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„Starbuck“: Nimm jedes Kind, wie es ist – auch wenn es Raphael heißt

Am Donnerstag (16.8.) kommt eine Komödie über einen anonymen Samenspender in die Kinos, der hoffentlich ein Überraschungserfolg wie „Ziemlich beste Freunde“ wird. Eine Kritik von Carola Große-Wilde.

Starbuck (Patrick Huard als David) im Fußball-Stadion (Foto: Ascot Elite)

Hätten Sie es gewusst? 7 Fortpflanzungs-Fakten

1. Kreuzt man einen männlichen Löwen mit einem weiblichen Tiger, erhält man einen sogenannten „Liger“ – bei männlichem Tiger und weiblichem Löwen nennt sich der Nachwuchs „Töwe“. Auch andere Großkatzen lassen sich kreuzen („Leopon“, „Tigard“, „Leguar“…)

2. Eine weibliche Hausmaus kann bis zu 10 mal pro Jahr gebären. Die durchschnittliche Anzahl liegt pro Wurf bei sechs bis acht Mäuschen – macht pro Jahr also bis zu 80…

3. Und die unbefleckte Empfängnis gibt es doch – jedenfalls bei Tieren. „Parthenogenese“ heißt bei ihnen die Fortpflanzung ohne Partner. Die lästige Partnersuche entfällt unter anderem bei Krebsen, Schnecken, Echsen und einigen Schlangen- und Hai-Arten.

4. Kerle, Pech gehabt: Weibliche Wespenspinnen fressen nach dem Liebesakt ihre Männchen auf, falls diese nicht rechtzeitig flüchten.

5. Männliche Breitfuß-Beutelmäuse enden ebenfalls tragisch: Während der Paarungszeit kommt es bei ihnen zu einem todbringenden Anstieg der Stresshormone, weshalb alle Männchen nach der Fortpflanzung sterben.

6. Bei Seepferdchen werden nicht die Weibchen, sondern die Männchen trächtig.

7. Da kann man richtig neidisch werden (oder sich freuen, dass wir uns so einen Stress nicht antun): Paarungsbereite Löwen treiben es täglich bis zu 40 mal pro Tag.

Jetzt aber zum Film, wir sind ja Menschen

Ab 16. August in den Kinos: “Starbuck” (Foto: Asco Elite)

Ein steriles Zimmer: ein Tisch, ein Stuhl, ein paar Pornohefte. „Wenn Sie fertig sind, melden Sie sich“, sagt die Arzthelferin trocken. Der junge Mann, Anfang 20, dunkler Typ, gibt sich sichtlich Mühe. Zunächst ohne Erfolg – doch dann stöhnt er das erlösende „Ohhhh!“ durch den Raum.

20 Jahre später. David sitzt zusammen mit seinem Bruder in der familieneigenen Metzgerei Wozniak. „Krieg’ niemals Kinder“, gibt dieser ihm mit auf dem Weg, als er genervt mit seiner Frau telefoniert. Doch dieser Ratschlag kommt zu spät: Ohne es zu wissen, ist David bereits Vater von mehr als 500 Kindern – die er als anonymer Samenspender Starbuck gezeugt hat.

So beginnt die turbulente kanadische Komödie „Starbuck“. Ihr Anti-Held David ist ein typischer Loser, der sein Leben nicht auf die Reihe kriegt. Ohne berufliche Perspektive verdient er sein Geld als Fahrer in der Metzgerei seiner Brüder. Nebenbei versucht er Hanf anzubauen, schuldet dubiosen Typen Geld und meldet sich nur sporadisch bei seiner Freundin.

Als diese schwanger wird, möchte sie das Kind lieber alleine großziehen, als auf ihren verantwortungslosen Freund zu bauen. „Du bist ein freier Mann. Du willst kein Kind“, meint sie lakonisch. Doch es soll anders kommen.

Was ist im Leben wirklich wichtig?

Plötzlich steht unerwartet ein Anwalt vor Davids Tür. „Sie haben von 1988 bis 1990 Samen gespendet. Daraus sind 533 Kinder entstanden, von denen 142 sie kennenlernen wollen.“ Aus diesem ungewöhnlichen Plot macht Regisseur Ken Scott einen herzerwärmenden Wohlfühl-Film, der der Frage auf den Grund geht, was im Leben wirklich wichtig ist.

David, plötzlich mit der Entscheidung konfrontiert, ob er Verantwortung übernehmen will oder nicht, sucht heimlich ein paar der inzwischen erwachsenen Kinder auf und mischt sich in ihr Leben ein – mit ungeahnten Folgen für beide Seiten.

Da ist der Fußballstar, dem er bei einem Spiel zujubelt, ein angehender Schauspieler, für den er als Barmann einspringt und die drogenabhängige Tochter, die er rettet und ins Krankenhaus bringt. Die Begegnungen mit seinen Kindern sind etwas ins Utopische stilisiert, aber das tut ihrer positiven Botschaft keinen Abbruch. „Ich habe seit vier Tagen nicht geschlafen und ich war noch nie glücklicher“, stellt David fest und beschließt, für seine Kinder „eine Art Schutzengel“ zu sein – auch für den schwerbehinderten Raphael, der im Rollstuhl sitzt.

Jedes Kind annehmen, wie es ist

Der Film – hoffentlich ein Überraschungserfolg wie „Ziemlich beste Freunde“ – transportiert einfache Botschaften wie „Man muss jedes Kind so annehmen, wie es ist“ ohne dabei je ins Kitschige abzudriften. Dafür sorgen vor allem die herausragenden Schauspieler, allen voran Patrick Huard als David, dem man seine Wandlung vom Taugenichts zum treu sorgenden Vater sofort abnimmt. Auch die anderen Rollen sind mit Julie LeBreton als Freundin und Antoine Bertrand als Freund und Anwalt gut besetzt.

Als es am Ende zur Gerichtsverhandlung kommt, muss David sich entscheiden: Bleibt er anonym oder wagt er das Abenteuer Großfamilie?

(dpa/Quelle 7 Fakten: We want Media)

Trailer

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