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RSV Lahn-Dill siegt, Dirk Passiwan ist stinksauer und hält (fast) die Klappe

Rollstuhlbasketball: Vor 1.400 Zuschauern gewinnt der Titelverteidiger gegen RSC Rollis-Zwickau. Im zweiten Spitzenspiel setzen sich die Mainhatten Skywheelers nach umstrittenen Schiedsrichter-Entscheidungen gegen Trier durch.

Lahn-Dill-Neuverpflichtung Joe Bestwick (#4), hier gegen Ademola Orogbemi (#9), beobachtet von Jan Haller (#6) und rechts Dirk Köhler (#15).

Die Situation nach dem 5. Spieltag: Vier Mannschaften sind mit jeweils 8:2 Punkten auf den Playoff-Plätzen 1 bis 4 – Zwickau behauptet trotz Niederlage die Tabellenführung vor Lahn-Dill (siehe unseren ersten nachfolgenden Bericht). Die Überraschungsmannschaft Oettinger RSB Team schlachtete Gastgeber Jena Caputs mit 104:27 ab (Halbzeitstand: 51:8!) und steht auf Platz 3. Goldmann Dolphins Trier verlor daheim knapp und unglücklich gegen Mainhatten Skywheelers (70:75, siehe zweiten Bericht unten) – für die Frankfurter bedeutet das Tabellenplatz 4.

Das Kopf an Kopf liegende Führungsquartett der Rollstuhlbasketball-Bundesliga (RBBL) geht nun in eine einwöchige Pause, in der die erste Hauptrunde im Pokal am kommenden Wochenende wartet.

RSV Lahn Dill – RSC Rollis Zwickau

Ein Spiel auf des Messers Schneide, kampfbetont und intensiv mit einem Happy-End für den RSV Lahn-Dill. Das Topspiel der RBBL zwischen den Wetzlarer Rollis und ihrem alten und neuen Widersacher RSC-Rollis Zwickau war ganz nach dem Geschmack der 1.400 Besucher in der prall gefüllten Wetzlarer August-Bebel-Sporthalle, die am Ende einen 61:56 (12:11/24:27/41:41)-Erfolg des Gastgebers bejubeln konnten.

Mit zwei neu formierten Teams gingen die alten Rivalen aus Mittelhessen und Sachsen in das Duell des fünften Spieltages und boten sich von Beginn an einen offenen und leidenschaftlichen Schlagabtausch, der auch mit neuen Protagonisten an alte Zeiten erinnerte. Während zu Beginn bei Zwickau der britische Neuzugang Ademola Orogbemi und der Pole Marcin Balcerowski offensiv überzeugten, hielten beim Gastgeber Felix Schell und im zweiten Viertel vor allem Thomas Böhme dagegen. So wogte die Partie über 8:6 (5.) und 16:19 (14.) hin und her, auch wenn die Sachsen zur Pause knapp die Nase vorne hatten.

Zu diesem Zeitpunkt haderte Trainer Nicolai Zeltinger vor allem mit der von der Zwickauer Verteidigung erzwungenen schwachen Wurfquote seiner Schützlinge, die bereits zu diesem Zeitpunkt eine mögliche Führung verhinderte. Nach dem Seitenwechsel drehten sich dann jedoch die Vorzeichen Schritt für Schritt. Während sich der RSV physisch nun auch offensiv eine Rebound-Überlegenheit unter den Brettern erarbeitete, stieg die eigene Trefferquote im gleichen Verhältnis an, wie die der Mannschaft von Gästecoach Aleksandr Kharchenkov sank. In der 23. Spielminute noch mit 29:33 im Hintertreffen, war es RSV-Kapitän Michael Paye, der sein Team mit einem Dreier zum 40:36 (28.) erstmals leicht in Front brachte und damit die August-Bebel-Sporthalle in ein Tollhaus verwandelte.

Führungsspieler des RSV Lahn-Dill: Michael Paye (#5), hier vor Adam Erben (#11).

