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AirBerlin weigert sich, Rollstuhlfahrer mitzunehmen

Die Fluggesellschaft brüskiert eine russische Delegation, die von Moskau nach Düsseldorf fliegen wollte.

AirBerlin (Foto: KAWA)

Die Fluggesellschaft AirBerlin hat sich gestern geweigert, eine Gruppe von Rollstuhlfahrern – unter ihnen der Staatsduma-Abgeordnete Wladimir Krupennikow – aus Moskau mitzunehmen, die nach Düsseldorf fliegen wollte.

Laut Krupennikow mussten elf Mitglieder der insgesamt 34-köpfigen Delegation – sechs davon Rollstuhlfahrer – am Flughafen bleiben. Die russische Delegation wollte nach Düsseldorf, um (Achtung!) bei Seminaren von Deutschland zu lernen, wie man eine barrierefreie Welt für Menschen mit Behinderung schafft.

„Im letzten Augenblick, als wir bereits die Passkontrolle und den Zoll passiert hatten und auf das Boarding warteten, teilte der Flugkapitän mit, er könne eine solche Zahl von Rollstuhlfahrern aus Sicherheitsgründen nicht mitnehmen. Er schlug vor, die Gruppe im Laufe von zwei Tagen – je zwei Rollstuhlfahrer pro Flug – nach Düsseldorf zu befördern“, sagte der Abgeordnete.

Klage angekündigt

Krupennikow (Foto: RIA Novisti)

„Wir werden Klage einreichen“, teilte Krupennikow mit. „Wir werden das Geld zurückfordern und eine moralische Entschädigung verlangen.“

RIA Novisti zufolge verwies der Flugkapitän auf seine Dienstvorschrift, laut der höchstens zwei Rollstuhlfahrer gleichzeitig an Bord genommen werden dürfen.

Laut Krupennikow war AirBerlin rechtzeitig gemeldet worden, dass eine größere Gruppe von Rollstuhlfahrern und anderen Gehbehinderten nach Düsseldorf zu fliegen plane.

„Wir haben Dokumente, die bestätigen, dass die Fluggesellschaft im voraus informiert war“, so der Duma-Abgeordnete.

AirBerlin wirft dagegen der Delegation vor, dass diese bei der Buchung den Grad der Behinderung und die Mobilitätseinschränkung der Betroffenen nicht korrekt angegeben habe.

Nachtrag 10.10.2012: Inzwischen hat sich das Außenministerium Moskau eingeschaltet und verlangt von Deutschland Aufklärung.

(RIA Novosti/RP)

Eine der Betroffenen überbrückt die Wartezeit bis zum Abend – da ging es dann mit der russischen Aeroflot nach Düsseldorf. (Foto: RIA Novisti)




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2 Kommentare

  1. Gabi9. Oktober 2012 at 08:16Antworten

    Das passt ja zu dem Artikel im aktuellen Spiegel von dem Jungen mit Trisomie 21, der von einer amerikanischen Fluggesellschaft aus Sicherheitsgründen nicht mitgenommen wurde. Als ich das las, dachte ich noch, wie schrecklich, dass es Menschen mit einer geistigen Einschränkung immer noch viel schwerer haben als Menschen mit einer Körperbehinderung. Es war mir unvorstellbar, dass es einem Rollifahrer noch passieren könnte im Flieger nicht mitgenommen zu werden. Ich glaube wohl doch zu sehr an das Gute im Menschen.

  2. Helmut PERSCHON10. Oktober 2012 at 17:47Antworten

    Es ist wahrlich eine Ungeheurlichkeit, was sich die AIR BERLIN da herausnimmt! Geht denn in der heutigen Zeit alles nur um das verfluchte Geld u seine schnelle Vermehrung? Da wurden im letzten Dritel des letzten Jahrhunderts mühselig Rechte für Behinderte und Benachteiligte eingeführt, die jetzt im Zeitalter der Globalisierung wieder so nach und nach abgeschafft werden. Die Ersten, die hinten runterfallen, sind (wieder einmal) die Behinderten und alte pflegebedürftige Menschen. Ich könnte das große Kotzen kriegen.

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