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Wir fahren nach Lodz: Zeltinger hat nur ein bisschen Buh gemacht

Rollstuhlbasketball: Turniersieg für deutsche Herren in Polen. Paralympicsgegner Polen und Türkei auf den Plätzen.

André, wir fahren nach Lodz! US-Legionär André Bienek erzielte 22 Treffer gegen die polnischen Gastgeber. (Foto: Mediashots Werbefotografie)

„Theo, wir fahren nach Lodz“, heißt es in einem Uraltsong von Vicky Leandros, weil das Mädchen genug vom Leben auf dem Land hat, wo die Kühe nur Muh machen. Die deutsche Rollstuhlbasketball-Nationalmannschaft der Herren hat am Wochenende das Drei-Nationen-Turnier in Lodz gewonnen, und siehe da: Weder die Kuh hat Muh noch Bundestrainer Nicolai Zeltinger Buh gemacht.

Bei dem Turnier konnte man auch Gastgeber und Paralympics-Vorrundengegner Polen zweimal bezwingen. Am Ende standen drei Siege und eine Niederlage im abschließenden, aber bedeutungslosen Duell mit der Türkei in der Bilanz der deutschen Mannschaft.

Zum Auftakt am Freitag gelang dem Vize-Europameister gleich ein klarer 77:59 (16:18/31:39/52:48)-Erfolg gegen Gastgeber Polen, nachdem das Team in Durchgang zwei zu seinem Defensivspiel fand und die Partie nach dem Pausenrückstand drehen konnte. Beste Noten erhielten von Trainer Zeltinger sein Kapitän Sebastian Wolk, Topscorer Dirk Passiwan und Forward Jan Haller, aber auch Youngster Sercan Ismail vom USC München zeigte eine gute Leistung.

Am Samstag kam es dann gegen die Türkei zu einer spannenden Schlussphase, in der die deutsche Auswahl kühlen Kopf behielt und am Ende mit 68:64 (15:13/34:30/48:49) die Nase vorne hatte. Auch in dieser Partie zeigte sich erneut, dass der deutsche Kader sehr variabel und in wechselnden Aufstellungen erfolgreich operieren kann.

Dirk Passiwan schießt einmal mehr scharf

Am Sonntag sollte dann in den beiden verbleibenden Partien die Entscheidung über den Turniersieg fallen. In einer dramatischen Schlussphase konnte dieser dann bereits im ersten Match des Tages gegen Polen mit 72:70 (13:21/33:35/50:48) eingefahren werden. Einmal mehr waren die offensiven Schlüsselspieler dabei der Trierer Scharfschütze Dirk Passiwan (25 Punkte) und US-Legionär André Bienek (22). In der abschließenden Begegnung gegen die Türkei musste Deutschland dann der zuvor gelassenen Kraft Tribut zollen und unterlag deutlich, aber für den Turniersieg bedeutungslos mit 52:73 (13:26/26:41/38:56).

„Ich mache der Mannschaft keinen Vorwurf. Es war mit zwei Spielen für uns ein langer Tag und wir hatten die Partie gegen die Polen noch in den Knochen. Die Türken waren dagegen frisch und ausgeschlafen“, so Bundestrainer Nicolai Zeltinger in seinem positiven Fazit der Dienstreise ins polnische Lodz. Ein bisschen Buh machte er dann aber doch: „Wir sind konditionell noch nicht dort, wo wir in London sein werden. Insgesamt bin ich mit dem Turniersieg sehr zufrieden, da wir beide Spiele gegen unseren paralympischen Vorrundengegner Polen gewonnen haben.“

Deutschland: Dirk Passiwan (106/2, Immovesta Dolphins Trier), André Bienek (69/4 Dreier, UWW Warhawks/USA), Sebastian Wolk (32, Mainhatten Skywheelers), Jan Haller (19, RSV Lahn-Dill), Andi Kress (16, Mainhatten Skywheelers), Dirk Köhler (14, RSV Lahn-Dill), Matthias Heimbach (10, Jena Caputs), Thomas Gundert (3, RSV Lahn-Dill), Christian Gumpert (SGK Heidelberg), Sercan Ismail (USC München), Björn Lohmann (RSV Lahn-Dill).

Internationales Turnier, Lodz/Polen (7./8.7.2012)

Polen - Türkei: 73:65
Polen - Deutschland: 59:77
Deutschland - Türkei: 68:64
Polen - Türkei: 79:64
Polen - Deutschland: 70:72
Türkei - Deutschland: 73:52

1. Deutschland 6:2/269:266
2. Polen 4:4/281:278
3. Türkei 2:6/266:272

(aj)

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