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Marianne Buggenhagen fordert mehr Bewegungsangebote für Kinder

Sportmediziner in Deutschland feiern 100-jähriges Jubiläum. Aus diesem Anlass kritisiert die Paralympic-Siegerin, dass immer mehr Hallen geschlossen werden.

Marianne Buggenhagen feierte am 2. September ihre Silbermedaille in London (Foto: Julian Stratenschulte dpa)

Seit inzwischen 100 Jahren kümmern sich Sportmediziner in Deutschland um Athleten. Im Oktober feiert die Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP) ihre Gründung im Jahre 1912 mit einem Jubiläumskongress in Berlin. Im Rahmen dieses Jubiläums forderte heute die neunfache Paralympic-Siegerin im Kugelstoßen und Diskuswerfen Marianne Buggenhagen für Kinder in Deutschland ein größeres Bewegungsangebot. „Wie sollen Kinder ausreichend Sport treiben, wenn immer mehr Hallen und Übungsplätze geschlossen werden“, sagte die 59-jährige Rollstuhlfahrerin. Gleichzeitig kritisierte sie den Mangel an neuen, kompetent ausgebildeten Trainern im Leistungssport.

Buggenhagen baut auf Sportmediziner

Buggenhagen (“Die Ikone”) ist seit den 90er-Jahren auf der internationalen Sportbühne erfolgreich und regelmäßig in sportärztlicher Behandlung. Ein Segen, wie sie sagt: „Ich bestreite Sport mit einem Handicap. Fachärzte vergessen das und schicken dich drei Tage nach einer Schulter-OP als Querschnittsgelähmte schon mal nach Hause.“ Der Sportarzt sei für die Athleten wie ein Partner, ohne ihn wären sie hilflos, erklärte Bruggenhagen. Bei den Paralympics in London hatte die Leichtathletin Silber im Kugelstoßen gewonnen.

Bewegungsmangel verursacht 70 Milliarden Euro Kosten

Ingo Tusk, Mannschaftsarzt des Frauen-Fußball-Bundesligisten FFC Frankfurt, beschreibt die Aufgabe der Sportmediziner so: „Wir erforschen Dinge, die zur Minderung von Medikamenteneinnahmen führen. Das ist von der Wirtschaft nicht immer erwünscht.“ Das bestärke ihn noch mehr in seiner Arbeit.

Arzt Martin Engelhardt, gleichzeitig Präsident der Deutschen Triathlon Union, verschreibt seinen Patienten am häufigsten Sporttherapien. „Schlechte Ernährung und Bewegungsmangel verursachen in Deutschland jährlich Folgekosten von über 70 Milliarden Euro“, sagte Engelhardt. Patienten müssten vor Operationen bewahrt und mehr zur sportlichen Bewegung aktiviert werden. Sport reduziere seiner Meinung nach alle Krankheiten.

(Anne Grimm/dapd)

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