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Rausgeworfene Blinde: Netto schiebt es auf die anderen Kunden

Der Lebensmitteldiscounter nimmt Stellung zu dem Skandal vom Samstag, als eine blinde Frau die Filiale in Koblenz-Lützel verlassen musste.

Netto ist sich keiner Schuld bewusst. (Foto: Edeka)

Am Samstag war die 54-jährige Astrid Uhlig wegen ihres Blindenhundes entgegen geltenden Rechts von einer Netto-Filialleiterin des Supermarktes in Koblenz-Lützel verwiesen worden (ROLLINGPLANET berichtete: Blinde Kundin rausgeworfen: So unverschämt war Discounter Netto). Nun hat das Unternehmen Stellung genommen, verzichtet aber ganz offensichtlich auf eine Entschuldigung. Das Unternehmen schreibt ROLLINGPLANET:

Das sagt Netto

Wir bedauern sehr, dass es zu einem Missverständnis in unserer Koblenzer Filiale gekommen ist: Wir tolerieren ausgebildete Blindenführhunde, die sehbehinderte Kunden in unseren Filialen begleiten, sofern keine anwesende Einkaufsbegleitung den Einkauf für die sehbehinderte Person vornehmen kann. Darüber hinaus sind unsere Mitarbeiter selbstverständlich geschult, behinderte Kunden bei ihrem Einkauf zu unterstützen.

Am vergangenen Samstag hatten sich aus hygienischen Gründen mehrere Kunden bei der Filialleiterin darüber beschwert, dass sich ein Hund im Markt aufhält. Da die sehbehinderte Kundin in Begleitung war und somit zusätzlich zum Führhund eine Einkaufsunterstützung hatte, hat unsere Mitarbeiterin freundlich gefragt, ob beide Kunden ihren Einkauf ohne den Hund fortsetzen könnten. Alternativ hat die Filialleiterin beiden Kunden angeboten, dass die Netto-Mitarbeiter gerne die Einkäufe für sie zusammenstellen würden.“

Reinhard Uhlig (65), der am Samstag anwesende Ehemann der Betroffenen, äußerte gegenüber ROLLINGPLANET, er habe keine Kunden bemerkt, die sich beschwert hätten. Er und seine Frau zeigen sich jedoch versöhnlich: Man werde morgen einer Einladung des Netto-Marktes folgen und der Filialleiterin die Hand reichen. „Damit ist die Geschichte für uns erledigt.“

Netto gab sich in einem Gespräch mit ROLLINGPLANET aufrichtig zerknirscht, wollte sich aber nicht auf unsere Nachfrage einlassen, ob das Unternehmen beispielsweise auch dunkelhäutige Ausländer des Geschäftes verweisen würde, wenn sich andere Kunden beschwerten.

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15 Kommentare

  1. W.W.23. Juli 2012 at 16:40Antworten

    “Netto gab sich in einem Gespräch mit ROLLINGPLANET aufrichtig zerknirscht, wollte sich aber nicht auf unsere Nachfrage einlassen, ob das Unternehmen beispielsweise auch dunkelhäutige Ausländer des Geschäftes verweisen würde, wenn sich andere Kunden beschwerten.”

    Verständlich, solche unverschämten Fragen würde ich auch ignorieren. Wer sind hier die wahren Rassisten und Diskriminierer, hm?

    • Irmgard23. Juli 2012 at 17:00Antworten

      Ihr Kommentar ist leider genauso daneben den Sie vorhin bei dem anderen Bericht losgelassen haben. Sie gehören vermutlich zu den Kunden, die sich als erstes beschweren… Deutschland, gute Nacht!

      • W.W.23. Juli 2012 at 17:58Antworten

        Nein, die oben zitierte Frage an Netto ist “daneben”.

        Fakt ist, es war eine sehende Begleitperson (ihr Mann) dabei und damit muss Netto den Blindenhund in diesem Fall nicht in die Geschäftsräume lassen. Anders hätte es sich verhalten, wenn Frau Uhlig allein mit ihrem Hund einkaufen gegangen wäre – dann, aber nur dann, wäre Ihr Echauffieren verständlich.

        Netto daraufhin latenten Rassismus zu unterstellen, ist infam. Letztendlich ist das sogar ein Straftatbestand seitens “Rollingplanet” (Beleidigung, üble Nachrede).

        Was Sie gar nicht begreifen: Menschen wie die Uhligs tun nichts Gutes für die Akzeptanz und Integration von Menschen mit Handicap!

