Inklusion in Hessen: 1.500 Förderschullehrer an Regelschulen

Am kommenden Montag beginnt das neue Schuljahr in Hessen. Was bedeutet das für junge Behinderte?

Nicola Beer (Pressefoto)

Die hessische Kultusministerin Nicola Beer sieht die Schulen des Landes gut gerüstet für das neue Schuljahr. Die Lehrerversorgung in Hessen sei nie besser gewesen, sagte die FDP-Politikerin heute in Wiesbaden.

Gleichzeitig wurde deutlich, dass der neuen Ministerin schulpolitisch ein heißer Herbst bevorsteht. Entscheidungen stehen an über eine weitere Reform der Gymnasien, über islamischen Religionsunterricht und die Einrichtung eines Landesschulamtes.

Der gemeinsame Unterricht behinderter und nicht behinderter Kinder sei mit einer neuen Verordnung geregelt, sagte die Ministerin. Das Land setze 1.500 Förderschullehrer an Regelschulen ein. Daneben blieben die Förderschulen erhalten. Die Grünen befürchten trotzdem Probleme, wenn Eltern behinderte Kinder auf Regelschulen schicken wollen: „Frau Beer weiß ganz genau, dass sich jederzeit mit Verweis auf fehlende Mittel über den Elternwillen hinweggesetzt werden kann.“

Antrag auf islamischen Unterricht

Inklusion soll es künftig auch für eine andere Gruppe geben: Ihr Ministerium prüft derzeit Anträge von Ditib und Ahmaddiya auf islamischen Unterricht und theologische sowie juristische Gutachten dazu, so Beer. Bei diesem verwaltungsrechtlichen Vorgang liege die Entscheidung nicht im Landtag oder im Kabinett, sondern im Kultusministerium, sagte die Politikerin. Sie kündigte eine Entscheidung für Herbst an, ohne einen Termin zu nennen. Ab Sommer 2014 könne voraussichtlich an ersten Schulen Islam-Unterricht erteilt werden.

„Hessens Schulen geht es gut“, bekräftigte Beer, die das Ministeramt Anfang Juni von Dorothea Henzler (FDP) übernommen hat. Gut ein Jahr vor der Landtagswahl in Hessen soll die ehemalige Europa-Staatssekretärin der Schulpolitik der Regierung mehr positive Aufmerksamkeit verschaffen. Die Oppositionsparteien nannten Beers Auftritt enttäuschend: Sie bleibe Antworten schuldig und setze keine eigenen Akzente.

(dpa)

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