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Malu Dreyer verlangt von der Bundesregierung mehr Einsatz für Behinderte

Die künftige Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz will für Betroffene Selbstbestimmung und Teilhabe statt Fürsorge.

SPD-Politikerin Malu Dreyer (Foto: Torsten Silz/dapd)

Die „Spiegel“-Reporter waren verblüfft: „Frau Dreyer, wir sehen in Ihrem Büro gar keinen Rollstuhl.“ Antwort: „Der steht hinter der Tür, in meinem Hinterzimmer. Er ist da abgestellt, weil ich den hier im Ministerium normalerweise nicht brauche. Wenn es vor die Tür die Tür geht, nehmen wir ihn meistens mit.“

So beginnt das Interview mit der Überschrift „Das ist meine Sache“, das das Hamburger Nachrichtenmagazin für seine morgen erscheinende Ausgabe mit der designierten rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin geführt hat. Darin fordert Malu Dreyer (SPD), die Multiple Sklerose (MS) hat, die Bundesregierung auf, sich stärker für Menschen mit Behinderung zu engagieren. Als Beispiel nannte sie eine Förderung von Integrationsunternehmen, in denen Behinderte dank öffentlicher Zuschüsse eine normale Anstellung bekommen können. Dafür müsse auch der Bund einen Teil der Kosten übernehmen

Dreyer sprach sich dafür aus, Behinderte endlich in der Mitte der Gesellschaft aufzunehmen statt wie derzeit in Behindertenwerkstätten oder Wohnheimen an den Rand zu drängen. „Weg von der Fürsorge, hin zur Selbstbestimmung, zur Teilhabe“, fordert sie.

Krankheit nicht überbewerten

Zu ihrer eigenen Situation sagte Dreyer, sie wolle sich „durch die Krankheit nicht behindern lassen“. Als sie vor etwa 17 Jahren die Diagnose bekommen habe, sei es zunächst ein Schock gewesen. Inzwischen habe sie gelernt, die Krankheit nicht überzubewerten.

Durch die Multiple Sklerose könne sie zwar nicht mehr gut laufen und sei auf Hilfe oder einen Rollstuhl angewiesen. Aber seit einigen Jahren habe sich ihr Zustand stabilisiert. Über eine mögliche Verschlechterung ihrer Gesundheit mache sie sich derzeit keine Gedanken. „Warum soll ich mein Leben damit verbringen, täglich darüber nachzudenken was meine Krankheit übermorgen macht?“, so Dreyer in dem „Spiegel“-Interview.

Die 51-jährige soll voraussichtlich Mitte Januar in Mainz als Nachfolgerin von Kurt Beck zur Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz gewählt werden. Sie ist derzeit noch Sozialministerin in Becks Regierung. Sie lebt mit ihrem Mann und dessen drei Kindern in einem Wohnprojekt für Behinderte und Nichtbehinderte in Trier (ROLLINGPLANET berichtete, siehe Links unten).

(RP)

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2 Kommentare

  1. Kasia Kowalska21. Oktober 2012 at 23:51Antworten

    ich liebe sie jetzt schon :)

  2. Maria Bleier3. April 2013 at 19:20Antworten

    Die Politiker tun doch auch nichts für uns!
    Seit 2006 kämpfe ich um Rente, mittlerweile bin ich arbeitslos, für den Arbeitsmarkt nicht verfügbar, da ich nicht mehr als 1 Std am Tag arbeiten kann.
    Arbeitslosengeld gibts erst ab 15 Std. pro Woche!
    Toll oder wo ist hier die Politik die hilft!?!

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