        • Helge Blankenstein24. Juli 2012 at 22:26Antworten

          Sehr geehrte/er WW,
          Sie sind scheinbar recht umfangreich Informiert, geht es um die rechtlichen Möglichkeiten rund um Führhunde. Mir sind solche Einschränkungen derzeit nicht bekannt. Daher möchte ich Sie bitten mir die Grundlagen Ihrer Feststellung mitzuteilen. Allein eine Begleitung, stellt laut meinem rechtlichen Wissen, die selbständige Teilhabe nicht außer Kraft.
          So wie ich dieses Extrem derzeit deute, würde es für einen Rollstuhlnutzer, welcher in Begleitung eines Fußgängers einkaufen möchte, bedeuten, dass der Rollstuhl vor dem Ladengeschäft abgestellt und der Betroffene zum Einkaufen getragen werden sollte.
          Seit Jahren gilt auch in Deutschland für alle Bürger die SELBSTÄNDIGE TEILHABE. Das bedeutet, dass der Betroffene entscheidet, wann und wohin er einen Führhund mitnimmt. Nicht etwas Verkäufer, Kunden oder andere Außenstehende.
          Sollte ich hier falsch liegen, bitte ich um genaue Angabe der rechtlichen Bestimmungen. Gern auch an meine Mailadresse: helge.blankenstein@impuls-fuer-alle.de
          Helge Blankenstein

          • sooma25. Juli 2012 at 13:57

            Von Helge Blankenstein: “Das bedeutet, dass der Betroffene entscheidet, wann und wohin er einen Führhund mitnimmt.”

            Warum wird das hier nicht verstanden?! Das wäre wohl auch in diesem Lebensmittelgeschäft ok gewesen, wenn die Frau OHNE Begleitperson unterwegs gewesen wäre. Der Vergleich zwischen Rollstuhl (Gerät) und Führhund (Tier) hinkt ganz gewaltig, da es um Hygienevorschriften geht.

            Nach den veterinärrechtlichen Vorschriften dürfen grundsätzlich keine Tiere in Lebensmittelgeschäfte etc. mitgebracht werden; die Lebensmittelhygieneverordnungen der Bundesländer bzw. entsprechende Regelungen sehen aber eine Ausnahme für Blindenführhunde vor.

            Allerdings ist hier auch das Hausrecht der Geschäftsinhaber zu beachten! Und da kann man sich auf den Kopf stellen, wie man will…

            Da hätte ich gern mal von Herrn Blankenstein die rechtliche Grundlage für die Mitnahme des Hundes in diesem Falle gesehen!

            Im Schwerbehindertenrecht gilt ein Blindenhund übrigens NICHT als Hilfsmittel, sondern als Hilfe im Arbeitsleben!

          • W.W.25. Juli 2012 at 18:16

            “Vermeidung einer nachteiligen Beeinflussung”

            @Helge Blankenstein:
            Es gibt kein Gesetz, dass eine Netto-Filiale oder ein anderes Lebensmittelgeschäft dazu zwingen könnte, den Blindenhund – insbesondere bei anwesender Begleitperson – ins Geschäft zu lassen. Alles an Bestimmung ist Folgendes:

            http://www.angewandtehygiene.com/gesetze/download/lebensmittelhygieneverodnung.pdf
            (Anhang, Abschnitt I, Punkt 10)

            Ihr Zitat:
            “Das bedeutet, dass der Betroffene entscheidet, wann und wohin er einen Führhund mitnimmt. Nicht etwas Verkäufer, Kunden oder andere Außenstehende.”

            Nein, kann er eben im Zweifelsfall nicht. In den Geschäftsräumen von Netto herrscht das Hausrecht von Netto – selbstverständlich kann die Filialleitung also den Zutritt des Begleithundes auch untersagen. Ob das menschlich und moralisch einwandfreies Verhalten ist, steht auf einem völlig anderen Blatt und lässt sich auch nicht durch die Polizei erzwingen. Auch in Kliniken oder sogar Arztpraxen wird das Ehepaar Uhlig und ihr Hund da an Grenzen stossen – in Krankenhäusern wird der Hund allenfalls in der Lobby warten dürfen und jemand vom Personal wird Frau Uhlig dorthin bringen, wo sie hin muss oder will.

            Diese Regelungen der Hygieneverordnung gelten natürlich nicht für Rollstühle, Rollatoren oder Krücken (sog. “Hilfsmittel”) – ein leider viel zu polemischer Vergleich.

