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60.000 Kilometer Abenteuer Afrika und Liebe

Der Bildband „Africa Overland“ des National Geographic-Fotografen Christoph Bangert erzählt von einem außergewöhnlichen Roadtrip – und einer Flucht und Suche zugleich.

Gerbereien in Marokko

Gerbereien in Marokko

Abenddämmerung in Tansania (alle Fotos: Christoph Bangert )

Abenddämmerung in Tansania (alle Fotos: Christoph Bangert )

Mit dem Land Rover durch 36 Länder (hier in der Wüste Mauretanien)

Mit dem Land Rover durch 36 Länder (hier in der Wüste Mauretanien)

Elefant in Tansania

Elefant in Tansania

36 Länder, 60.000 Kilometer. In 14 Monaten umrunden der Fotojournalist Christoph Bangert und seine japanische Frau Chiho Kitajima den afrikanischen Kontinent. Mit dem eigenen Land Rover fahren sie durch Wüsten, Schlamm und über blockierte Straßen. Immer wieder streikt ihr Gefährt, erst nach stundenlangen Reparaturen geht es weiter. Auf ihrem Weg trifft das Paar auf korrupte Grenzbeamte, Flüchtlinge im Kongo und senegalesische Fischer, die von Europa träumen.

„Meine Erlebnisse vor Ort haben mein Bild von Afrika vollständig verändert“, erzählt Bangert. „Ich habe auch gelernt, Themen wie Entwicklungshilfe, Korruption, Armut und Reichtum etwas differenzierter zu betrachten. Während unserer Reise habe ich die unglaubliche Größe und kulturelle Vielfalt des Kontinents selbst erfahren können. Und obwohl die Kulturen und Probleme der Menschen in Marokko nicht viel mit denen der Menschen von Kamerun oder Simbabwe gemeinsam haben, habe ich eine Sache in ganz Afrika angetroffen: eine schier unbändige Lebensfreude und der Wille, selbst angesichts größter Probleme und Ungerechtigkeiten sich einen positiven, unbeschwerten Lebensalltag zu schaffen. Mit anderen Worten: In Afrika gibt es immer etwas zu lachen.“

Jedes Land ist von eigenen landschaftlichen und kulturellen Schätzen, aber auch von politischen und sozialen Problemen geprägt. In authentischen Aufnahmen und persönlichen Tagebuchnotizen dokumentieren die beiden Abenteurer im Bildband „Africa Overland“ ihre ungewöhnliche Reise und lassen den Leser in eine besondere Liebesgeschichte eintauchen.

Eine Roadtrip mit Happy end

Das Equipment, mit dem der Fotograf reiste

Das Equipment, mit dem der Fotograf reiste

Kap dr guten Hoffnung – auch für Christoph Bangert und Chiho Kitajima

Kap dr guten Hoffnung – auch für Christoph Bangert und Chiho Kitajima

„Jeder hat seine ganz persönlichen Gründe, eine lange Reise anzutreten. In den meisten Fällen handelt es sich um eine Art Flucht und Suche zugleich“, sagt Bangert. Auch er war auf der Flucht, als er beschloss, nach Afrika zu reisen. Als Fotojournalist hatte er zuvor in Kriegs- und Krisengebieten wie Afghanistan und Irak für Magazine wie „The New York Times“ gearbeitet.

Bangert erzählt: „In den Jahren 2005 und 2006 habe ich neun Monate als Fotograf im Irak gearbeitet. Das war zu einer Zeit, als der Krieg dort am intensivsten war. Ich war jung, erfolgreich und arbeitete für die bedeutendsten Magazine und Zeitungen der Welt, hauptsächlich für ,The New York Times‘.

Doch der Erfolg hatte seinen Preis. Ich fühlte, dass ich mein Limit erreicht hatte. Ich kämpfte mit meinen Erinnerungen. Ich wollte Abstand gewinnen zu meinen Erlebnissen aus dem Irak und suchte eine neue, ganz andere Herausforderung. Einige Jahre zuvor war ich mit meinem Land Rover von Buenos Aires nach New York gefahren. 2007 fasste ich dann den Entschluss, mit dem selben Fahrzeug eine lange Reise durch Afrika zu machen.“

1_Buchcover_Africa_Overland_72dpiUrsprünglich war seine Tour durch Afrika als Solo-Trip von seinem Heimatort in der Eifel bis zum Kap der Guten Hoffnung geplant. Nach einem Monat bat er seine Freundin Chiho, ihn zu begleiten. Unterwegs passten die beiden ihre Reiseroute unzählige Male an und verlängern sie. Rund 1.000 eindringliche Fotografien, Karten im Vintage-Look sowie persönliche Fundstücke und Postkarten zeigen auf 240 Seiten die Stationen ihrer Reise. Jede einzelne Seite wurde von Chiho selbst gestaltet.

Das letzte Foto des Buchs zeigt ihren als Hochzeitsauto geschmückten Land Rover in der Eifel.

Der Hardcover-Bildband „Africa Overland – 60.000 Kilometer Abenteuer“ ist ab 12. März 2013 zum Preis von 29,99 Euro im Buchhandel erhältlich (National Geographic, ISBN-10: 3866903405)

(PM)

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