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20 Gründe, warum uns die Paralympics auf den Wecker gehen

In wenigen Stunden starten die XIV. Paralympics in London 2012 (29. August bis 9. September 2012). Hier gibt es Buhrufe.

Die britische Athleten Jodie Cundy, Simon Munn, Ellie Simmons, Steve Brown,
Jonny Peacock, Claire Cashmore, David Clark und Hannah Cockcroft werben für die Paralympics

1. Weil wir Sport sowieso grundsätzlich doof finden.

2. Uns werden Menschen als Superstars präsentiert, von denen wir noch nie etwas gehört haben.

3. Weil wir in wenigen Wochen nie wieder etwas von diesen Superstars hören werden.

4. Weil der einzige echte Supersupersuperstar nicht für Deutschland rennt, sondern für Südafrika (Oscar Pistorius).

5. Wir würden im Fernsehen lieber 65 Stunden Fußball als Paralympics gucken.

6. Weil die BILD-Zeitung keine Ahnung hat und in ihrer Liste der fünf möglichen Superstars (Alex Zanardi, Wojtek Czyz, Oscar Pistorius, Marianne Buggenhagen) wichtige Namen und Medaillenhoffnungen vergessen hat (z.B. Heinrich Popow, Vanessa Low, Kirsten Bruhn, Michael Teuber, deutsche Rollstuhlbasketballerinnen usw.).

7. Weil kein Außenstehender die 1 Mio. verschiedenen Klassifizierungen der Sportler begreift.

8. Wir finden es furchtbar, dass plötzlich 150 deutsche Sportler mehr als 10 Millionen Menschen mit Behinderung repräsentieren sollen.

9. Weil uns die Medien in den kommenden Tagen ständig Superbehinderte (BILD: „Handicap-Helden“) zeigen, die mit dem Alltag wenig zu tun haben. Das Motto der Briten lautet: „Meet the Superhumans“. Und weil wir sowieso ständig neidisch sind, sind wir lieber auf Nichtbehinderte als auf Behinderte neidisch.

Tower Bridge in London: Was für Olympia die Ringe, ist für die Paralympics die Kombination aus den drei bunten Streifen (Foto: dpa)

10. Weil man in diesen Tagen behinderte Menschen nicht doof finden darf, obwohl es auch viele unausstehliche Behinderte gibt.

11. Weil wir vor dem steilen Berg niemand mehr fragen können, ob er uns hinaufschiebt („Fauler Sack, guck dir doch mal die Paralympics-Sportler an, die schaffen das ja auch“).

12. Weil wir uns ärgern, dass wir selbst nicht so sportlich sind.

13. Weil man mit dem vielen Geld für den Behindertensport so viele schöne andere Dinge machen könnte.

14. Weil sich an der gesellschaftlichen Situation von Menschen mit Behinderung nichts ändert.

15. Weil der Zoff um die Höhe der Prämien für Paralympics-Medaillengewinner zeigt, dass – obwohl alle behaupten, Menschen mit und ohne Behinderung seien gleich – wir eben nicht gleich behandelt werden.

16. Weil sich Wojtek Czyz so undiplomatisch über die Erhöhung der Prämien beschwert hat („Das können sie sich sparen”), dass nun alle glauben, dass Behinderte nur auf Kohle aus und undankbar sind.

17. Weil uns Sportmuffel, die noch nie eine Sporthalle von innen gesehen haben, erklären, warum wir die Paralympics blöd finden müssen.

18. Weil der Deutsche Behindertensportverband (DBS) auf ganz groß macht, aber nicht gewillt ist, kritische ROLLINGPLANET-Fragen zu beantworten.

19. Weil es derzeit unglaublich schwierig ist, Sponsoren für Projekte zu finden („Wir haben schon alles für die Paralympics ausgegeben“).

20. Weil wir unseren ursprünglich geplanten London-Urlaub wegen des Trubels und der teuren Hotels schon früh absagen mussten.

20 Gründe, warum wir uns auf die Paralympics freuen


Zum Magazin ROLLINGPLANET PARALYMPICS 2012


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2 Kommentare

  1. Rupert Renner30. August 2012 at 11:41Antworten

    Frage an Rollingplanet:

    Paralympics sind die Olympiade der Behinderten,
    sind alle Teilnehmer auch behindert ?
    Begründung der Frage:
    Im Rollstuhlbasketball ist es schon längst üblich, dass Fußgänger daran teilnehmen und Rollstuhlbasketball ist auch Disziplin in den Paralympics

    • Rollingplanet30. August 2012 at 12:17Antworten

      Nichtbehinderte Fußgänger dürfen an nationalen, aber nicht an internationalen Wettbewerben im Rollstuhlbasketball teilnehmen.

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