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Sensationelle Technik: US-Forscher können Stephen Hawkings Gedanken lesen

Weltpremiere am 7. Juli 2012: Der US-Neurologe Philip Low führt gemeinsam mit dem Physiker einen neu entwickelten Gehirnscanner vor, der Gedankenmuster erkennen kann.

Archivfoto: Hawking besucht am 31. Oktober 2008 den Papst und erklärt ihm, dass er über die Entstehung der Welt etwas andere Vorstellungen hat als das katholische Oberhaupt. (Foto: dpa)

Vor wenigen Tagen berichtete ROLLINGPLANET über ein neues Brain-Computer-Interface, das in Freiburg entwickelt wird. Forscher können dabei Armbewegungen direkt von der Hirnoberfläche ablesen. Die Entdeckung könnte Echtzeit-Steuerung von Prothesen per Gedanken ermöglichen. Nun kommt der nächste Beweis, wie weit die Gedanken-Technologie bereits ist.

Am 7. Juli wird der erst 33-jährige US-Neurologe Philip Low zusammen mit dem Astrophysiker Stephen Hawking die neue Technik auf einem Kongress vorführen. Hawking und Low arbeiten daran, die Gedanken des Physikers per Computer in Worte zu übersetzen – und so dem 70-jährigen Nervenkranken eine neue Stimme zu verschaffen, wie Low im Interview mit der Zeitung „Die Welt“ beschreibt. Low ist Gründer und Chef der Firma NeuroVigil und gilt als Star seiner Branche. Im Januar setzte die „New Nork Times“ ihn und seine Entwicklung auf Platz 1 der wichtigsten Innovationen der Zukunft.

Momentan kommuniziert Hawking noch per Sprachcomputer – mit seinem Wangenmuskel und einem Auge setzt er Buchstaben auf einem Monitor zu Worten zusammen – eine Computerstimme spricht Hawkings Worte dann nach, wenngleich, wie der Brite einmal ironisch bemerkte, leider nur mit amerikanischem Akzent.

Selbst ein Hawking kann nicht ewig der ALS trotzen

Dr. Philip Low

Doch den Physiker, der Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) hat, schwächt seine Krankheit zunehmend. Selbst zu einem Symposium, das ihm zu Ehren im Januar zu seinem 70. Geburtstag veranstaltet wurde, konnte er aus gesundheitlichen Gründen nicht erscheinen.

Während viele Betroffene schon nach wenigen Jahren an ALS sterben, gilt Hawking nicht nur als Intelligenz-, sondern auch als medizinisches Wunder. Diagnostiziert wurde die Krankheit 1963, da war er 21 Jahre alt und hatte soeben seine Doktorarbeit begonnen. Fünf Jahre später war er auf den Rollstuhl angewiesen. Möglicherweise, gesteht Hawking, wäre er ohne die Erkrankung niemals so erfolgreich geworden: Als Student sei er begabt gewesen, aber faul. Erst wegen der Lähmung habe er beschlossen, so richtig seinen Grips zu bemühen.

Den Angaben zufolge kann Hawking seinen Wangenmuskel, der es ihm sogar erlaubte, Bücher zu schreiben, bald nicht mehr benutzen. „Stephen hat mich gefragt, ob ich ihm helfen kann“, sagte Low.

Biosignale erzeugen Buchstaben und Worte

„Wir bitten Hawking, sich vorzustellen, Fußball zu spielen oder die Hand zur Faust zu ballen. All das ergibt typische Denkmuster, sogenannte Biosignale, die so charakteristisch sind, dass sie sich im nächsten Schritt in Buchstaben oder ganze Worte übersetzen lassen“, so Low.

Seit vergangenem Sommer trage Hawking dafür ein Stirnband als Halterung für ein federleichtes Gerät – das „iBrain“ – von der Größe einer Streichholzschachtel. „Er macht immer sehr gut mit, ist ein wunderbarer wissenschaftlicher Partner. Wenn er müde ist, dann lässt er es sich nicht anmerken“, lobt Low.

Am kommenden Sonntag wollen Low, der an der Stanford-Universität arbeitet und ein Unternehmen hat, und Hawking ihre Methode auf der Francis Crick Memorial Conference im britischen Cambridge präsentieren.

Hawking ist vor allem durch seine Theorien zum Ursprung des Kosmos und zu Schwarzen Löchern bekanntgeworden. Er schrieb auch das populärwissenschaftlichen Buch „Eine kurze Geschichte der Zeit“.

(dpa/RP)

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1 Kommentar

  1. Stephen Hawking: Gehirnscanner kann seine Gedanken lesen28. September 2013 at 14:18Antworten

    […] RollingPlanet: Sensationelle Technik: US-Forscher können Stephen Hawkings Gedanken lesen […]

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