Doch Zwickau blieb zunächst auf Schlagdistanz, ehe im vierten und letzten Viertel die Entscheidung nahte. Mit zwei schnellen Körben von Topscorer Paye, der zudem mit zwölf Assists fabelhaft Regie führte, und Thomas Gundert, zog der RSV auf 48:42 (32.) davon. Wenig später konnte zwar Zwickaus Erben erneut auf 44:48 verkürzen, musste aber nur Sekunden später mit seinem fünften Foul den Arbeitstag vorzeitig beenden. Die kurzzeitige Verunsicherung bei den Gästen nutzte die junge Truppe des RSV bereits eiskalt aus und zog routiniert auf 55:46 (35.) durch den erneut stark aufspielenden 21-jährigen Thomas Böhme davon.

Alles deutete nun auf den 39. Sieg im 53. Spiel auf nationaler Ebene hin, doch diese Rechnung machten Zuschauer wie Gastgeber ohne den Noch-Tabellenführer aus Sachsen. Ein Dreier des ebenfalls starken Bryce Doody, dem Routinier Rostislav Pohlmann zwei weitere Zähler folgen ließ, sowie auf Seiten der Lahn-Diller nur zwei von sechs genutzte Chancen an der Freiwurflinie und ein weiterer Korberfolg des US-Boys Doody machten die Partie beim 57:53 (39.) urplötzlich wieder spannend.

Als 49 Sekunden vor dem Ende der Brite Orogbemi auch noch einen aus der Not geborenen Dreier spektakulär versenkte, drohte die nicht mehr erwartete Wende, deren Dramatik mit drei Auszeiten binnen der letzten 70 Spielsekunden unterstrichen wurde. Doch die Schockstarre bei Michael Paye & Co. hielt nicht lange an und vier Freiwurftreffer des Kapitäns durch die nun die Uhr stoppenden Zwickauer sowie ein Offensivrebound von Thomas Böhme ließen den verdienten Sieg für die Wetzlarer Rollis wahr werden.

„Dieser standortbestimmende Zwischenschritt bestärkt uns auf unserem Weg mit diesem tollen jungen Team. Wir verbessern uns von Woche zu Woche und haben dazu noch gehörig Potenzial nach oben“, freute sich RSV-Headcoach Nicolai Zeltinger nach dem auch mental wichtigen Erfolg über den Erzrivalen: „Zwar wird die Meisterschaft erst im Frühjahr in den Playoffs entschieden, aber die verständliche Kampfansage aus Sachsen haben wir heute erst einmal auf unsere Weise beantwortet“.

Lahn-Dill: Michael Paye (18/1 Dreier), Thomas Böhme (15), Jan Haller (8), Dirk Köhler (7), Felix Schell (7), Joe Bestwick (4), Thomas Gundert (2), Björn Lohmann, Gesche Schünemann (n.e.).

Zwickau: Adam Erben (14), Ademola Orogbemi (14/1), Marcin Balcerowski (10), Matt Sealy, Bryce Doody (9/1), Ghazian Choudhry (5), Rostislav Pohlmann (4), Wolfgang Almer, Frank Oehme, Joachim Pawle (n.e.).

(aj/Fotos: Armin Diekmann)

Goldmann Dolphins Trier – Mainhatten Skywheelers

Lange und enttäuschte Gesichter gab es bei den Anhängern von Goldmann Dolphins Trier, das daheim die Mainhatten Skywheelers aus Frankfurt empfing – und unglücklich 70:75 (21.19; 40:35; 60:48) verlor.

