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Londons Sommermärchen endet mit gigantischer Schlussfeier

Coldplay und Rihanna begeistern 80.000 Zuschauer. IPC-Präsident Craven: „Beste Paralympics der Geschichte.“ ROLLINGPLANET bereitet eine ausführliche Paralympics-Analyse vor.

Eduardo Paes, der Bürgermeister von Rio de Janeiro (hier finden in vier Jahren die nächsten olympischen und paralympischen Sportspiele statt) schwenkt die Paralympics-Fahne. Links: Boris Johnson, Bürgermeister von London. der Rolli in der Mitte ist Sir Phil Craven, Präsident des Internationalen Paralympischen Komitees (Foto: dpa)

Gemeinsamer Auftritt: Rihanna (l) und Chris Martin von Coldplay rocken die Paralympics-Party (Foto: dpa)

Mit einer rauschenden Schlussfeier sind die 14. Paralympics in London zu Ende gegangen. In der Abschlusszeremonie vor 80.000 Zuschauern im ausverkauften Olympiastadion waren am Sonntagabend die britische Musikband Coldplay, Superstar Rihanna und Rapper Jay-Z die Hauptattraktionen. Vor der futuristischen Musikshow mit dem Titel „Festival of Flame“ marschierten die Athleten aus 165 Nationen ein.

Thomas Schmidberger trug die deutsche Fahne (Foto: Daniel Karmann/dpa)

Die deutsche Fahne trug der 20 Jahre alte Thomas Schmidberger aus Plattling. Der Tischtennisspieler, der seit einem Autounfall im Alter von vier Jahren querschnittsgelähmt ist, hatte bei diesen Behindertenspielen zwei Silbermedaillen gewonnen. Im Einzel und mit der Mannschaft bewies er sein Können. Bei der Paralympics-Eröffnung hatte die Berliner Schwimmerin Daniela Schulte die deutsche Fahne getragem.

„Cool“, war Schmidbergers erste Reaktion bei der Überbringung der Nachricht durch Karl Quade gewesen. „Ich bin ein bisschen überrumpelt und kann es noch nicht ganz einordnen. Das freut mich sehr“, sagte er vor der mehr als zweistündigen Schlussfeier. Sein Trainer Wieland Speer: „Ich freue mich sehr für Thomas und unsere Sportart. Er gehört zur Weltklasse und hat sich in Rio zum Ziel gesetzt, eine Goldmedaille zu holen.“

Zum Tischtennis ist Schmidberger eher zufällig gekommen, in der Aula seines Gymnasiums stand eine Tischtennisplatte und kurze Zeit später war die Liebe zu diesem Sport geweckt. Für Schmidberger war dies die erste Teilnahme an Paralympischen Spielen.

Premierminister Cameron hatte schwerbehinderten Sohn

Der britische Premierminister David Cameron würdigte vor Beginn der Feier die Leistungen der „übermenschlichen“ Athleten. „Wir werden uns für alle Zeiten an diesen Sommer erinnern“, sagte der Regierungschef, der selbst einen schwerbehinderten Sohn hatte, der 2009 starb. „Über allem steht das öffentliche Engagement und was es für den Sport bringen kann“, sagte Cameron. „Die Paralympics haben den Blickwinkel verändert.“

Organisationschef Sebastian Coe würdigte die besonderen Leistungen der Athleten: “Die vergangenen Tage haben uns die Augen geöffnet und uns gezeigt, zu welcher Leistung Menschen fähig sind und was sie schaffen können, wenn sie das Talent und den Willen dazu haben.”

