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Stuttgart 21: Todesfalle für Rollstuhlfahrer?

ROLLINGPLANET vermutet: Vielleicht erwartet ja die Bahn, dass sich Behinderte 48 Stunden vor Ausbruch eines Brands anmelden, um gerettet zu werden.

Umstrittenes Projekt: Stuttgart 21 (Foto: tunnelling-consultant.de)

Die Deutsche Bahn hat Vorwürfe zur angeblich mangelnden Sicherheit in den Tunneln des Bahnprojekts „Stuttgart 21“ als haltlos zurückgewiesen (ROLLINGPLANET berichtete: Stuttgarter Bahnhof: Kein Brandschutz für Rollstuhlfahrer und Gehbehinderte?) Die geplanten Tunnel als „Todesfallen“ zu bezeichnen, entbehre jeder sachlichen Grundlage, teilte die Deutsche Bahn gestern mit.

Das Magazin „Stern“ verweist in seiner aktuellen Ausgabe auf zwei bisher nicht veröffentlichte Gutachten einer Gruppe von Stuttgarter Ingenieuren. Darin heiße es, die Löscheinrichtungen in dem „S 21“-Tunnelsystem von insgesamt rund 60 Kilometern seien „nicht brauchbar“, die Fluchtwege zu schmal, das Streckengefälle sei manchmal doppelt so hoch wie erlaubt. Im Katastrophenfall hätten Kinder, Alte oder Rollstuhlfahrer keine Chance.

„S21“ soll eine Gesamtstreckenlänge von insgesamt 57 Kilometer haben, wovon 33 Kilometer unterirdisch verlaufen und drei neue Bahnhöfe (Hauptbahnhof Stuttgart, Bahnhof Flughafen/Messe sowie S-Bahnstation Mittnachtstraße am neuen Rosensteinviertel) verbindet.

Die Bahn führte an, zum jetzigen Zeitpunkt gebe es noch keine einzige für den Brandschutz relevante Baumaßnahme bei dem Projekt. Die für Ende 2020 geplante Inbetriebnahme des Bahnhofes erfolge nur, wenn ausnahmslos alle geltenden Sicherheitsbestimmungen und Brandschutzvorgaben erfüllt würden.

Und die Inbetriebnahme sieht dann laut ROLLINGPLANET-Einschätzungen bestimmt so aus: Behinderte müssen sich nicht nur 48 Stunden vor einer geplanten Fahrt anmelden, sondern auch vor einer erhofften Rettung. Bei der Deutschen Bahn würde uns auch das nicht überraschen.

(dapd-bwb/RP)

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1 Kommentar

  1. Werner30. Oktober 2012 at 11:28Antworten

    Stößt mir immer wieder gewaltig auf, wenn man mitbekommt, wie viele Sachen da entweder nicht beachtet oder einfach unter den Teppich gekehrt werden. Die Bahn sollte wesentlich mehr Sensibilität für ihre Fahrgäste aufbringen, auch in ihrem Interesse, wer möchte denn noch mit der Bahn fahren, wenn man im Katastrophenfall gefährdet ist?! Da finde ich es hervorragend, dass der neue OB sich gegen das Projekt stellt ( http://www.stuttgart-online.org/nachrichten/s21-kuhn-droht-deutscher-bahn-mit-neuem-buergerentscheid/198 ). Ist doch nicht zu viel erwartet, dass man bei einem solchen Projekt eine solide Planung vorweisen muss?!

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