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Lieblinks (27): Innere Schamlippen? Fühlen sich an wie die Sitzheizung im Auto

„Aus dem Leben einer Stinkesocke“ wurde zum Best Blog German 2012 gewählt.

Darstellung einer Sitzheizung (Foto: Waeco)

Nr. 27.: Seien Sie nicht traurig, es geht um mehr als nur um Sitzheizungen

Jule ist seit einem Autounfall mit 15 Jahren querschnittgelähmt. „Der Vater beginnt zu trinken, die Mutter wird psychisch krank. Und auch ihre bisherigen Freunde wenden sich ab – zu groß sind plötzlich die Berührungsängste. Jule steht völlig alleine vor dem Nichts“, heißt es in einem Porträt über sie. Sie entwickelt sich „vom perspektivlosen Opfer, das die Krankenschwestern einmal mehr als maulige Stinkesocke bezeichnet haben, zu einer starken Persönlichkeit.“

Was als therapeutische Maßnahme begann, wurde soeben bei einer von der Deutschen Welle organisierten Wahl mit 42 Prozent der abgegebenen Stimmen zum „Best Blog German 2012“ gekürt: das Internet-Tagebuch „Aus dem Leben einer Stinkesocke“.

Dort geht es richtig zur Sache. Jule stellt sich unter anderem 200 Fragen und lässt uns wissen, dass sie zwischen den Beinen rasiert ist und antwortet auf die Frage „Spürst etwas bei der Berührung Deines Genitalbereiches, insbesondere bei der Stimulierung Deiner Klitoris oder wenn Du Dir einen Dildo in die Scheide einführst (falls Du das tust)?“:

“Den Bereich der äußeren Schamlippen merke ich nicht, den der inneren sehr wohl, allerdings auch nicht direkt, sondern eher diffus und großflächig. Insgesamt fühlt es sich an wie ‘mit verschlossenen Augen’, wie die Sitzheizung im Auto.”

Natürlich bekommt Jule dafür nicht nur Lob, sondern auch die übliche Entrüstung: „Keine Ahnung, welche betriebsblinden Leute da abgestimmt haben, aber ich finde, deine Unterhaltung passt genau zum DSDS-Anspruch deiner Leser. Merke: Stil ist nicht das Ende vom Besen“, kommentiert ein anonymer User.

Mit ROLLINGPLANET ist Jule übrigens – möglicherweise zu Recht – gar nicht einverstanden: „ Die Niederländerin Monique van der Vorst steht heute in nahezu jeder deutschen Tageszeitung, in einigen Boulevardschinken sogar auf der Titelseite. Überwiegend als skandalöse Schwindlerin. Und selbst jene überregionale Blätter, die ich sonst für halbwegs seriös halte, vergreifen sich – im Zweifel natürlich völlig unbeabsichtigt – in einem unangebrachten Unterton, der den Leser zumindest den Geisteszustand der Athletin in Frage stellen lässt. Mit Bezug auf ein Zitat auf ihrer Webseite (‘Was nicht tötet, härtet ab’) befindet ein szenenaher Internetblog, Nietzsche könne ihr wohl nicht mehr helfen, die Athletin müsse stark sein, um die Reaktionen zu ertragen.”

Absolut lesenswert. Auch, wenn man sich nicht für Sitzheizungen interessiert.

http://jule-stinkesocke.blogspot.de

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3 Kommentare

  1. Noah17. Mai 2012 at 15:57Antworten

    Warum Sie diese Stinksocke empfehlen, ist mir völlig unverständlich. Eine überhebliche, selbstsüchtige Tussi, und der “Ruhm” scheint ihr nun auch zu Kopf gestiegen zu sein. Daran sieht man leider wieder einmal, was man von Umfragen halten soll. ***von der Redaktion gelöscht***

  2. Jenjen17. Mai 2012 at 18:35Antworten

    Da waren wohl mal wieder sehr helle Autoren am Werk, die hier eine, ehrlich gesagt, miese und unzutreffende Zusammenfassung von Jules Blog geschrieben haben.
    Sieht man mal davon ab, dass das Thema Sexualität in ihrem Blog vielleicht einmal 1% (wenn überhaupt) ausmachen, schreibt das Mädchen über ihren Alltag und nutzt ihren Blog als Tagebuch; so, wie es jeder andere auch macht. Durch Zufall oder wer weiß was für Umstände, sind immer mehr und mehr Leser durch Mund zu Mund Propaganda auf ihren Blog aufmerksam geworden und einige von ihnen haben ihn nominiert.
    Der Artikel klingt eher für mich, als ob man mit Themen wie Schamlippen und dergleichen Leser auf sich ziehen will, die ohne diesen Titel vielleicht nicht einmal hierhergefunden hätten. Wirklich schade, denn Jules Blog ist mehr als das, es ist einfach mal ein anderer Alltag, als den wir kennen und öffnet und die Augen für die Widrigkeiten in unserem Leben, die für uns selbstverständlich sind, da sie keine Hürde für uns persönlich, aber für viele andere darstellen. Und doch zeigt ihr Blog genauso, dass sie ein Mensch wie jeder andere ist, der einfach nur anschaulich und auch mal mit Humor über ihren Alltag spricht.

  3. Jennifer18. Mai 2012 at 01:06Antworten

    Absolut geschmacklose, herablassende und total danebengegangene Zusammenfassung von Jules Blog – es geht da um soooo viel mehr als ihre selten stattfindenden Fragerunden. Und falls der Autor dieses Artikels hier auch mal etwas genauer gelesen hätte, hätte er gemerkt, dass ~95% der Fragen der Fragerunden von Fetischisten stammen, die sich daran aufgeilen, dass Jule im Rollstuhl sitzt und vor allem daran, wie Jule ihre Blase entleert. Vlt gehört der Artikelverfasser ja auch zu dieser Sorte… ;)? Sonst wäre sicherlich mehr hängengeblieben, als eine der zum Glück seltenen Fragerunden-Beantwortungen.

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