Der Präsident des Internationalen Paralympischen Komitees, Sir Phil Craven, sagte: „Niemand möchte, dass diese Spiele zu Ende sind”. Der Kanadier bedankte sich bei den Organisatoren und lobte die Briten: „Es waren in meinen und in den Augen vieler Athleten die besten Paralympischen Spiele, die es jemals gegeben hat. Der ganz besondere Spirit, der London in den vergangenen zwölf Tagen geprägt hat, hat die Paralympischen Spiele hier zu etwas Einmaligem gemacht.” Um 22.31 Uhr Ortszeit löschten am Sonntagabend die kleinwüchsige Schwimmerin Ellie Simmonds und Jonnie Peacock, Sieger im 100 Meter Sprint, gemeinsam das Feuer im Olympiastadion.

Und noch mal wurden Helden gefeiert

Schlussfeier der Paralympics (Foto: dpa)

Die Fußballer aus Russland hatten am Sonntag die 503. und damit letzte Goldmedaille der Behindertenspiele gewonnen. Im Finale des Wettbewerbs „7-a-side“, bei dem pro Team sieben Spieler mit Gehschwierigkeiten oder zerebraler Kinderlähmung starten, setzten sich die Russen am Sonntag mit 1:0 gegen die Ukraine durch. Australien gewann das Finale im Rollstuhlrugby mit 66:51 gegen Kanada.

Am frenetischsten gefeiert wurde aber David Weir, der den Marathon der Rollstuhlfahrer für sich entschied. Auf der Prachtstraße The Mall durfte der Brite über sein viertes Gold bei diesen Spielen jubeln. Zuvor war er im Olympiastadion über 800 Meter, 1500 Meter und 5000 Meter nicht zu schlagen.

Im Medaillenspiegel setzte sich China mit 231 Mal Edelmetall (95 Gold, 71 Silber, 65 Bronze, siehe auch ROLLINGPLANET-Artikel: Chinas große Paralympics-Propaganda) überlegen durch. Das sind mehr Medaillen, als die zweitplatzierten Russen mit 102 (36-38-28) und die drittplatzierten Briten mit 120 (34-43-43) zusammen holten. Deutschland belegte mit 18 Gold-, 26 Silber- und 22 Bronzemedaillen Platz acht.

Dem von Koordinationsstörungen betroffenen Iren Michael McKillop und der Kenianerin Mary Zakayo wurde am Abend der „Whang Youn Dai Overcome“-Preis verliehen. Seit 1988 in Seoul wird bei den Paralympics diese Ehrung vorgenommen. Der Preis soll die besonderen Leistungen bei der Überwindung der Behinderung durch den Sport würdigen. Er wurde nach der Koreanerin Whang Youn Dai benannt, die sich ein Leben lang für Menschen mit Behinderung eingesetzt hatte.

Organisatoren stellen Rekord auf

Mit 2,7 Tickets Millionen verkauften Tickets stellten die Organisatoren einen Rekord auf, in Peking waren es 1,29 Millionen gewesen, in Athen 2004 nur 850.000.

Wie schon bei der olympischen Schlussfeier vor knapp vier Wochen gab Rio der Janeiro bei der Präsentation einen Vorgeschmack auf die Spiele in vier Jahren. Mit Samba und Hip-Hop-Rhythmen heizten die brasilianischen Musiker und Tänzer in der Arena ein.

Für ROLLINGPLANET bedeuteten die Paralympics die bisher stressigsten Tage seit unserem Start im Januar 2012. Neben dem normalen, täglichen Redaktionsprogramm haben wir 163 Berichte zu den Paralympics sowie tägliche Kurznachrichten in unserem Magazin ROLLINGPLANET PARALYMPICS 2012 veröffentlicht. Ganz vorbei sind die Paralympics für Sie und ROLLINGPLANET noch nicht: Wir werden demmnächst noch eine mehrteilige Analyse über die wichtigsten Trends, Ereignisse, Sieger und Verlierer der Sportspiele liefern, um die schönsten, bezauberndsten und wichtigsten Augenblicke in Ruhe zu genießen.

(Britta Körber/Manuel Schwarz/Michaela Widder/Amelie Herberg/dpa/dapd/RP)


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