  2. darQue23. Juli 2012 at 18:36Antworten

    und mit dieser aussage und ihrem verhalten haben die menschen von netto absolut recht. was hier geschieht, ist ganz billige meinungsmache. allein schon die reißerischen überschriften und die stark eingefärbte art zu schreiben müssen jedem auffallen. fakt ist, dass dieser frau kein unrecht getan wurde und solche reaktionen unangebracht sind

  3. volkerloss23. Juli 2012 at 20:54Antworten

    Das ist alles sehr interessant,

    die Presse bauscht alles auf. Da ich zu diesem Zeitpunkt dort zufällig einkaufen war,kann ich sagen das mir keine unfreundlichen Mitarbeiter augefallen im Gegenteil eher sehr höflich.

  4. gast24. Juli 2012 at 00:14Antworten

    Ob höflich oder unhöflich: Rauswurf ist Rauswurf.
    “Wir müssen leider draußen bleiben” hätte ohne Problem menschlich geregelt werden können, indem in diesem Fall klar ist, daß es auf Hund und Frauchen NICHT zutreffen kann.

  5. Helge Blankenstein26. Juli 2012 at 18:09Antworten

    Hallo in die Runde,
    mag sein, dass manche Regularien für Menschen mit Behinderungen aus Sicht der, vermeidlichen Mehrheit, unserer Gesellschaft gegenüber als überzogen scheinen. Dennoch muss ich einigem hier geäußerten vehementen Widersprechen.
    Blindenführhunde sind sehr wohl im Hilfsmittelkatalog der GKV verzeichnet. Begleithunde dagegen nicht. Demzufolge gelten auch die damit verbundenen Sonderregelungen. Das bedeutet: Blindenhunude (Hilfsmittel) dürfen in Ladengeschäfte des Lebensmitteleinzelhandels, Krankenhäuser, oder sogar Dialyseräumen mitgenommen werden. Im Übrigen auch im beisein eines sehenden Begleiters.
    Demzufolge hat die/der Filialleiter/in unberechtigter Weise, leider aus fehlendem Wissen heraus, die Frau unzulässig in der selbständigen Teilhabe behindert. Ergo besteht sogar ein Schadensersatzanspruch für die blinde Kundin. Auch wenn die Filialleiterin auf Druck der Kunden gehandelt haben sollte. Die Masse der Ignoranten und „unwissenden Menschen“ rechtfertigt keinesfalls solche Diskriminierungen.
    Da ich kein voreiliger handelnder Mensch bin, habe ich mich bei gesetzgebenden Stellen und Ausbildungszentren für Assistenzhunde informiert.
    Es ist viel Häufiger der Fall, dass durch Unsauberkeit oder mangelnde Hygiene, Lebensmittel mit Bakterien (z.B. Fäkalbakterien) durch Verkaufskräfte oder Kunden kontaminiert werden. Gut ausgebildete Blindenführhunde stecken dagegen ihre Nasen nicht in Dinge. Sie sind halt gut erzogen.
    An WW gerichtet: Kann es sein, dass Sie in einem engen Verhältnis zu NETTO oder EDEKA stehen? Wie anders ist es zu erklären, dass Sie Dinge aus der Luft greifen, sich selber Rechte ausdenken und dann auch noch in der Welt verbreiten? Die vorgegebenen Links sind leider nicht zielführend. Besser ist es sich die rechtlichen Rahmenbedingungen und Grundlagen zu besorgen, durchzulesen und vor allen verstehen wollen.
    Warum wird das einfordern von Rechten behinderter Mitmenschen als überzogen angesehen, während eine egoistische Gesellschaft scheinbar Angst hat unberechtigte Rechtsbereiche zu verlieren?
    Eventuell mal darüber nachdenken?

    • W.W.27. Juli 2012 at 11:32Antworten

      Ihr Zitat: ” Die vorgegebenen Links sind leider nicht zielführend. Besser ist es sich die rechtlichen Rahmenbedingungen und Grundlagen zu besorgen, durchzulesen und vor allen verstehen wollen.”

      Es war ein (1) Link. Bitte liefern Sie doch dann im Gegenzug die rechtlichen Rahmenbedingungen und Grundlagen (als Links)und helfen Sie mir, zu verstehen!*

      Statt mich zu diskreditieren: Ich bin weder Netto noch Edeka verbunden, lebe nicht in Koblenz, aber selbst mit einem Handicap.

