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Roboter sollen Menschen mit Behinderung assistieren

Assistenzroboter sind eines der großen Themen der diesjährigen RehaCare in Düsseldorf (10.-13.10.2012). Derweil fordert die Reha-Branche ein höheres Kassenbudget für Hilfsmittel.

Ein von Bremer Wissenschaftlern entwickelter Assistenzroboter (Foto: KAWA)

Roboter als Assistenten für ältere, kranke und behinderte Menschen könnten nach Erwartung von Experten schon bald selbstverständlich sein. Die Verkäufe von Hilfsmitteln wie Rollstühlen mit Roboterarmen würden in naher Zukunft angesichts technischer Verbesserungen und sinkender Preise deutlich zunehmen, prognostizierten Fachleute am Montag in Düsseldorf. Dort startet am Mittwoch (10. Oktober) die Fachmesse RehaCare.

Auf der Fachmesse für Pflegebedarf, Menschen mit Behinderung und Hilfe bei chronischen Krankheiten zeigen vier Tage lang 851 Aussteller aus 32 Ländern das gesamte Hilfsmittel-Programm – vom einfachen Gehstock bis hin zu Rollstühlen, Geräten für die ambulante und stationäre Pflege sowie Einrichtungen für barrierefreies Wohnen.

Auf der diesjährigen RehaCare soll das Thema Rehabilitationsroboter eine zentrale Rolle spielen. Noch ist dieser Markt klein. Von den 2011 weltweit verkauften 2,5 Millionen Servicerobotern beispielsweise für Staubsaugen und Bodenreinigung dienten gerade einmal 156 Stück der Unterstützung von Pflegebedürftigen – darunter vor allem automatisierte Rollstühle sowie Therapie- und Trainingsroboter. „In den nächsten vier Jahren könnte es aber eine vierstellige Zahl an verkauften Geräten geben“, sagte Robotik-Expertin Birgit Graf vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung.

Auch für das Pflegepersonal arbeiten die Ingenieure an Assistenzrobotern für Routinetätigkeiten, um etwa Patienten Getränke ans Bett zu bringen oder nachts Kontrollfahrten durch Krankenhausgänge zu machen. Mit solcher Unterstützung könne auch die Attraktivität des Pflegeberufs gesteigert werden, zeigte sich Graf zuversichtlich. Denn rund ein Fünftel der Arbeitszeit entfalle auf Tätigkeiten, die mit der Pflege der Patienten nichts zu tun habe.

„Die Akzeptanz für die Roboter ist grundsätzlich da”, sagte Graf. Doch offen bleibt dabei bislang, wie sehr die Patienten von der technischen Entwicklung profitieren können. So beklagen die deutschen Hersteller von Hilfsmitteln schon jetzt eine Zurückhaltung der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) bei der Kostenübernahme.

Immer mehr Menschen brauchen Rehatechnik

Immer mehr schwerbehinderte Menschen werden aufgrund der Alterung der Gesellschaft in den nächsten 40 Jahren auf Hilfsmittel wie Rollstühle, Hör- oder Atemgeräte angewiesen sein. Eine Prognose sieht bis zum Jahr 2050 Steigerungsraten je nach Art der Behinderung bis zu 78 Prozent etwa bei bettlägerigen Patienten. Allein 3,6 Millionen Menschen zusätzlich werden laut einer Studie der Unternehmensberatung kon.med von einer Gehbehinderung betroffen sein.

Grund sei der Anstieg bei Volkskrankheiten wie Osteoporose und Arthritis, teilte der Branchen-Industrieverband Spectaris heute mit. Derzeit gebe es rund 2,2 Millionen Patienten mit bewegungseinschränkenden Erkrankungen. Der drastische Patientenanstieg werde die Kostendebatte bei der Hilfsmittelversorgung weiter verschärfen.

Angesichts stetig steigender Fallzahlen vor allem im Zuge der demografischen Entwicklung hin zu mehr alten Menschen müssten die Kassen ihre Budgets für Hilfsmittel deutlich anheben, forderte der Branchen-Industrieverband Spectaris.

Doch seit Jahren gilt der Anteil der GKV-Ausgaben für Hilfsmittel am Gesamtbudget mit zuletzt gut 3,7 Prozent als weitgehend stabil – das entsprach 2011 einer Summe von 6,3 Milliarden Euro. Folge seien sinkende Pro-Kopf-Ausgaben für Hilfsmittel. Werde hier aber gespart, zahlten die Kassen für die Betroffenen ein Mehrfaches für deren Arztbesuche oder Medikamente, warnte Spectaris.

(Frank Bretschneider/dapd/dpa)

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