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Teal Sherer: Mein behindertes Leben

Die querschnittgelähmte US-Schauspielerin ist ab 31. Juli Star ihrer eigenen Comedy auf YouTube: „My Gimpy Life“.

Teal Sherer (Foto: Privat)

Dustin Hoffman und Teal Sherer (Foto: privat)

Die 31-jährige Teal Sherer ist (noch) kein Superstar, aber eine der bekanntesten Rollstuhlfahrerinnen in den Vereinigten Staaten. Sie hat es geschafft, sich in Hollywood einen Namen zu machen: als Schauspielerin, Produzentin – und „Aktivistin für Künstler mit Behinderung“, wie sie sich bezeichnet.

Sie ist Mitglied von „I AM PWD“, einer amerikanischen Initiative für Inklusion in Kultur und Medien. PWD steht für „People with Disability“.

Dass Sherer sich dieser Aufgabe verschrieben hat, kommt nicht von ungefähr: Seit ihrem 14. Lebensjahr ist sie aufgrund eines Autounfalls Paraplegikerin. Mit drei Schulfreunden war sie am Tag der Arbeit auf dem Weg zu einem Feuerwerk gewesen.

Die Hexe auf vier Rädern

Sie wuchs in der Nähe von Knoxville auf, der mit ungefähr 180.000 Einwohnern drittgrößten Stadt des US-Bundesstaates Tennessee. An ihre Kindheit erinnert sie sich noch gut. Teal hat im Englischen mehrere Bedeutungen, zwei davon sind „blau-grün“ und „Krickente.“ Sherer erzählt: „Die meisten Leute denken, ich habe meinen Namen bekommen, weil meine Augen so blau sind. Die Wahrheit ist, ich wurde nach der Entenart benannt, die mein Vater bevorzugt jagte. Kein Witz, mein Vater benannte mich nach einem Tier, das er zu töten liebte.“

Tanzgruppe “Full Radius Dance”

Sherer ist einer großen Fangemeinde im Internet durch ihre Rolle in der preisgekrönten Serie „The Guild“ bekannt. Sie spielte Venom, eine Hexe auf vier Rädern. Die erstmals am 27. Juni 2007 ausgestrahlte Sitcom für Anhänger von Online-Rollen-Fantasie-Spielen besteht aus drei- bis zehnminütigen Episoden, die ausschließlich im Internet zu sehen sind und die Alltägliches und Bemerkenswertes aus dem Leben einiger Mitglieder der Computerspiel-Gilde „The Knights of Good“ aufgreifen. „The Gild“ gehört zu den zehn erfolgreichsten US-Serien, die ausschließlich im World Wide Web liefen.

Und nicht zu vergessen: Sherer ist vielseitig und seit jeher “inklusiv” – sie gehörte viele Jahre „Full Radius Dance“ an, einer US-Tanzgruppe mit behinderten und nichtbehinderten Akteuren.

Mit Humor: Kampf gegen Hürden und Vorurteile

Im vergangenen Jahr produzierte Teal Sherer das Bühnenstück „The Proof“, das im NoHo Arts Center in Los Angeles aufgeführt wurde. Sie übernahm auch gleich die Hauptrolle der Catherine – als erste behinderte Schauspielerin, wie sie betont. Das Theaterstück von David Auburn aus dem Jahr 2000, das auch verfilmt wurde („Der Beweis – Liebe zwischen Genie und Wahnsinn“), behandelt das Psycho-Drama eines genialen Mathematikprofessors und seiner Tochter.

Teal Sherer hat also viel zu erzählen – nicht zuletzt deshalb, weil selbst eine Powerfrau wie sie mit Hürden und Vorurteilen zu kämpfen hat. Mehr darüber erfahren Zuschauer ab 31. Juli, wenn die vermeintliche Krickente auf ihrem YouTube-Kanal eine Comedy-Webserie über ihr Leben als querschnittgelähmte Schauspielerin in Hollywood startet: „My Gimpy Life“, wörtlich übersetzt: Mein behindertes Leben. Die Botschaft des Trailers (siehe unten) versteht man auch dann, wenn man kein Englisch kann: Wir sind nicht behindert, sondern wir werden behindert. Und zwischendurch kann das sogar ganz lustig sein.

Dankeschön! Wir sind auf dieses Thema aufmerksam geworden durch einen Hinweis von ROLLINGPLANET-Leser Thomas.

Trailer

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