Kalifornien erlaubt ärztliche Sterbehilfe

Gouverneur unterschreibt – umstrittenes Gesetz tritt in Kraft. Behindertenverbände protestieren.

Gouverneur Jerry Brown (Foto: KAWA)

Gouverneur Jerry Brown (Foto: KAWA)

Im bevölkerungsreichsten US-Staat Kalifornien dürfen Ärzte todkranke Menschen künftig beim Suizid unterstützen. Gouverneur Jerry Brown ließ das umstrittene Gesetz am Montag durch seine Unterschrift in Kraft treten. Die Beihilfe bedeutet, dass der Patient auf seinen Wunsch hin ein Mittel zur Selbsttötung vom Arzt erhält. In Oregon, Washington, Montana und Vermont ist ärztliche Sterbehilfe bereits legal.

„Ich weiß nicht, was ich tun würde, wenn ich in anhaltenden und qualvollen Schmerzen im Sterben läge“, schrieb der 77-jährige Brown, der das vom kalifornischen Senat verabschiedete Gesetz noch hätte stoppen können, zu seiner Entscheidung. Er sei aber sicher, dass die vorgesehenen Mittel ihm in diesem Fall Trost spenden würden. „Und dieses Recht würde ich anderen nicht verwehren wollen,“ so der äußerst populäre Politiker.

Browns Zustimmung zu dem Gesetz wurde von Gegnern der Sterbehilfe kritisiert. Dies sei ein schwarzer Tag für Kalifornien, hieß es in
einer Mitteilung des Verbands Californians Against Assisted Suicide, dem unter anderem Ärzte, Kirchengruppen und Behindertenverbände angehören. 

(RP/dpa)

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2 Kommentare

  • Hannes Querner

    Es zu erlauben ist in meinen Augen der verkehrte Weg

    6. Oktober 2015 at 09:43

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