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Nordrhein-Westfalen: Inklusion in den Schulen beginnt 2013

Rechtsanspruch für Besuch der Klassen 1 und 5 an Regelschulen geplant. SPD und Grüne haben die gleichberechtigte Teilhabe von behinderten Menschen am Alltag zu einem ihrer Schwerpunkte der kommenden Jahre ausgerufen. Von Christian Wolf

Im Landtag von Nordrhein-Westfalen diskutierten am 6. Februar 250 Teilnehmer den Aufbau eines inklusiven Schulsystems. (Foto: Sigrid Beer/Die Grünen)

Sigrid Beer (Grüne)

Renate Hendricks (SPD)

Rot-Grün beginnt mit dem Umbau der nordrhein-westfälischen Schullandschaft zugunsten der Eingliederung behinderter Kinder. Ab dem Schuljahr 2013/2014 soll für die Klassen 1 und 5 ein Rechtsanspruch gelten, wodurch Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf ein Platz in einer allgemeinen Schule zusteht. Ein entsprechendes Gesetz wollen SPD und Grüne noch bis diesen Herbst verabschieden, wie die Bildungsexpertinnen Renate Hendricks (SPD) und Sigrid Beer (Grüne) heute in Düsseldorf ankündigten.

Zunächst sollen, über das Land verteilt, rund 100 Vorreiterschulen gebildet werden. Ein abrupter Wechsel aller Förderschüler in Regelschulen würde das “gesamte System überfordern”, sagte Beer. Eltern soll zudem weiterhin die Wahlfreiheit zugestanden werden, auf welche Schule sie ihr Kind schicken möchten. Den Bestand von Förderschulen wolle Rot-Grün nicht grundsätzlich infrage stellen, sagte Beer. Allerdings werde sich deren Zahl in den kommenden Jahren automatisch verringern, wenn immer mehr behinderte Schüler auf Regelschulen gingen.

Das große Thema für die nächsten zehn Jahre

In einem ersten Schritt wollen SPD und Grüne einen Antrag im Landtag verabschieden, in dem das Ziel eines sogenannten inklusiven Bildungssystems festgehalten wird. Auf Grundlage dessen soll dann der Gesetzentwurf erarbeitet werden. Darin sollen dann auch erst konkrete Zahlen genannt werden, was die Umsetzung der sogenannten Inklusion kosten wird. In frühestens zehn Jahren will Rot-Grün entsprechend des derzeitigen internationalen Standards 85 Prozent der behinderten Kinder in Regelschulen unterrichtet lassen. Im Moment sei das Verhältnis noch umgekehrt, erklärte Beer.

Das Thema Inklusion, also die gleichberechtigte Teilhabe von behinderten Menschen am Alltag, haben SPD und Grüne zu einem ihrer Schwerpunkte der kommenden Jahre ausgerufen. Laut Beer ist es ein “vordringliches politisches Ziel” von Rot-Grün. Hendricks machte allerdings klar, dass dies kein Thema sei, das mit einem Gesetz abgehandelt werden könne. Vielmehr sei es ein Prozess, “der uns die nächsten zehn Jahre begleiten wird”, erklärte die SPD-Politikerin.

Momentan gibt es in Nordrhein-Westfalen rund 680 Förderschulen mit fast 100.000 Kindern und Jugendlichen, die von 20.200 Lehrern unterrichtet werden. Weitere 27.000 behinderte Schüler lernen schon jetzt in Regelschulen.

(dapd)

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1 Kommentar

  1. Dr. Carsten Rensinghoff30. Juni 2012 at 13:00Antworten

    Ein Kommentar zu dem Antrag der nordrhein-westfälischen Fraktionen der SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN ist über die URL http://www.lokalkompass.de/witten/politik/kurze-replik-zum-antrag-zusammen-lernen-zusammenwachsen-eckpunkte-fuer-den-weg-zur-inklusiven-schule-in-nrw-d183978.html abrufbar.

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