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Deutschlands erstes Hospiz für junge Menschen

In Leipzig und Wiesbaden entstehen Einrichtungen für schwerstkranke 18- bis 50-Jährige.

IFB-Chef Wolfgang Groh (Foto: Löwenmut)

Der Verein IFB Inklusion durch Förderung und Betreuung e.V. plant die seinen Angaben zufolge ersten beiden Hospize in Deutschland für schwerstkranke Menschen, die weder Kinder noch Senioren sind. Im Januar 2013 wird „Känguru – Das Hospiz für schwerstkranke junge Menschen“ in Leipzig und in Wiesbaden eröffnet. Aktuell würden die Renovierungsmaßnahmen gemeinsam mit der Hochschule Rhein-Main Fachbereich Soziale Arbeit geplant, heißt es heute in einer Mitteilung.

Versorgungslücke schließen

Wiesbaden hat ein vergleichsweise gutes Angebot an stationären und ambulanten Palliativeinrichtungen. „Speziell aber für Menschen im Alter von 18 bis 50 Jahren fehlt ein auf ihre Bedürfnisse ausgerichtetes Hospiz“, sagt Wolfgang Groh, Vorsitzender des IFB-Vereins und der IFB-Stiftung, und verspricht: „Diese Lücke schließen wir ab 2013.“

Ziel sei es, Menschen aus dieser Altersgruppe, die krankheitsbedingt oder durch einen Unfall plötzlich aus der Mitte ihres Lebens gerissen werden, in ihrer letzten Lebensphase zu betreuen und zu begleiten. „Durch unsere Erwachsenenhospize wissen wir, dass das Durchschnittsalter dort etwa 70 Jahre beträgt“, erklärt Groh. „Kinderhospize nehmen Klienten bis 18 Jahre auf.“ Für die Bedürfnisse von Menschen mittleren Alters fehle ein adäquates Angebot. Dieses soll nun aus psychosozialer Betreuung, Trauerbegleitung sowie ein „Kümmern“ um das „Danach“ bestehen.

Besondere Bedürfnisse junger Familien

Wenn ältere oder alte Menschen aufgrund ihres Alters oder einer unheilbaren Krankheit in die letzte Lebensphase eintreten, komme dies in der Regel nicht unerwartet, die Angehörigen könnten sich auf die Situation einstellen. Völlig anders stelle sich die Situation dar, wenn relativ junge Menschen in ein Hospiz kommen: „Neben dem Schock, dass das eigene Leben bald zu Ende sein soll, tritt die Sorge um Angehörige und Kinder. Erkrankt zum Bespiel eine Mutter um die 40 mit relativ kleinen Kindern unheilbar, benötigen ihre Angehörigen besondere Hilfe, Beratung, Betreuung und Begleitung“, so Groh.

Neben den Bewohnern, deren letzte Lebensphase bereits begonnen hat, wird „Känguru – Das Hospiz für schwerstkranke junge Menschen“ auch Menschen für einen Kurzaufenthalt aufnehmen, die aufgrund ihrer Erkrankung voraussichtlich nicht mehr lange leben. Bei diesen Kurzaufenthalten können die Eltern, Geschwister oder eigenen Kinder mit aufgenommen werden.

Familienentlastung durch Kurzaufenthalte

„Diese Zeit können die Familien und Angehörigen zum Erholen und Kraft sammeln nutzen. Gerade dies ist unbedingt erforderlich. In ihrer besonderen Lebenssituation gehen Angehörige oft weit über ihre Grenzen und Möglichkeiten hinaus, ohne zu bemerken, wie die eigenen Energien schwinden“, weiß Silke Morini, als IFB-Geschäftsleiterin zuständig für das Hospiz Känguru. „Diese Kraftreserven werden aber dringend gebraucht, damit die Familie auch weiterhin in der Lage ist, die Pflege und Betreuung im häuslichen Umfeld zu übernehmen.“

(RP/PT)

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