50plusSchweiz: Chancen für ältere Arbeitnehmer

Die Organisation 50plusSchweiz will Arbeitslosen über 50 dabei zu helfen, wieder Fuß am Arbeitsmarkt zu fassen.

Richterswil (pte010/07.09.2011/11:36). – „Wir bieten Bewerbungstrainings und Gründerhilfe an. Außerdem sprechen wir mit HR-Managern und offiziellen Stellen, um sie auf die Probleme unserer Zielgruppe aufmerksam zu machen“, sagt Organisationsgründer Hans Jörg Müller.

Müller und sein Partner sind beide über 50. „Wir haben aus der Not eine Tugend gemacht“, sagt Müller. Die Situation am Schweizer Arbeitsmarkt kann für über 50-Jährige sehr trist sein. „Diese Arbeitnehmer sind bei Unternehmen als teuer verschrien. Viele finden keine Jobs mehr und werden zu Sozialfällen. Diese Gruppe hat keine Lobby, die sich für sie einsetzt“, so Müller. Um etwas gegen dieses Problem zu unternehmen, hat Müller 50plusSchweiz gegründet. Bis zum Anfang des nächsten Jahres soll die Organisation in der ganzen Schweiz tätig sein. Zu diesem Zweck werden gerade „Botschafter“ für ein Netzwerk in allen größeren Städten gesucht. Momentan ist das Unternehmen nicht auf Profit aus.

„Wir wollen nur unsere Kosten decken. Mittelfristig wollen wir unseren Botschaftern ein Nebeneinkommen bieten können“, sagt Müller. Die Botschafter, die selbst über 50 sein sollen, dienen als Ansprechpartner für Betroffene. Wer in einer schwierigen Situation steckt, kann sich bei 50plusSchweiz melden. Dort erhält man sofort Hilfe. Als erstes wird der Lebenslauf überarbeitet. Dann wird der Hilfesuchende probeweise interviewt. Diese kleinen Schritte helfen oft schon weiter. „Manche Leute finden durch diesen Prozess heraus, dass sie sich bisher für die falschen Jobs beworben haben“, sagt Müller. Die Beratung endet aber nicht mit dem Finden eines neuen Jobs, die „Silberrücken“ werden auch im Beruf noch unterstützt.

Politische Kontakte

Neben der Beratung für Arbeitssuchende gibt es auch Hilfe für angehende Unternehmer. Auf der Arbeitgeberseite versucht 50plusSchweiz durch Beratung von HR-Managern die Situation für Arbeitnehmer über 50 zu verbessern. „Wir erklären ihnen, dass ältere Arbeitnehmer nicht teuer sein müssen. Sie sind oft mit 50-Prozent-Anstellungen zufrieden. Sie brauchen meist auch nicht mehr so viel Geld, weil die Kinder aus dem Haus sind. Außerdem können sie mit ihrer Erfahrung Situationen meistern, die einen 30-Jährigen vielleicht überfordern“, erklärt Müller.

Auch politisch will 50plusSchweiz Druck aufbauen. „Das Pensionskassensystem muss reformiert werden. Momentan sind über-50-Jährige benachteiligt, weil sie höhere Beiträge zahlen. Wir wollen gleiche Beiträge für alle“, sagt Müller. Um das zu erreichen, sollen Initiativen und Petitionen ins Leben gerufen werden. Außerdem hat der Organisationsgründer noch „zwei bis drei politische Kontakte“. Erste Rückmeldungen zum Projekt sind laut Müller sehr positiv ausgefallen.

Foto: pixelio.de, D. Schütz

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