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Ärzte übersehen Büroklammer im Bauch einer Frau: 8000 Euro Schmerzensgeld

Ursachen von starken Unterleibsschmerzen nicht erkannt, obwohl sie auf dem Röntgenbild zu erkennen waren.

Symbolfoto (Foto: w.r.wagner/pixelio.de)

Symbolfoto (Foto: w.r.wagner/pixelio.de)

Weil Ärzte bei einer Frau während einer Krankenhausbehandlung eine aufgeklappte Büroklammer übersehen haben bekommt sie 8000 Euro Schmerzensgeld. Dies geht aus einem am Freitag veröffentlichten Urteil des Landgerichts Ravensburg hervor.

Die Patientin wurde 2002 laut Mitteilung mit starken Bauchschmerzen in das Krankenhaus Wangen eingeliefert. Auf der Röntgenaufnahme, die ein Chirurg veranlasste, gab es keinen auffälligen Befund. Am unteren Rand des Röntgenbildes seien zwei ins Bild hineinragende Aufhellungen zu sehen gewesen. Diese habe der Arzt nicht wahrgenommen oder keine Bedeutung beigemessen.

Auch Radiologe guckte nicht genau hin

Auch ein Radiologe erwähnte die Aufhellungen wenige Tage später nicht. Noch vor dem Radiologen nahm sich ein Frauenarzt der Patientin an. Bei einer Bauchspiegelung wurde eine schwere Entzündung der Eileiter diagnostiziert. Es wurden später die entzündete Gebärmutter und die Eierstöcke entfernt.

Erst als die Frau dann Monate später wegen erneuter Unterleibsbeschwerden wieder in die Klinik musste, wurde die Büroklammer entdeckt und entfernt.

Dem zuerst behandelten Chirurgen wurde kein Fehler nachgewiesen. Kritik übte das Gericht aber an dem Radiologen. Von diesem habe man erwarten müssen, dass er das komplette Röntgenbild auswerte und derartigen Auffälligkeiten nachgehe.

ROLLINGPLANET rätselt noch: Wie kommt so eine Büroklammer eigentlich in den Bauch?

(RP/dpa)

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