Dabei sahen die Gastgeber lange Zeit wie der sichere Sieger aus. In einem hochklassigen und hart umkämpften Spiel führten die Trierer vor ca. 200 Zuschauern von Beginn an, wenngleich sich keiner der beiden Mannschaften bis zur Halbzeitpause (40:35) absetzen konnte. Erst im 3. Spielviertel schienen die Dolphins trotz eines krankheitsbedingt dezimierten Kaders die Weichen endgültig auf Sieg stellen zu können, als man mit einem 12-Punkte-Vorsprung (60:48) in die letzte Viertelpause ging. Und erst recht beim Zwischenstand von 65:50 in der 33. Minute schien die Partie zugunsten des Gastgebers entschieden zu sein. Fortan sollte es aber knüppeldick für die Trierer kommen: Binnen zwei Minuten kassierte der an diesem Tag vor allem in der Defensive starke Brite Tyler Saunders seine Fouls Nr. 4 und 5, sodass die Trierer mit einem wegen Krankheit angeschlagenen Brad Baugh und in Punkt-Unterzahl die Partie zu Ende bringen mussten.

Die Frankfurter witterten so noch einmal ihre Chance. Angetrieben von einem nun wie entfesselt aufspielenden Lars Lehmann ließen den Gast fortan Punkt um Punkt aufholen, und als ein Dreipunkteerfolg von Nationalmannschafts-Kapitän Sebastian Wolk die Hessen wieder auf Schlagdistanz brachte (37. Min. – 67:64), war die Partie wieder völlig offen. Als Triers Dirk Passiwan aber nach Korberfolg und verwandeltem Freiwurf nach Foul sein Team erneut mit 70:64 in Front brachte (38. Min.), schien der Sieg für die Gastgeber erneut in greifbare Nähe gerückt.

Völlig unerklärlich aus Trierer Sicht und letztlich spielentscheidend war, dass beim Spielstand von 70:69 ein Ballgewinn und anschließender Fastbreak von dem stärksten Trierer an diesem Tag, dem australischen Nationalspieler Kim Robins, jäh – nach einem eigentlich als absichtliches Foul zu wertenden Vergehens des Frankfurters Lehmann an des Gegners Zone – unterbrochen wurde, und zum Erstaunen aller als Offensivfoul gegen den Trierer gewertet wurde. Anstatt endgültig so wieder entscheidend in Front ziehen zu können, kamen die Gäste wieder heran und gingen erstmals in dieser Partie dann auch in Führung (39. Min. – 70:71).

Nach zwei weiteren Foulentscheidungen gegen nunmehr zusehends konsternierte Trierer und anschließenden Korberfolgen für die Gäste war der Trierer Siegeswille gebrochen – der Sieg ging nach Frankfurt.

Dolphins Spielertrainer Dirk Passiwan gratulierte dem Gast sportlich zu seinem Erfolg, zu viel mehr wollte er sich nach Spielschluss aber nicht äußern: „Ich habe mir aus Erfahrung abgewöhnt, zu einigen Dingen, wie sie gerade heute und in diesem Spiel passiert sind, öffentlich meine Meinung kundzutun – das bringt nichts und hätte eh nur negative Folgen für unser Team! Es ist nur schade, dass meine dezimierte Mannschaft nach einer wirklich guten Vorstellung heute hier so und auf diese Art in der Schlussphase noch verloren hat – das hat sie nicht verdient!“

Goldmann Dolphins Trier: Anderson (8), Baugh, Ewertz (n.e.), Jassman (4), Nascimento (n.e.), Passiwan (23), Robins (24), Saunders (11).

Mainhatten Skywheelers: k.A.

(PM)

5. Spieltag

(20./21.10.2012)
RSV Lahn-Dill – RSC Rollis Zwickau: 61:56 (24:27)
Goldmann Dolphins Trier – Mainhatten Skywheelers: 70:75 (40:35)
Jena Caputs - Oettinger RSB Team: 27:104 (8:51)
Köln 99ers – USC München: 72:60 (38:31)
21.10.2012: HSV Hamburg – Roller Bulls

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RSC Rollis Zwickau
RSV Lahn-Dill
Oettinger RSB Team
Mainhatten Skywheelers
Goldmann Dolphins Trier
Jena Caputs
USC München
Köln 99ers
HSV Hamburg
Roller Bulls
8 : 2
8 : 2
8 : 2
8 : 2
4 : 6
4 : 6
4 : 6
2 : 6
0 : 8
0 : 8
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