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TV-Tipp: „Die mit den Ohren sehen – Neue Wege für blinde Kinder“

Für blinde Kinder ist es oft kaum möglich, früh am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Eine neue Klicksonar-Methode aus den USA soll jetzt helfen. (Samstag, 9.6.2012, ARD, 15.30 Uhr).

ARD-Doku: Wie blinde Kinder ihrem Echo folgen (Foto: ARD)

Juli schnalzt mit der Zunge, klingelt mit der Klingel an ihrem Kinderlaufrad, folgt den Stimmen ihrer Eltern. So orientiert sich die Zweijährige, die von Geburt an blind ist. Das Echo ihres Schnalzens weist die Kleine auf Hindernisse hin und gibt ihr Anzeichen, ob sie beispielsweise einen Baumstamm oder einen Müllcontainer vor sich hat.

Der Filmemacher Kolja Robra begleitet in seiner 30-minütigen Reportage „Die mit den Ohren sehen – Neue Wege für blinde Kinder“, die die ARD am Samstag um 15.30 Uhr ausstrahlt, zwei Familien mit ihren blinden Töchtern. Juli und die vierjährige Frida lernen langsam, sich durch Schnalzen und Hören ihren Weg durch den Alltag zu bahnen.

Wie blinde Kinder auf ihr Echo vertrauen

Eine Häuserecke macht ein anderes Echo als eine offene Ladentür. Jedes Hindernis klingt anders. Justin Louchart, selbst blind und Julis Klicksonar-Trainer, erkennt im Film allein durch das Echo seiner Klickgeräusche einen Höhenunterschied zwischen benachbarten Gebäuden.

Menschen können sich also an dem Schall orientieren, der von den Gegenständen in ihrer Umgebung zurückgeworfen wird. Fledermäuse finden sich mit einem ähnlichen Prinzip zurecht. Sie stoßen dazu allerdings die für den Menschen nicht hörbaren Ultraschallwellen aus. Auch sie hören auf das Echo, um sich bei der nächtlichen Jagd auf ihre Beute zurechtzufinden.

In Deutschland ist das sogenannte Klicksonar bislang kaum verbreitet. Um ihrer Tochter das Erlernen der Schnalztechnik zu ermöglichen, ließen Julis Eltern zwei amerikanische Trainer einfliegen. Um die Informationsarmut und den Mangel an Ansprechpartnern zu bekämpfen, hat Julis Vater, Stefan Zimmermann, eine Organisation gegründet. Er ließ erneut einen Trainer für ein öffentliches Seminar einfliegen, baute eine Website (http://www.anders-sehen.de) und trug Erfahrungsberichte zusammen.

Einfach nur Schnalzen

Als sehender Zuschauer ist man überrascht, wie sehr das Schnalzen das Leben der Blinden vereinfachen kann. Der Film weckt Staunen, dass etwas offenbar so sinnvolles und einfaches bislang kaum Anklang in Deutschland gefunden hat.

Vor allem lebt der Film von Frida und Juli, denen man beeindruckt zuschaut, wie sie sich in der Welt der Sehenden orientieren. Wie mutig und unbeschwert sich die Mädchen den Herausforderungen stellen und wie sie an manchen Situationen schlicht verzweifeln. Wenn Frida erschöpft und weinend den Ausgang aus der Kletterhalle sucht, das Schnalzen für sie zur Qual wird, sie fast schon panisch umher läuft, anstößt, in aller Ruhe von ihrer Mutter zum Schnalzen ermutigt wird – und schließlich selbstständig den Weg ins Freie findet.

Für die Reportage wurde auch eine Hörfilmfassung produziert – dabei beschreibt eine zusätzliche Sprecherin die Fernsehbilder.

(dpa)


Zum Themenschwerpunkt Blinde und sehbehinderte Menschen


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