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EU-Kommission kritisiert: Behinderte Fluggäste werden oft abgewiesen

Hat diese Schweinerei demnächst ein Ende? Brüssel will nun mit neuen Leitlinien dafür sorgen, dass Menschen mit Behinderung auf die geltenden Rechte auch wirklich vertrauen können.

Manche Behinderte dürfen trotz gültigen Tickets nicht abheben (Foto: Maret-Hosemann/pixelio.de)

Über Easyjet und SwissAir/Edelweiss hat ROLLINGPLANET bereits mehrfach berichtet. Grund: Diskriminierung von Menschen mit Behinderung. Aus gleichem Grund auf unserer Watchlist: Air Méditerranée (die Airline verweigerte Hörbehinderten den Flug).

Längst nicht jeder Fluggast mit einem Rollstuhl darf in Europa an Bord gehen. Immer wieder würden Airlines behinderte Passagiere abweisen, bemängelt jetzt auch endlich die EU-Kommission. Brüssel will nun mit neuen Leitlinien dafür sorgen, dass Behinderte auf die geltenden Rechte auch wirklich vertrauen können.

„Zu oft werden die bestehenden Regeln von den Flughäfen unterschiedlich ausgelegt“, sagte EU-Verkehrskommissar Siim Kallas gestern. Selbst von der gleichen Airline würden Behinderte unterschiedlich behandelt.

EU-Vorschrift gilt seit 2008

Seit Juli 2008 gilt eine verbindliche EU-Vorschrift, die es Fluggesellschaften verbietet, Schwangere, Rollstuhlfahrer, Blinde und andere Menschen mit körperlichen Einschränkungen zu benachteiligen. „Wir wollen jetzt aber einen Schritt weitergehen, um noch bestehende Probleme zu lösen“, sagte Kallas.

Die neuen Leitlinien beziehen sich auf solche Fälle, die in der Praxis immer noch zu Problemen führen. Beispielsweise weisen Airlines nach EU-Angaben Passagiere mit einer Behinderung immer wieder ab, wenn sie ohne Begleitperson reisen wollen. Dabei darf eigentlich jeder allein unterwegs sein, der selbstständig zurecht kommt.

So werden die Rechte verletzt

Bisweilen verlangt das Flugpersonal beim Ticketkauf oder Betreten der Maschine ein medizinisches Attest – obwohl das nicht gestattet ist, wenn der Reisende die Gesundheit oder Sicherheit der anderen Passagiere nicht gefährdet.

Oft weigerten sich die Fluggesellschaften auch, Hilfsgeräte wie Rollstühle oder Beatmungsmaschinen kostenlos mitzunehmen. Dabei sind zwei erlaubt. Die neuen Regeln gelten für Reisende auf allen EU Flughäfen und für alle Flüge europäischer Airlines innerhalb der EU sowie in die und aus der EU.

Die EU-Kommission betonte, dass sich Fluggäste mit einer Behinderung mindestens 48 Stunden vor Flugbeginn bei der Airline melden sollten. Nur so seien die Fluggesellschaften in der Lage, den Passagieren am Flughafen zu helfen.

(dpa)

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1 Kommentar

  1. Bernd8. Juli 2012 at 13:31Antworten

    Hallo,

    was ich beim Flug sehr beschämend finde, das es keine Rollstuhl geeigneten WC gibt.

    Heisst es nicht, das man nicht diskriminiert werden darf?

    Normalerweise sollte man beim Flug mehr trinken, das gilt aber wohl nicht für Rollstuhlfahrer.

    Das hier nicht endlich ein EU Gesetzt kommt, empfinde ich als diskriminierend.

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