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Paralympics 2012: Warum Großbritannien den Behindertensport so ernst nimmt

Der Behindertensport hat in diesem Land einen hohen Stellenwert. Nach Olympia wird aufgeräumt, doch Schluss mit dem Sportspektakel ist in London noch lange nicht: in zwei Wochen gehen die 14. Paralympics los. Von Michael Donhauser und Britta Körber

Der britische Sportfunktionär und Politiker Sebastian Newbold Coe gewann als Mittelstreckenläufer vier olympische Medaillen, davon zwei goldene im 1500-Meter-Lauf bei den Olympischen Sommerspielen 1980 und 1984. Darüber hinaus stellte er acht Weltrekorde auf.

„Wir haben erst die Hälfte geschafft“, sagte Sebastian Coe nach dem Ende der olympischen Spiele. Der Mann, der seit zehn Jahren für „sein“ Olympia in London wie ein Berserker kämpft und arbeitet, ist ein Fan der Paralympics. In den nächsten 14 Tagen wird der Olympia-Park im Londoner East End für das Welttreffen des Behindertensports hergerichtet.

Für die ausverkaufte Eröffnungsfeier am 29. August (live in der ARD) haben sich Queen Elizabeth und Bundespräsident Joachim Gauck angekündigt. 4200 Athleten messen an elf Wettkampftagen ihre Kräfte in 20 Sportarten an 19 Wettkampfstätten. In vielen Fällen können sie die selben Stadien nutzen wie die nicht-behinderten Athleten. In einigen Fällen sind aber Um- oder sogar komplette Neubauten notwendig. So gibt es etwa für das Rollstuhl-Tennis eine eigene Arena – auf dem Wimbledon-Rasen hätten sich die Rollstühle festgefahren.

Das ganze Jahr über sportliche Höchstleistungen

2,5 Millionen Zuschauer werden in London zu den Paralympics erwartet – mehr als je zuvor bei Behinderten-Weltspielen. 6.500 Journalisten werden von den Paralympics berichten. Der Behindertensport hat besonders in Großbritannien einen hohen Stellenwert. Das liegt auch an den vielen Kriegsversehrten. Afghanistan-Veteranen, denen als Kriegsfolgen Beine oder Arme amputiert werden mussten, treten das ganze Jahr über zu sportlichen Höchstleistungen an.

Im vergangenen Jahr ging ein Trupp Afghanistan-Versehrter zum Nordpol. In diesem Jahr unternahm dieselbe Gruppe einen Angriff auf den Mount Everest – scheiterte aber am höchsten Berg der Erde wegen Lawinengefahr. Großbritannien war auch das Land, das 1948 in Mandeville erstmals überhaupt ein Behinderten-Olympia austrug. Nach dem Ort ist in diesem Jahr das Paralympics-Maskottchen benannt.

Oscar Pistorius ist jetzt schon der Publikumsliebling

Der zweifach beiamputierte Südafrikaner Oscar Pistorius, der sich das Startrecht für Olympia erstritten hatte, avancierte schon während der Olympischen Spiele zum Publikumsliebling – obwohl er im Halbfinale über 400 Meter nur Letzter wurde.

Die deutsche Mannschaft wird mit 150 um 20 Athleten kleiner sein wird als in Peking, wo man Elfter in der Nationenwertung wurde. „Vorn im Medaillenspielgel werden sicher China, die USA und Großbritannien mit dem Rückenwind als Gastgeber sein“, sagt der deutsche Chef de Mission, Karl Quade.

ARD und ZDF werden mit fast 70 Stunden doppelt so viel berichten wie vor vier Jahren. 2008 waren es nur 30 Stunden.

(dpa)

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