      ___

      *Hier für Sie alle als Hilfe, die Gesetzteslage zu verstehen (diese sind durchaus als “zielführend” zu betrachten, obschon sie nichts anderes aussagen als die Bestimmungen, die ich oben als PDF verlinkt habe):

      http://www.behindertenbeauftragter.de/DE/Themen/Barrierefreiheit/Mobilitaet/Hunde.html

      “Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) stellte hierzu fest, dass eine ausdrückliche gesundheitsrechtliche Regelung, die Patientinnen und Patienten das Mitführen von Blindenführhunden und anderen Assistenzhunden in Krankenhäuser, Arztpraxen und vergleichbare Einrichtungen gestattet, zwar nicht existiert; unter Hygieneaspekten lässt sich jedoch festhalten, dass durch verschiedene Veröffentlichungen klargestellt wurde, dass grundsätzlich keine medizinisch-hygienischen Bedenken gegenüber der Mitnahme eines entsprechenden Hundes bestehen.

      Das BMG vertritt somit die Auffassung, dass das Mitführen von Assistenz- und Blindenführhunden in den öffentlich zugänglichen Bereichen von Gesundheitseinrichtungen durchaus möglich ist.”

      “Nach Auskunft des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) in Bezug auf das Lebensmittelhygienerecht, würden weder das europäische noch das nationale Lebensmittelhygienerecht spezifische Vorschriften zur Zulässigkeit des Zutritts von Assistenz- oder Blindenführhunden zu Lebensmittelgeschäften enthalten. Das BMELV vertritt die Auffassung, dass dem Mitführen der Hunde in entsprechende Geschäfte grundsätzlich nichts entgegenstehen würde, da diese als Sonderfall anzusehen seien. Auch die Länder-Arbeitsgruppe für Lebensmittel, Bedarfsgegenstände, Wein und Kosmetika vertritt diese Auffassung.

      Zusammengefasst lässt sich somit feststellen, dass sowohl aus gesundheitlichen als auch hygienischen Gründe keine Einwände erhoben werden können, Assistenz- oder Blindenführhunde in entsprechenden Einrichtungen nicht zuzulassen.”

      Auffassungen und grundsätzliche Unbedenklichkeitsfeststellungen sind keine Gesetze oder rechtlich wirksame Verordnungen.

      Sprich: Es gibt kein Gesetz und keine Vorschrift, das/die sich über das Hausrecht stellt. Ein Schadensersatzanspruch besteht also annahmsweise nicht, zumal es hier alternative Vorschgläge und Möglichkeiten gab, die vom Ehepaar Uhlig abgelehnt wurden. Wie ich schon schrieb: Ob das menschlich und moralisch einwandfreies Verhalten der Netto-Filiale ist, steht auf einem völlig anderen Blatt – lässt sich nicht durch die Polizei oder gar nicht vorhandene gesetzliche Vorgaben erzwingen.

  6. Helge Blankenstein27. Juli 2012 at 12:05Antworten

    Sehr geehrter WW,

    wie Sie oben ausführlich festgestellt haben, gibt es auf Basis der duch Sie aufgeführten Gesetze auch kene Handhabung für die Ausübung des Hausrechtes. Dieses bedarf nämlich einer rechtlichen Basis.

    Damit sind wir uns einig, dass der Rauswurf unberechtigt stattfand. Demzufolge besteht kein Handlungsbedarf das Ehepaar Uhlig zu diskreditieren. Auch das ist bei den hier veröfentlichten Kommenatren getan worden.(Duch verschiedene Beiträge)

    Einzig die handlungsbevollmächtigte Mitabreiterin hat den Lebensmittelkonzern NETTO schlecht vertreten.

    Nochmals die Frage, warum sollen sich Menschen mit Sinnes- und/oder motrischen Einschränkungen immer unterordnen und ihre Rechte nicht nutzen dürfen?

  7. Helge Blankenstein27. Juli 2012 at 15:02Antworten

    Nochmals Hallo in die Runde,

    weitere Infos zu dem hier angegebenen Themenbereich(Blindeführhund) und deren Nutzungsbedingungen in öffentlich zugänglichen Räumen.

    Die Seite http://www.erstfuehrhundhalter.de/allgindex01.php gibt rechtliche, und allgemingültige Rahmenbedingungen verschiedenster Situation “mit Blindenführhund” wieder.

    Alles in allem lässt sich, auch aus diesem Betrachtungswinkel, keinerlei Grundlage für ein Hausverbot erkennen. Vielmehr hätte die Mitarbeiterin die anderen Kuden über diese Dinge informieren müssen. Sicher ist es hilfreicher, wenn Betroffenen, aufgrund weit verbreiteter Wissenlücken, Schriftstücke mit erklährenden Inhalt mit sich führen würden.Andererseits wäre aus auch hilfreich, wenn die die Unternehmen, hier Lebensmittelkonzerne, ihr Personal besser informieren würden. Schließlich sind die Unternehmen auf Kunden angewiesen. Nicht aber Betroffene auf spezielle Lebensmittelgeschäfte. Es wäre ein erster Schritt zur “inklusiven Gesellschaft”.

