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Kultig – und bald hoffentlich auch behindertengerecht: Deutschlands ältester Kinozweckbau wird renoviert

Bürger/Burger engagieren sich ehrenamtlich, damit die legendäre Filmbühne weiterbestehen kann – noch aber fehlt das Geld für ein barrierefreies Foyer. Von Maike Hagedorn

Hinweis "Wir bauen um"

Kino geschlossen: Sommerpause wegen Umbaus (Foto: Burg Theater)

Ein paar orangefarbene Farbfetzen erinnern an den ursprünglichen Farbton der Decke des Kinosaals. Direkt daneben zeugen große graue Kreise von den Wasserschäden, die das Dach zuletzt erlitt. Trotz der Alterserscheinungen des 100 Jahre alten Kinos “Burg Theater” in Burg bei Magdeburg wirkt es gemütlich mit seinen roten Barsesseln und den alten Lampen. Die Notwendigkeit einer Renovierung ist nur zu offensichtlich.

Dank des ehrenamtlichen Engagements des Betreibervereins des Kinos “Weitblick”, den von ihm gesammelten Spenden, und den Fördergeldern der Stadt kann nun Abhilfe geschaffen werden. 150.000 Euro sind zusammen gekommen, mit denen nun der erste Bauabschnitt finanziert werden kann. “Unsere Mittel reichen aus für das Dach des Kinos, den Rohbau des neuen Anbaus und die Bar”, sagt Sebastian Bethge, der sich als Vorstandsmitglied des Vereins um den Umbau kümmert. Mit dem symbolischen Spatenstich gestern wurde ein weiterer Schritt getan. Mitte September sollen die Arbeiten am ersten Bauabschnitt abgeschlossen sein und wieder Filme gezeigt werden.

Verein braucht noch weitere Spenden

Rote Stühle und Gäste

So sah es bisher im Foyer aus (Foto: Burg Theater)

Der alte Anbau, in dem sich vorher die Bar befand, wurde in den vergangenen Wochen abgerissen. Im neuen Anbau, der mit 130 Quadratmetern mehr als doppelt so groß werden soll, sollen neben der Bar auch Lager und eine Garderobe ihren Platz finden. Langfristig will der Verein auch die Toiletten in den Anbau verlegen, sodass das Foyer vergrößert werden kann. “Wir brauchen noch weitere Gelder”, sagt Bethge. Für den Bau der Toiletten und des Foyers, die barrierefrei gestaltet werden sollen, sei das Geld noch nicht zusammengekommen.

Vor drei Jahren stand das Kino, das nach Betreiberangaben der älteste durchgängig betriebene Kinozweckbau ist, kurz vor dem Aus. (Definition eines Zweckbaus laut Enzyklo: “nur für einen bestimmten Zweck errichteter [und daher sehr einfacher und oft unschöner] Bau”). Doch die Burger/Bürger hingen an ihrem Kino und wollten die Schließung nicht kampflos hinnehmen. Sie schlossen sich zusammen und gründeten den Verein “Weitblick”, der den Kinobetrieb mit ehrenamtlichen Helfern übernahm. “Im ‘Burg Theater’ machen Menschen nicht mit, sondern übernehmen Verantwortung”, sagt die Vereinsvorsitzende Daniela Bethge. 55 Mitglieder hat “Weitblick” inzwischen. Davon arbeiten 35 im Kinobetrieb und 20 unterstützen als Fördermitglieder den Verein mit Spenden.

Kino ist bei allen Generationen beliebt

Aktuelle Renovierungsarbeiten

“Für mich als Burger ist es wichtig, dass meine Kinder keine weiten Strecken fahren müssen, um einen Film sehen zu können”, sagt Andreas Pichotka, der seit zwei Jahren dreimal im Monat ehrenamtlich als Filmvorführer im Kino arbeitet. Der 45-Jährige kennt das Kino seit seiner Kindheit und verbindet viele Erinnerungen mit dem Saal. “Das Kino ist von der ganzen Atmosphäre und seinem Charme einmalig”, schwärmt er.

Mehrere Generationen seiner Familie sind mittlerweile Kunde des “Burg Theaters”. Seine 75-jährige Mutter, seine 24-jährige Tochter und seine sechsjährige Enkeltochter besuchen alle 14 Tage die Freitagnachmittagvorstellung. “Hier werden auch Filme angeboten, die nicht nur reine Hollywood-Actionfilme sind”, meint Pichotka. Zudem schaffe der persönliche Empfang eine ganz andere Atmosphäre als dies in den großen, modernen Kinos der Fall sei.

(dapd)

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