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Aktiv Reha Center: Eine Geschäftsidee wird wahr


Promotion


In Heidelberg entsteht Deutschlands erstes Kauf- und Servicehaus für Menschen mit Behinderung und Mobilitätseinschränkung. Was und wer stecken dahinter?

Das neue Aktiv Reha Center in Heidelberg (Fotomontage), Am Taubenfeld 39, ist ein bislang einzigartiges Projekt, das auf über 4.000 Quadratmetern Deutschlands erstes Kauf- und Servicehaus für Menschen mit Behinderung bietet.

Schon seit langem gibt es die Geschäftsidee und den Wunsch von Betroffenen, unter einem Dach die unterschiedlichsten Reha-Technikfirmen und -Dienstleister zu versammeln. Vorteil für Kunden: Lange Wege von einem Spezialisten zum nächsten entfallen. Es wäre also naheliegend, dass es so etwas schon lange gibt. Wer allerdings die Reha-Szene kennt, für die laut ROLLINGPLANET-Einschätzung “Neu” und “Innovation” (wenn die sich nicht auf die Technik bezieht) richtige Teufelsworte sind, wundert sich nicht wirklich darüber.

Erst jetzt wird diese Idee realisiert: Im November eröffnet im Heidelberger Stadtteil Wieblingen (Am Taubenfeld 39) das neue Aktiv Reha Center mit mehr als einem Dutzend Unternehmen, die sich auf über 4.000 Quadratmeter präsentieren. Unter ihnen sind Alber, Berollka-aktiv, Conform, Grabo-Tours, Movitale, Otto Bock, Paravan, Pro Activ, Rehability, Rolli Moden, Sopur und t-rv. Der Standort ist gut gewählt: Heidelberg gilt dank seiner medizinischen Einrichtungen und Angebote für Menschen mit Behinderung nach wie vor als die deutsche „Reha-Hochburg“, die Rhein-Neckar-Metropole ist ein wichtiges Wirtschaftszentrum in Süddeutschland.

Eine weitere Innovation des Aktiv Reha Center: Es bietet Selbsthilfegruppen und –vereinen sowie Initiativen die Möglichkeit, kostenlose Seminarräume beispielsweise für Mitgliedsversammlungen zu buchen. Auch ROLLINGPLANET wird dieses Angebot nutzen. Hausmessen, Seminare und Events gehören ebenfalls zum Programm des Aktiv Reha Center.

Initiator des Aktiv Reha Center ist Rehability, mit über 100 Mitarbeitern und Filialen in Frankfurt und Dresden neben der Zentrale in Heidelberg (bisher Weinheim) einer der führenden Rehafachhändler Deutschlands. Rehability ist bekannt für sein ungewöhnlich großes Engagement in den Bereichen Sport und Kultur – auch der Start von ROLLINGPLANET im Januar 2012 wurde erst durch ein Sponsoring von Rehability ermöglicht.

Rehability wurde von Rollstuhlfahrern gegründet, die bis heute noch zahlreich in Führungspositionen des Unternehmens vertreten sind. Einer von ihnen ist Geschäftsführer Michael Heil, der unten berichtet, wie es zum Aktiv Reha Center kam.

Da ROLLINGPLANET wie oben beschrieben von Rehability gesponsort wird, haben wir diesen Beitrag aus Transparenzgründen als „Promotion“ bezeichnet. Trotzdem bleibt ROLLINGPLANET natürlich unabhängig – und würde diesen Beitrag nicht veröffentlichen, wenn wir die Idee des Aktiv Reha Center nicht spannend fänden.

