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Michael Teuber: „Höhepunkt im Leben eines Athleten“
Nach seinem Rücktritt vom Bahnradsport ist er nun wieder happy. Er und Tobias Graf holen Gold auf ehemaligem Formel-1-Kurs.
Michael Teuber freut sich über Gold (Foto: dpa)
Die deutschen Radsportler sind mit Bravour in die paralympischen Straßenradwettbewerbe gestartet. Innerhalb von nur zehn Minuten holten Tobias Graf und Michael Teuber im Zeitfahren jeweils Gold und rollten strahlend durch den Zielbereich auf dem ehemaligen Formel-1-Kurs Brands Hatch. “In mir kocht die pure Euphorie hoch, dass sich die ganzen Jahre extrem harten Trainings vor so einem fantastischen Publikum ausgezahlt haben – solche Tage sind der Höhepunkt im Leben eines Athleten”, sagte Teuber nach seiner Goldfahrt über 16 Kilometer und schob hinterher, dass “wir hier ja nicht vier Jahre lang Medizinbälle durch die Gegend geworfen haben.”
“Je schwerer der Kurs, desto besser für mich”
Im Ziel hatte der nach einem Autounfall 1987 querschnittsgelähmte Dachauer 13 Sekunden Vorsprung auf den Briten Mark Colbourne und freute sich über den hügeligen Kurs auf der ehemaligen Formel-1-Strecke: “Je schwerer der Kurs, desto besser für mich – wäre die Strecke flacher gewesen, hätten die Bahnradfahrer vielleicht wieder abgeräumt.”
Tobias Graf (Archivfoto: nach dem Gewinn seiner Bronzemedaille im 1000 Meter-Zeitfahren am 30.8.2012, dpa)
Noch am Montag hatte Teuber aus Frustration über das Klassifizierungssystem seinen Rücktritt vom Bahnradsport bekannt gegeben (ROLLINGPLANET berichtete: Große Verwirrung um Diskus-Gold, Michael Teuber will nicht mehr). “Da waren neun Fahrer, die aufgrund von besseren muskulären Voraussetzungen meine Weltrekorde pulverisiert haben”, sagte der 42-Jährige nach dem Gewinn seiner vierten paralympischen Goldmedaille – nun allerdings wieder mit dem Schicksal versöhnt.
Grafs Duell mit dem Chinesen
Graf, der bereits auf der Bahn Silber und Bronze abgeräumt hatte, lieferte sich in Brands Hatch ein enges Rennen mit dem Chinesen Guihua Liang, dem er am Ende fünf Sekunden abnehmen konnte. “Nach der ersten Runde habe ich einen Vorsprung von zwei Sekunden angezeigt bekommen, das hat mir den nötigen Ansporn gegeben”, sagte der 28-Jährige, dem seit einem Unfall im Alter von zehn Jahren das linke Bein fehlt.
“Ich hatte mich nach den Bahnradwettbewerben so platt gefühlt, dass ich nicht mit Gold gerechnet habe, darauf gehofft natürlich schon”, sagte Graf, der von Goldkollege Teuber die ersten Glückwünsche empfing: “Tobi hat jetzt einen kompletten Medaillensatz zusammen, ich freue mich so wahnsinnig für ihn, er hat es verdient.”
(Julian Vetten/Michaela Widder/dapd)
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