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Abtreibungen erhöhen Brustkrebs-Risiko deutlich

„Dosis-Effekt“ entdeckt: Je mehr Schwangerschaftsabbrüche, desto wahrscheinlicher ist der Krebsausbruch.

Brustkrebsvorsorge (Foto:  can)

Tastuntersuchung zur Brustkrebsvorsorge (Foto: can)

Abtreibungen lassen erheblich das Brustkrebsrisiko ansteigen, wie eine neue Untersuchung des Tianjin Medical University Cancer Institute and Hospital (Peking/China) herausgefunden hat. Die im anerkannten Journal Cancer Causes & Control veröffentlichte Studie zeigt: Je mehr Abtreibungen erfolgen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit für Brustkrebs. Mit einem Schwangerschaftsabbruch steigt das Risiko um 44 Prozent, nach zwei Abbrüchen bereits um 76 Prozent und nach drei dann um 89 Prozent, was genaue Vorhersagen schon fast möglich macht.

„Ein echter Game-Changer“

Das Epidemiologen-Team um Yubei Huang wählte für seine Erhebung China wegen seiner hohen Rate von Abtreibungen aus, die aufgrund der zwangsweise durchgesetzten Ein-Kind-Politik der Regierung erfolgen. Diese wird seit den 1980er-Jahren verfolgt. Die Forscher werteten in der neuen Analyse systematisch alle 36 existierenden wissenschaftlichen Studien aus, die sich mit der Verbindung zwischen Brustkrebs und Abtreibung in China beschäftigen.

Die Ergebnisse bestätigen eine vergleichbare Studie von Joel Brind, die 1996 im Epidemiologie-Journal der British Medical Association veröffentlicht wurde. Auch in dieser Analyse waren bereits vorliegende Studien ausgewertet worden. In einer Reaktion auf die Arbeit der chinesischen Kollegen nennt Brind jetzt die neuen Ergebnisse einen „echten Game-Changer“, der alles ändere. „Es bestätigt nicht nur die Resultate von 1996, sondern die Befunde sind sogar noch extremer“, betont er.

Ärzte-Verband bestätigt Ergebnisse

Die neue Arbeit zeigt laut Brind, dass das Risiko sogar weit höher ist, als damals angenommen. Außerdem zeige die chinesische Analyse einen „Dosis-Effekt“: Je mehr Abtreibungen, desto wahrscheinlicher der Krebsausbruch. „Risiko-Faktoren, die einen Dosis-Effekt aufweisen, beweisen mit höherer Wahrscheinlichkeit, dass sie wirklich ursächlich für die Krankheit sind“, erklärt Brind.

Laut Jane Orient vom Verband Amerikanischer Ärzte und Chirurgen gibt es Dutzende Studien, wonach die Krebsgefahr nach einer Abtreibung erhöht ist, wie World Net Daily schreibt. Bei der Schwangerschaft komme es zu einem ansteigenden Östrogenspiegel, der das Risiko für Krebs erhöhe. Allerdings werde die Brust zum Ende der Schwangerschaft durch bestimmte Hormone des embryonalen Gewebes teils krebsresistent. Mit einer Abtreibung komme es aber nicht zu dieser Schutzwirkung – das Risiko bleibe erhöht.

(pte)

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1 Kommentar

  • Gisela Breuhaus

    gilt das ebenso für fehlgeburten? im endeffekt ist es ja sehr ähnlich.

    11. November 2014 at 15:53

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