publica #rp12 (2.-4. Mai 2012) steht unter dem Motto „ACT!ON“. Das Ausrufezeichen statt eines „i“ in einem Wort ist zwar abgestanden wie kalter Kaffee, spätestens seit vor ungefähr 30 Jahren die REVOLUT!ON ausgerufen wurde. Ansonsten aber gibt sich die wichtigste, zum sechsten Mal ausgerichtete Internetkonferenz der Bloggerszene so groß, modern, schick – und barrierefrei wie noch nie seit ihrer Premiere in einer Kalkscheune im Jahr 2007.

Erstmals findet re:publica im ehemaligen Postbahnhof STATION Berlin statt (bisher: Friedrichstadtpalast). Erwartet werden zwischen 4.000 und 5.000 Besucher. Alle Hallen (20.000 Quadratmeter) sind für mobilitätseingeschränkte Teilnehmer zugänglich, es gibt auch entsprechende sanitäre Anlagen. Zusammen mit Aktion Mensch wurden für einige Sessions Gebärdensprachdolmetscher engagiert. „Barrierefreiheit ist aber auch Thema der #rp12, weil das Netz ein wichtiger Motor für eine barrierefreie Gesellschaft sein kann“, erklären die Veranstalter.

Der Umzug in die STATION ist kein Zufall, schreibt der Mediendienst Meedia: “Die Konferenz ist immer größer geworden, die Teilnehmer immer professioneller – und besser gekleidet. Die Zuhörerinnen der Session ‘Kompetenz vor Quote’ des Digital Women Netzwerks sahen eher aus wie die klassische Glamour-Leserin als die Berliner Bloggerin aus der Bohème der ersten Jahre.”

Zu den 270 Rednern in drei Tagen auf acht Bühnen gehören auch Menschen mit Behinderung und Webprominenz.

Unerhört: Digitale Barrierefreiheit

So diskutierten gestern Julia Probst, Enno Park und Alexander Görsdorf über das Thema „Unerhört: Digitale Barrierefreiheit und Partizipation im Netz” – zugespitzt auf das Beispiel der Schwerhörigkeit und Gehörlosigkeit. Es unterhielten sich drei, “die sich die Mittel der digitalen Gesellschaft einfach genommen haben, um sie zu verbessern”.

Über Julia Pobst haben wir schon öfter berichtet.

Enno Park (die ennomane) war 20 Jahre lang “kurz vor gehörlos”, bis er 2011 zwei Cochlea-Implantate bekam. Er lebt in Berlin „und im Internet.“ Seit über zehn Jahren bloggt er und geht unter anderem der Frage nach, was Inklusion in der Informationsgesellschaft bedeutet und wie sie im heraufdämmernden „Transhumanismus“ funktionieren könnte.

Alexander Görsdorf testete im Laufe von 30 Jahren alle Stadien der Schwerhörigkeit bis zur Ertaubung durch, befand sie für verbesserungswürdig und schreibt seine Ergebnisse seither ins Internet (“Not quite like Beethoven”). Er ist Soziologe und promovierte über Bürgerbeteiligung in der Technikpolitik. Er arbeitet an der Universität Bielefeld und der Harvard Kennedy School of Government.

Das Netz ist für Menschen mit Behinderung eine Chance

Raul Krauthausen

„Barrierefreiheit – Wie man das Netz nutzt, um weiter zu kommen“ lautete ebenfalls gestern das öffentlich vorgetragene Anliegen von Wheelmap-Gründer Raul Krauthausen, IT-Berater Maik Wagner und Martin Georgi (für die Bereiche Public Relations, Aufklärung, Förderung und Personal zuständiger Vorstand von „Aktion Mensch“).

Ihre These: „Das Internet und seine aktive Basis verändern die Welt. Soziale und politische Bewegungen werden online geboren. Das Netz und der digitale Alltag sind vor allem für Menschen mit Behinderung eine Chance. Aber die Barrierefreiheit, die Zugänglichkeit aller Elemente des Internets für alle, ist noch längst nicht da, wo sie sein sollte oder könnte. Es steht noch viel Arbeit an.“

Krauthausen stellte dabei auch die neue Seite BrokenLifts.org vor, auf der Nutzer den Zustand der Aufzüge im Öffentlichen Personennahverkehr Berlins nachschauen und melden können – augenblicklich beispielsweise sind 14 Fahrstühle defekt. Das nennt sich übrigens Open-Source-Projekt. Und Krauthausen ist nicht nur einfach ein Denker, sondern wird bei der rp#12 als Design-Denker angekündigt. ROLLINGPLANET möchte das korrigieren: das muss sicherlich Des!gn-Denker he!ßen!

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2 Kommentare

  1. Benedikt Lika3. Mai 2012 at 15:14Antworten

    Ralf Krauthausen und Georg Martini… Nicht euer Ernst, oder?

    • Rollingplanet3. Mai 2012 at 15:20Antworten

      Peinlich. Der Artikel entstand tief in der Nacht, da hatten wir wohl einen Martini zu viel gekippt. Korrigiert.

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