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Weil er nicht richtig Pipi machen kann: Prinz Philip sagt Paralympics-Eröffnungsfeier ab

Bundespräsident Gauck hingegen ist blasenbeschwerdenfrei und kommt ganz bestimmt, sagt sein Büro. Außerdem: Eine Querschnittgelähmte sorgt erneut für Schlagzeilen.

Da war die Blase des Herrn Gemahl noch okay: Queen Elizabeth II und Prinz Philip (Foto: Tony Marshall, PA/AP/dapd)

Queen-Ehemann Prinz Philip, der sich weiter von einer Blasenentzündung erholt, wird nicht an der Eröffnungsfeier der Paralympics teilnehmen. Das berichtete der Palast heute in London mit. Der Herzog von Edinburgh hätte an der Seite seiner Frau Elizabeth II am kommenden Mittwoch im Olympiastadion sein sollen, wo sie die Behinderten-Weltspiele eröffnet. Stattdessen wird der 91-Jährige nun auf der königlichen Sommerresidenz im schottischen Balmoral bleiben. Er sei nach seinem Rückfall jedoch „weiter auf einem guten Weg der Besserung“, hieß es in der Mitteilung.

Die Erkrankung war bereits im Juni während des Diamantenen Thronjubiläums der britischen Königin aufgetreten und stationär behandelt worden. Philip hatte deshalb einen Teil der Feierlichkeiten verpasst und auch seinen Geburtstag in der Klinik verbringen müssen. Nach einem Rückfall war er erneut fünf Tage im Krankenhaus, ist aber seit Anfang dieser Woche wieder zu Hause. Der Palast hatte von einer „Vorsichtsmaßnahme“ gesprochen.

Gauck besucht Paralympics-Eröffnungsfeier

Bundespräsident Joachim Gauck hingegen wird – Stand heute – dabei sein. Das bestätigte gestern das Bundespräsidialamt. Kurz vor der Eröffnungsfeier der zweitgrößten Sportveranstaltung der Welt (29. August bis 9. September), bei der bis zu 80.000 Zuschauer im Londoner Olympiastadion erwartet werden, trifft sich Gauck bei einem kurzen Empfang mit Queen Elizabeth II.

Sein Engagement für den Behindertensport zeigte der 72-Jährige zuvor bereits mit der Übernahme der Schirmherrschaften für den bundesweiten Schulsportwettbewerb „Jugend trainiert für Paralympics“ und die Blindenfußball-Bundesliga 2013. Seine Lebensgefährtin Daniela Schadt ist Schirmdame des Journalisten-Preises „German Paralympic Media Award“.

Derweil wurde heute Morgen das paralympische Feuer auf dem Trafalgar Square in London entzündet. Der britische Premierminister David Cameron, Londons Bürgermeister Boris Johnson und Paralympics-Organisationschef Sebastian Coe wohnten der feierlichen Zeremonie bei.

„Nach vierzehn Tagen olympischer Entzugserscheinungen ist es jetzt Zeit, die Großbritannien-Flaggen zu entstauben und sich fertig zu machen für zwei weitere Wochen spektakulären Sports“, sagte Cameron. Johnson gab die Anweisung zur Befestigung des riesigen Paralympics-Symbols Agitos an der Tower Bridge und sagte: „London ist bereit, Geschichte zu schreiben und die erfolgreichsten Paralympics auszurichten, die es je gab.“

Londoner feiern Claire Lomas und das paralympische Feuer

Claire Lomas beim London-Marathon (Foto: KAWA)

Die seit einem Reitunfall vor sechs Jahren querschnittsgelähmte Rollstuhlfahrerin Claire Lomas – die den diesjährigen London-Marathon in 16 Tagen mit Hilfe eines bionischen Geh-Anzuges bewältigt hatte und dabei über 100.000 Euro Spendengelder für die Forschung sammelte – entzündete mit einer Fackel das Feuer in einem silberfarbenen Kessel. Nach der Initial-Entzündung der paralympischen Flammen auf den höchsten Gipfeln von Nordirland, Wales, England und Schottland am Mittwoch weckte die Begrüßung des Feuers in London nun weitere Vorfreude auf den 24-stündigen Fackellauf am kommenden Dienstag.

Von Stoke Mandeville aus, wo die Idee der Paralympics 1948 entstanden war, wird das Feuer an berühmten Sehenswürdigkeiten Londons vorbeigetragen – mit der Eröffnungsfeier im Olympiastadion am Mittwochabend als Endstation.

(dpa/dapd)


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