Michael Heil: Blick hinter die Kulissen

Michael Heil schultert gerne schweres Gepäck: Sei es als leidenschaftlicher Reisender oder als Unternehmer

n Zeiten, da die durchschnittliche Größe eines Sanitätshauses bei drei bis fünf Mitarbeitern liegt, ist es schon ungewöhnlich, in der Nische des aktiven Rehafachhandels, das auch noch fern vom Massenmarkt und von Einheitsprodukten sehr beratungsintensiv ist, wie Rehability über 100 Kollegen aufzubieten. Wenn dann seit der Gründung fast 20 Jahre vergangen sind, und das Geschäftsmodell noch immer wächst, dann ist klar: ein Umzug ist, egal aus welchem Korsett man entwächst, unumgänglich und für die Zukunft tragfähig und ergebnisorientiert.

Aktivmarkt neu definiert

Rehability, gegründet im April 1993 im beschaulichen Heddesheim an der Bergstraße in der Nähe Heidelbergs, hatte es sich zum Ziel gesetzt, dem Aktivmarkt seinen Stempel aufzudrücken und das möglichst nicht nur an einem Standort. Schon damals, beim Start mit vier Mitarbeitern, wurde klar, dass es nicht reicht, frischverletzten Patienten aus der Klinik nur Rollstuhl und Sitzkissen zu besorgen.

Vielmehr ist der Bezug zum Kunden nur glaubwürdig und ausreichend, wenn man dessen Probleme kennt. Und das nicht nur vom Hörensagen. Damit ist nicht gesagt, dass man selbst betroffen sein muss, um sich in die Situation eines Querschnittgelähmten oder Schlaganfallpatienten versetzen zu können. Aber es hilft bei diesem Beratungsauftrag ungemein, wenn man den Rollstuhl nicht nur vom Schieben her kennt.

Betroffene und Experten helfen

Rehability hat deshalb stets darauf geachtet, dass seine Berater ganz genau wissen, wovon sie sprechen: Nicht weniger als zwölf Rollstuhlfahrer in den Betriebsstätten Weinheim (noch bis zum 5. November 2012 unsere Zentrale), Frankfurt und Dresden sowie Ergo- und Physiotherapeuten, Orthopädietechniker und Gesundheitsmanager kümmern sich von der Kinderversorgung bis hin zum aktiven Senior um alles, was einen selbstbestimmten, mobilitätseingeschränkten Behinderten das Leben erleichtert. Und dazu zählen nicht nur Rollstühle, sondern Rampen, Toiletteneinrichtungen, individuelle Hilfen für den Alltag, Handbikes für den Freizeit- und Sporteinsatz und vieles andere mehr.

Hilfsmittel im Alltag

Dass vor und während der Versorgung der Gebrauch der Hilfsmittel im Alltag gezeigt oder geübt wird, ist in der Branche – man mag es kaum glauben – nicht selbstverständlich. Daher führen wir sehr erfolgreich Mobilitätskurse und Freizeitaktivitäten zusammen mit Angehörigen, Freunden und Therapeuten durch, die teils lange vor dem Termin ausgebucht sind. Selbst Fachverbände sind auf das Seminarangebot Rehabilitys aufmerksam geworden.

Mit Partnern wie der Manfred-Sauer-Stiftung in Lobbach sind dann auch noch perfekte Voraussetzungen vorhanden. So kann ein lehrreiches und intensives Training am Rollstuhl bei unterschiedlichstem Behinderungsbild realisiert werden, damit Kunden auch zu Hause möglichst eigenständig sind.

Lebenssituationen umfassend sehen

Dass der Rollstuhl oft nur ein kleineres Übel einer Behinderung darstellt, ist den meisten Außenstehenden eher unverständlich. Viele sind auch von neurologisch bedingten Blasen- und Darmentleerungsstörungen betroffen, die nicht selten mit Kathetern und speziellen anderen, oft sterilen Hilfsmitteln versorgt werden müssen. Wenn das nicht funktioniert, bleibt der Betroffene oft lieber zuhause, vermeidet damit soziale Kontakte, sportliche Aktivitäten oder die Aufnahme einer schulischen oder beruflichen Tätigkeit, was sehr häufig zur Isolation führt.

