Ärztliche Schweigepflicht gilt nicht immer

Sie ist gesetzlich verbrieft – doch es gibt Ausnahmen.

Pssst! Wie zuverlässig ist das Schweigen der Ärzte? (Foto: Shutterstock)

Pssst! Wie zuverlässig ist das Schweigen der Ärzte? (Foto: Shuttertock)

Wer sich als Patient behandeln lässt, kann auf die gesetzlich verbriefte Schweigepflicht des Arztes vertrauen. Denn nur so kann das erforderliche Vertrauen entstehen. „Ärzte haben über das, was ihnen in ihrer Eigenschaft als Arzt anvertraut oder bekanntgeworden ist, zu schweigen“, empfiehlt die Bundesärztekammer. Die rechtlichen Grundlagen finden sich im Strafgesetzbuch wie auch in den Berufsordnungen der Landesärztekammern.

Die Schweigepflicht umfasst unter anderem die Art und den Verlauf der Krankheit, persönliche und finanzielle Verhältnisse des Patienten sowie seine Identität. Sie reicht bis hin zu der Tatsache, dass er sich überhaupt in medizinische Behandlung begeben hat und gilt über den Tod des Patienten hinaus. Doch es gibt Grenzen.

Wann ärztliches Plaudern erlaubt ist

So kann der Patient den Arzt zum Beispiel von der Schweigepflicht entbinden. Auskunft geben dürfen Mediziner laut Berufsordnung aber auch, wenn das „zum Schutze eines höherwertigen Rechtsgutes erforderlich ist“.

Konkret: Ärzte dürfen sich über ihre Schweigepflicht laut Bundesärztekammer hinwegsetzen, wenn es zum Beispiel „um die Abwendung besonders schwerer Verbrechen“ oder um Gefahren für Leib und Leben geht. Dies regeln die Paragrafen 138 und 34 des Strafgesetzbuches. Beispiel: Ein Arzt darf den Sexualpartner eines HIV-Patienten über dessen Infektion informieren, wenn er den Patienten selbst zuvor nicht dazu bewegen konnte.

Auch wenn mehrere Ärzte an der Behandlung eines Patienten beteiligt sind, dürfen sie sich untereinander austauschen, wenn das Einverständnis des Patienten vorliegt oder „anzunehmen“ ist.

(dpa)

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