„24 Wochen“: Will ich ein Kind mit Behinderung?

Drama begeistert beim Filmkunstfest. Voraussichtlich ab Herbst im Kino.

Julia Jentsch spielt in „24 Wochen“ die Hauptrolle als Astrid (Foto: ZDF/Friede Clausz)

Julia Jentsch spielt in „24 Wochen“ die Hauptrolle als Astrid (Foto: ZDF/Friede Clausz)

Die Kabarettistin Astrid (Julia Jentsch) ist im sechsten Monat schwanger. Als sie, ihr Mann (Bjarne Mädel) und ihre Familie erfahren, dass ihr Kind das Down-Syndrom und einen schweren Herzfehler hat, müssen sie eine Entscheidung treffen: für ein Kind mit Behinderung und einer schweren Krankheit oder für eine Spätabtreibung. Eine starke Frau, die sonst auf alles eine Antwort weiß, wird in eine Situation geworfen, in der es keine klare Antwort mehr gibt. Astrid muss sich fragen: Darf ich über das Leben und den Tod meines Kindes bestimmen? Wie können Eltern wissen, ob das Leben ihres ungeborenen Kindes lebenswert sein wird oder ob das Kind leiden wird? Nach vielen Auseinandersetzungen und Diskussionen innerhalb und außerhalb der Familie erkennt Astrid, dass nur sie alleine die Entscheidung treffen kann.

Dies ist der Plot eines neuen Kinofilms, der beim diesjährigen Filmkunstfest Mecklenburg-Vorpommern Kritiker wie Zuschauer gleichermaßen begeisterte. Für die Koproduktion der ZDF-Redaktion „Das kleine Fernsehspiel“ konnte Regisseurin Anne Zohra Berrached am Wochenende gleich drei Preise entgegennehmen. Sie erhielt den mit 5000 Euro dotierten NDR-Regiepreis, den mit 4000 Euro dotierten Förderpreis der DEFA-Stiftung und den mit 2500 Euro dotierten, von der Schweriner Volkszeitung gestifteten Publikumspreis. Der Kinostart ist für Herbst 2016 geplant, ein Sendetermin im ZDF steht noch nicht fest.

(RP/PM)

Hier geht es zu unserer Filmkritik: „24 Wochen“: Die Grenzen des Tabubruchs

Diesen Artikel teilen:
ROLLINGPLANET

ROLLINGPLANET

Wir sind geil aufs Leben, seriös, oft fröhlich und ironisch, manchmal schräg, hin und wieder ungerecht, aber in den seltensten Fällen ideologisch: ROLLINGPLANET, Deutschlands führendes Online-Magazin für Behinderte, Senioren und Freunde. ROLLINGPLANET ist ein ehrenamtlich realisiertes Non-Profit-Projekt. Wir freuen uns, wenn Sie via Facebook, Twitter oder per Mail ROLLINGPLANET empfehlen. Mehr Infos: Über uns

1 Kommentar

  • Timo Ewald

    Bei der Überschrift musste ich direkt an meine Schwester denken, in 2 Monaten kommt ihr Kind. Sie würde nie Abtreiben und sie will bis heute nicht wissen ob ihr Kind eine Behinderung bekommen kann oder nicht. Sie wird das Kind annehmen wie es ist. Ich bin Autist und weiß wie schwer es meine Eltern hatten. Mein Bruder sollte mit Trisomie 21 geboren werden – er ist ganz normal. Bei ihm wurde in der Schwangerschaft gewarnt, bei mir nicht – man sieht ja was draus wurd 😉 ich freue mich auf diesen Film, vor allem weil ich um die guten Schauspieler weiß. 🙂

    10. Mai 2016 at 05:06

KOMMENTAR SCHREIBEN