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Stuttgarter Bahnhof: Kein Brandschutz für Rollstuhlfahrer und Gehbehinderte?

Die Projektträger ignorieren Auflagen für barrierefreie Fluchtwege: Ex-Schlichter Geißler fühlt sich übers Ohr gehauen. (Und Menschen mit Behinderung sollten sich auch mächtig aufregen.)

Heiner Geißler mahnt mangelnden Brandschutz an (Foto: dpa)

Was ist da eigentlich los bei uns? Da werden millionen-/milliardenschwerde Projekte hochgezogen – und für den Fall, dass Gefahr im Verzug ist, Menschen mit Behinderung schlicht ignoriert. Kann es so schwer sein, bei Neubauten von vornherein an Barrierefreiheit zu denken? Gestern berichtete ROLLINGPLANET über entsprechende Mängel beim Flughafen Berlin-Brandenburg International, heute langen wir uns angesichts des Stuttgarter Bahnhofs an den Kopf (wobei das ja eigentlich die Verantwortlichen tun sollten).

Anlass: Der frühere Stuttgart-21-Schlichter Heiner Geißler hat sich in den Streit um den Mängelbericht zum Brandschutz bei dem umstrittenen Bahnprojekt eingeschaltet. Geißler sagte gestern der Nachrichtenagentur dpa, er habe einen Brief an Bahnchef Rüdiger Grube geschrieben. „Ich will von dem Unternehmen eine Stellungnahme zu dem Gutachten und zum Thema Brandschutz.“

Bei der Schlichtung vor zwei Jahren sei von allen vereinbart worden, dass die Maßnahmen zum Brandschutz und zur Entrauchung verbessert werden müssten. „Ich halte es für völlig unakzeptabel, wenn Rollstuhlfahrer und Mütter mit Kindern im Falle eines Brandes nicht ins Freie kommen“, sagte Geißler.

Bislang keine Konsequenzen gezogen

Die Fluchtwege müssten barrierefrei gestaltet und die Durchgänge verbreitert werden. „Das wissen die Projektträger, also die Bahn und die Projektpartner wie das Land oder auch die Stadt Stuttgart.“ Es seien bislang keine Konsequenzen gezogen worden.

Die Reaktion der grün-roten Landesregierung sei erstaunlich: „Ich kann die Entrüstung der Landesregierung nicht nachvollziehen. Sie wusste ja, dass die bisherigen Brandschutzplanungen unzureichend sind. Die Bahn wusste das auch.“

Ein von der Bahn selbst in Auftrag gegebenes Gutachten kommt zu dem Schluss, dass „kein funktions- und genehmigungsfähiges Konzept für Brandschutz, Sicherheit und Entrauchung“ im geplanten Tiefbahnhof und den anschließenden Tunnelstrecken vorliegt. Grün-Rot hatte die Bahn hart kritisiert und betont, für mögliche Mehrkosten nicht aufkommen zu wollen.

(dpa/RP)

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1 Kommentar

  1. Tamina Veit17. Oktober 2012 at 13:45Antworten

    Keine angst Herr Geißler wir regen uns auf !!!!!!
    Wir zeigen unseren Zorn !!!!!!!!

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