  8. Bert Bohla5. August 2012 at 18:06Antworten

    Zitat W.W.:

    “In den Geschäftsräumen von Netto herrscht das Hausrecht von Netto – selbstverständlich kann die Filialleitung also den Zutritt des Begleithundes auch untersagen.”

    Nein, das kann die Filialleitung eben gerade nicht. Im quasi-öffentlichen Bereich eines Ladengeschäftes gilt das Hausrecht nur eingeschränkt und für eine Zutrittsverweigerung müssen stichhaltige Gründe vorliegen – die Begleitung eines Rehabilitationshundes ist _kein_ solch Stichhaltiger Grund, völlig egal dabei, ob der Halter des betreffenden Hundes allein einkauft oder in Begleitung.

    Ich empfehle als interessante Lektüre dazu:

    http://www.ferner-alsdorf.de/2010/09/hausverbot-im-supermarkt/

    Ein Führhund ist mit seinem Halter als Einheit zu betrachten, ganz genau wie ein Rollstuhl mit seinem Insassen. Der Führhund wurde vom Arzt als notwendiges Hilfsmittel für die Mobilität verordnet und von der Krankenversicherung finanziert. Aber auch wenn ein Rehabilitationshund – hier wären auch noch andere zu nennen, z.B. Begleithunde für Gehörlose, Epileptiker, Diabetiker, Rollstuhlinsassen – nicht von der Kasse finanziert wurde, ist dem Gespann mit seinem Hund Zutritt zu gewähren. Es empfiehlt sich in diesem Zusammenhang, sich ruhig auch mal mit der UN-Behindertenrechtskonvention vertraut zu machen, die von unserer Republik als verbindlich anerkannt wurde, nur leider noch längst nicht umfassend in nationales Recht umgesetzt wurde.

  9. SUSANNE19. Juli 2013 at 19:46Antworten

    hallo erstmal,

    dieses thema ist zwar schon ca ein jahr her aber ich muss trotzdem mal meine meinung dazu los werden.

    ich habe selber eine junge hunde dame welche mir hilft, ein laminiertes schriftstück meines arzt und anderer stellen dabei das sie ständig bei mir sein muss. dazu die gesetzgebung dabei.
    ABER TROTZDEM werden wir immer wieder willkürlich aus geschäften rausgeschmissen.
    z.b. die eine woche erlaubt bei rossman die verkäuferin das ich sie mich rein nehme und 6 tage später werden wir so heftig von der gleichen verkäuferin rausgeschmissen das andere kunden sich heftigst aufregen und lautstark sich dazu äußern ” nie wieder in diesen scheiss laden einzukaufen”.
    das gleiche letztes jahr bei sky, da wurde dann vom makrtleiter gesagt sie wollen eh “solche” kunden nicht haben. damit meinte er auf nachfrage von mir, rollstuhlfaher, blinde, taube usw.

    im recht ist man wenn man seine blindenhund bzw gleichgestellten begleithund mit nehmen will, es ist aber leider kaum bekannt. man sollte die probleme welche durch unwissende, intolerante menschen entsteht viel mehr öffentlich machen.

    nun dazu das hunde schmutz mit bringen in den markt, ersten haben vor-schreiber recht, diese hunde stecken ihre nase nicht in lebensmittel aber niemand schmeisst kunden raus die in die brötchentheke husten oder niesen oder mit dreckigen händen reinfassen.

    mein hund geht mit in arztpraxen oder sogar mit in die charitre in berlin. nur ein paar beispiele.

    jetzt noch was zum überlegen die marktleiterin hätte auch verlangen können das die frau draußen ihren mann “abstellt” wenn es ein problem wäre wenn eine person mit blindenführhund zusätzlich noch ne begleitung hat.
    aber auf die idee kam man wohl nicht da vorraus gesetzt wird das eine körperlich eingeschränkter mensch eh nicht entscheiden darf ob er selbststädnig einkaufen will oder ihm von einer fremden person gesagt wird welche hilfe man nun zu benutzen hat.

    was ein vorschreiber meinte von wegen niemand sagt zu einem rollifahrer mit begleitperon das er getragen werden soll wenn der rolli unerwünscht ist.
    UND JA DAS IST GENAU DAS GLEICHE

    ich finde es wirklich super das es hier diese seite gibt und jemand endlich mal darauf aufmerksam macht welche probleme schwerbehinderte bzw körperlich eingeschränkte menschen immer wieder haben und welche ignoranz ihnen entgegen kommt.

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