Nicht also die sichtbare Behinderung ist die größte Barriere, sondern das, was damit zusammenhängt. Und wer so intensiv wie Rehability mit Betroffenen arbeitet, kommt nicht selten auf Lösungen, die selbst langjährigen Fachleuten aus Klinik und Fachhandel unbekannt sind. Das ist die Stärke von Rehability, einem mittelständischen Unternehmen, das nicht vergessen hat, wie es groß geworden: mit einer Vielzahl von ungewöhnlich engagierten Mitarbeitern mit Behinderung, die ihre Persönlichkeit und persönlichen Erfahrungen in die tägliche Beratungspraxis einfließen lassen können.

Der Standort Heidelberg ist kein Zufall

Dass mit dem neugegründeten AKTIV REHA CENTER ein neues Kapitel der Rehaversorgung aufgeschlagen wird, ist gerade in Heidelberg kein Zufall. Nirgendwo sonst sind die Dichte Frischverletzter oder Langzeitbetroffener und die Vielfalt der beruflichen, sportlichen und medizinischen Versorgungsmöglichkeiten größer. Das umfasst neben der Orthopädie Heidelberg-Schlierbach auch viele kinderneurologische Einrichtungen, Sportgruppen wie Rollstuhlrugby, Rollstuhl-Basketball, Handbike -Teams und neben der Manfred Sauer Stiftung in Lobbach viele Vorzeigeprojekte, die es in dieser Ballung in Deutschland nirgendwo sonst gibt.

Allein die Handbike-Szene, der erfolgreichste und teilnehmerstärkste inklusive Freizeit- und Leistungssport sowohl für Behinderte als auch Nichtbehinderte, konzentriert sich gerade im Heidelberger Raum. Der hier alle zwei Jahre stattfindende Rollstuhl-Marathon ist ein Muss für alle Sportler, die die derzeitige Weltbestzeit von 1 Std. über 42 km „knacken“ wollen.

Zusammenarbeit mit den Krankenkassen

Ganz wichtig ist, dass bei all der Kompetenz und Kundenfreundlichkeit die Zusammenarbeit mit den Krankenkassen funktionieren muss. Hier zeigt sich besonders der Grad der logistischen Detailarbeit, die im Aktivsegment am arbeitsaufwändigsten ist, weil individuell immer unterschiedlich ausgeprägt. Oft muss die Maßnahme besonders begründet und erklärt werden. Denn so wichtig eine Individualversorgung auch ist, sie muss trotz allem bezahlbar sein. Andererseits darf sie möglichst nicht zu Lasten des Betroffenen gehen, der meist nach einem Unfall oder Erkrankung von Arbeitslosigkeit und sozialem Abstieg bedroht ist. Dass deswegen seine Hilfsmittelversorgung nicht darunter leiden darf, ist selbstredend, denn dann würde sich diese Situation noch verschlimmern. Leider haben dafür nicht alle Verständnis.

Gerade hier ist eine ineinander greifende Versorgung für den Behinderten mit all seinen Problemen und Bedürfnissen entscheidend. Denn wenn sich eine Rollstuhlversorgung nicht mit seiner Wohnsituation verträgt, sein soziales Umfeld nicht mehr zugänglich ist, weil Reichweite, Mobilität und Kombinierbarkeit verschiedener Geräte oder Aktionen nicht abgestimmt sind, ist die Versorgung nicht nur zu teuer – weil nicht funktionierend –, sondern oft sogar kontraproduktiv und damit katastrophal für den Betroffenen.

Neuer Maßstab in der Rehatechnik

Mit dem neuen AKTIV REHA CENTER in Heidelberg-Wieblingen mit seinen verschiedensten Disziplinen, von der Rollstuhl-Technik über Autoumbau, medizinischen Produkten wie Katheter und Wundversorgung, bis hin zu einer großen Anzahl von Seminaren für Angehörige und Therapeuten, entsteht hier eine Einrichtung, die einen neuen Maßstab in der Rehatechnik setzen wird.

Am 9.11.2012 findet die House Warming Party von Rehability im Aktiv Reha Center statt: Infos

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