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Hier spricht nicht der Arzt, sondern der Kaufmann: Hilfe für chronisch Kranke würde sich auszahlen

Studie: Die deutsche Volkswirtschaft könnte in diesem Jahr 20 Milliarden Euro zusätzlich erwirtschaften, wenn chronisch kranke Arbeitnehmer bei der Behandlung besser unterstützt würden.

Frau von hinten an einem Laptop

Rückenschmerzen tun zweimal weh: den Betroffenen und der Volkswirtschaft… (Foto: Cornelia-Menichelli/pixelio.de)

Das ist das Ergebnis einer Studie der Bertelsmann Stiftung und der internationalen Strategieberatung Booz & Company, die am Montag veröffentlicht wurde. Um den Erfolg von Therapien und deren Wirksamkeit zu verbessern, müsse bei den Lebensumständen und am Verhalten der Betroffenen angesetzt werden. Gemeint sind damit Medikamenteneinnahme, Diäten, aber auch Arbeitsabläufe und Pausengestaltung.

Ohne eine solche Unterstützung verursachen weit verbreitete chronische Krankheiten der Studie zufolge dagegen erhebliche Produktivitätsausfälle. Allein bei den beiden „Volkskrankheiten“ Depression und Rückenschmerzen liegen die Produktivitätseinbußen aufgrund wiederholter Fehlzeiten oder Arbeitsunfähigkeit bei 21 Milliarden Euro bis 26 Milliarden Euro im Jahr.

Gemeinsame Aktion gefordert

In der Studie „Produktivitätszuwächse durch verbesserte Therapietreue“ wird die Einbeziehung des Gesetzgebers angeregt. Mit einer konzertierten Aktion von Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft könnten die Genesungschancen chronisch Kranker sowie die strukturelle Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Deutschland verbessert werden.

Zentrale Forderung der Studie ist es, sowohl die Arbeitgeber als auch die Sozialversicherung konsequent in wirksame therapiebegleitende Maßnahmen einzubinden. Gerade bei chronischen Krankheiten spiele neben der verordnungsgemäßen Einnahme der Medikamente oft die langfristige Umstellung der Lebensgewohnheiten eine entscheidende Rolle. Hier seien eine umfassende Patienteninformation, Coaching-Programme, aber auch der Austausch mit anderen Betroffenen über spezielle Netzwerke von großer Bedeutung.

(dpa)

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