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Deutsche Rollstuhlbasketballer buzzä die Schweizer

Unsere Nationalmannschaft präsentiert sich in guter Frühform und siegt 68:32. Handball-Weltmeister waren prominente Gäste.

Lokalmatador Jan Haller im Duell mit dem Schweizer Matthias Sutter (#12). Im Hintergrund beobachten Nicolas Hausammann (#8) und Dirk Passiwan (#11) die Szene.(Foto: Armin Diekmann)

Mit einem standesgemäßen 68:32 (12:4/31:18/50:24) über die Schweiz hat sich die deutsche Rollstuhlbasketball-Nationalmannschaft der Herren in Wetzlar in guter Frühform für die paralympischen Spiele präsentiert. Vor rund 500 Fans lief beim Team von Bundestrainer Nicolai Zeltinger am Samstag zwar noch nicht alles rund, doch unter dem Strich landete das Team Germany einen überlegenen Erfolg gegen die Eidgenossen.

Dieser begeisterte auch die Handball-Weltmeistermannschaft von 1978, die mit Joachim Deckarm, Kurt Klühspies, Horst Spengler, Harald Ohly die Partie in der Wetzlarer August-Bebel-Sporthalle sahen. Der Besuch der Handball-Promis entstand aufgrund eines vor rund einem Vierteljahr zustande gekommenen Kontakts mit Joachim Deckarm, der während eines Europapokalspiels ein Jahr nach dem WM-Titel ein schweres Hirn-Schädel-Trauma im ungarischen Tatabanya erlitt und seitdem auf den Rollstuhl angewiesen ist. Der seither durch die Deutsche Sporthilfe und den Deutsche Handball Bund vergebenen Joachim-Deckarm-Preis für herausragendes soziales Engagement im Sport wird beim RSV Lahn-Dill-Partner Metallguss Luck Saar in Saarbrücken, der Heimat von Joachim Deckarm, gefertigt.

Zeltinger ist mit der Defensive zufrieden

Besonders mit der Defensive zeigte sich Zeltinger nach dem Spiel sehr zufrieden: „Wir haben gerade einmal 32 Punkte zugelassen, das gefiel mir schon recht gut. Man hat natürlich auch gesehen, dass wir noch einige Baustellen haben, aber daran können wir in den nächsten zwei Monaten bis zu den Paralympics noch arbeiten“, zog der deutsche Cheftrainer eine positive Bilanz.

Mit einem 9:1 bis zur 7. Spielminute ließ das deutsche Team die Eidgenossen offensiv gar nicht erst zur Entfaltung kommen und gaben vor allem dem herausragenden Akteur der Schweizer, Nicolas Hausammann, keine freien Würfe. Hausammanns Treffer zum 12:4 (10.) sollten die einzigen Punkte für den früheren Bundesliga-Akteur des RSV Lahn-Dill bleiben, während auf deutscher Seite der wiedergenesene Topscorer Dirk Passiwan vor heimischem Publikum die ersten Akzente setzten.

Passiwan überragend aus der Distanz

Den Druck der ersten Minuten konnte das Team Germany in der Folge allerdings mit wechselnden Aufstellungen nicht mehr aufrecht erhalten. Die Gäste aus der Schweiz fanden nun besser ins Spiel und konnten vor allem ihren Center Matthias Suter immer wieder in Szene setzen (21:11, 14.). Doch der Trierer Scharfschütze Passiwan machte in dieser Phase der Partie seinem Ruf alle Ehre und blieb aus der Distanz ohne Fehlwurf. Mit zwölf Punkten im zweiten Viertel hielt der Bundesliga-Topscorer das Team Germany beinahe im Alleingang im Spiel.

Der Deutsche Stefan Donner ist Nationaltrainer der Schweizer (Foto: Armin Diekmann)

Nach dem Seitenwechsel agierten die ING-DiBa Korbjäger dann aber wesentlich entschlossener. US-Legionär André Bienek führte das Team Germany zu einem 12:0 Lauf (50:22, 29.) und mit fünf Minuten ohne Schweizer Korberfolg war die Vorentscheidung bereits gefallen. In der Schlussphase sorgte dann Youngster und Lokalmatador Thomas Böhme für einige Highlights, als er zunächst selbst sehenswert zum 60:30 vollendete und in der direkten Folge mit zwei Steals und spektakulären Vorlagen für Matthias Heimbach und Dirk Passiwan (20 Punkte/8 Rebounds) seine Klasse demonstrierte.

Deutschland: Dirk Passiwan (Immovesta Dolphins Trier, 20), André Bienek (UWW Warhawks/USA, 11/1 Dreier), Sebastian Wolk (Mainhatten Skywheelers, 11), Jan Haller (RSV Lahn-Dill, 10), Thomas Böhme (RSV Lahn-Dill, 6), Dirk Köhler (RSV Lahn-Dill, 6), Matthias Heimbach (Jena Caputs, 2), Björn Lohmann (Köln 99ers, 2), Sercan Ismail (USC München), Andreas Kress (Mainhatten Skywheelers), Sebastian Magenheim (USC München).

Schweiz: Matthias Suter (9), Philipp Häfeli (7), Maurice Amacher (7), Walter Spuler (4), Nicolas Hausammann (2), Markus Lampart (2), Philipp Stern (1), Pascal Bolliger.

(dst)

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