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20 Gründe, warum wir uns auf die Paralympics freuen

In wenigen Stunden starten die XIV. Paralympics in London 2012 (29. August bis 9. September 2012). Hier gibt es Beifall.

Die britische Athleten Jodie Cundy, Simon Munn, Ellie Simmons, Steve Brown,
Jonny Peacock, Claire Cashmore, David Clark und Hannah Cockcroft werben für die Paralympics

1. Weil wir uns immer freuen, wenn wir unsere deutsche Fahne aus dem Fenster hängen können.

2. Weil die Paralympics nach Hause kommen (Stoke Mandeville) und an den großen, deutschen Arzt Sir Ludwig Guttmann erinnern, der vor den Nazis flüchten musste und als Vater der Behindertenspiele und modernen Rehabilitation Querschnittgelähmter gilt.

3. Weil die Paralympics eine sensationelle Entwicklung genommen haben und Rekordzahlen liefern, die noch vor fünf Jahren niemand für möglich gehalten hat. Als 1948 in London die ersten olympischen Spiele nach dem 2. Weltkrieg ausgerichtet wurden, muss das für die vielen tausend Kriegsversehrten wie ein Schlag ins Gesicht gewesen sein. Höher, schneller, weiter? Nicht mehr mit ihnen. Im englischen Aylesbury wollte der vor dem Krieg aus Deutschland emigrierte Neurologe Sir Ludwig Guttmann den Mutlosen ihren Lebenswillen zurückgeben und initiierte die „Stoke Mandeville Games“: 16 Querschnittsgelähmte traten im Bogenschießen gegeneinander an. Das war der Anfang. Und heute? 4.200 Athleten, 162 Nationen, 20 Sportarten, 503 Medaillenentscheidungen, über 2 Mio. verkaufte Tickets, 65 Stunden bei ARD/ZDF. Sensationell.

4. Weil wir in der Kneipe plötzlich über einen Weltrekord oder einen Sieg jubeln können und eine Runde schmeißen, während alle anderen entgeistert gucken und sich fragen, warum wir so ausflippen, als wäre Deutschland gerade Fußball-Weltmeister geworden.

5. Weil erstmals seit 2000 wieder sogenannte geistig behinderte Menschen an den Paralympics teilnehmen dürfen, nachdem damals spanische Betrüger auf behindert machten und Basketball-Gold gewannen.

6. Weil Jan Haller, Mitglied der deutschen Rollstuhlbasketball-Nationalmannschaft, vor kurzem sein journalistisches Talent entdeckt hat, wie dieser dramatische Artikel beweist, und nun erstmals ein richtig großes Ereignis erlebt, über das er in der Halbzeit einige Tweets ins Internet jagen könnte.

7. Weil Andreas Joneck, Geschäftsführer des RSV Lahn-Dill (Rollstuhlbasketball) und schreibendes und fotografierendes Mitglied des Presseteams des Deutschen Behindertensportverbandes, wahrscheinlich einen Weltrekord im Schreiben von Presseartikeln aufstellen wird.

8. Weil die Briten zeigen, wie man die besten Paralympics aller Zeiten macht. Das kann nur funktionieren, wenn man – wie in Großbritannien – den Behindertensport nicht nur für ein Großereignis wichtig nimmt, sondern ihn schon lange als gesellschaftliche und patriotische Verpflichtung versteht.

9. Weil wir uns darauf freuen, dass Oscar Pistorius nicht wieder als Letzter ins Ziel hoppelt, sondern garantiert als Erster allen davon rennt.

10. Weil uns keine deutschen Funktionäre mit dem Hinweis nerven, dass Oscar Pistorius wegen seiner Hightech-Prothesen Vorteile hat.

11. Weil bei dem geballten Medieninteresse immer etwas hängen bleibt – nicht nur zugunsten des deutschen Behindertensports, sondern, entgegen aller Unkenrufe, auch für andere Menschen mit Behinderung.

12. Weil wir sonst zu faul sind, um uns eine Behindertensportveranstaltung ganz in unserer Nähe live anzuschauen, nun aber bequem vom Sofa aus alles verfolgen können. Weil wir unglaublich tolle Bilder und Emotionen sehen werden.

Martin Schulz bei seinem gestrigen Training in London (Foto: Daniel Karmann/dpa)

13. Weil BILD Schlagzeilen und Kosenamen, die natürlich völlig daneben, aber lustig sind, produzieren wird (z.B. noch ganz harmlos vor dem Start der Paralympics: „Oscar Pistorius – der Stelzenmann“)

14. Weil wir viele Sportarten noch nie gesehen haben und uns WIRKLICH dafür interessieren bzw. neugierig darauf sind.

15. Weil wir uns auf den Augenblick freuen, wenn eine Sportlerin zum ersten Mal im „Aktuellen Sportstudio“ erzählt: „Ich habe gerade das Angebot bekommen, mich für ein großes Magazin auszuziehen“ und der Moderator sich nicht anmerken lassen darf, dass er die Athletin sexy findet.

16. Weil ROLLINGPLANET Helden mag.

17. Weil selbst hartgesottene Behinderte (“Bin doch selbst aus dem 18. Stockwerk rausgefallen und hab mir beim Nasenbohren auch noch den Finger gebrochen”) sich von den einen oder anderen Lebens- und Schicksalsgeschichten, die bei den Paralympics zuhauf präsentiert werden, insgeheim doch mitreißen lassen und ganz normale Oh-Reflexe nichtbehinderter Menschen zeigen.

18. Weil offensichtlich alle deutschen Behindertensportler dopingfrei sind, wie heute Andrea Gotzmann, die Vorstandsvorsitzende der Nationalen Anti-Doping-Agentur NADA, mitteilte.

19. Weil wir während der Paralympics zeigen können, dass kein anderes Behindertenmagazin so sportlich und aktuell ist wie ROLLINGPLANET.

20. Weil wir motiviert werden, endlich unseren Arsch hochzukriegen, ROLLINGPLANET einzustellen und etwas für unseren Körper zu tun statt ständig nur vor dem Computer zu sitzen.

20 Gründe, warum uns die Paralympics auf den Wecker gehen


Zum Magazin ROLLINGPLANET PARALYMPICS 2012


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