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AirBerlin kann es einfach nicht lassen: Schon wieder behinderten Menschen diskriminiert

Trotz bestätigter Buchung: Die Fluggesellschaft weigerte sich, einen Pfarrer mit Diabetes und seine angehende Assistenzhündin mitzunehmen. Von Lothar Epe

Notorisch verhaltensauffällig: AirBerlin (Foto: Luftfahrtallianz Oneworld)

Notorisch verhaltensauffällig: AirBerlin (Foto: Luftfahrtallianz Oneworld)

AirBerlin hat sich am Montagabend (3.6.2013) erneut geweigert, einen Menschen mit Behinderung mitzunehmen – trotz eines gültigen Tickets. Der abgewiesene Kunde ist der katholische Pfarrer Frank Malzacher aus Trochtelfingen (Baden-Württemberg), der Diabetes Typ I hat.

Der 47-Jährige hatte für sich und seine Hündin Aila, die in Hamburg zur sogenannten Hypohündin ausgebildet wird, den Flug Nr. AB6663 um 20.25 Uhr von Hamburg nach Stuttgart gebucht. Hypohunde sind speziell geschulte Tiere, die dank ihres Geruchssinns eine lebensgefährliche Unterzuckerung ihrer Besitzer erkennen.

Willkürliche Arroganz eines Piloten?

Dabei handelte es sich um einen Rückflug, dessen Buchung ebenso wie der – reibungslos verlaufene – Hinflug bestätigt worden war. Um 20.45 Uhr stand Malzacher fassungslos in der Eingangshalle des Flughafengebäudes von Hamburg statt sich in der Luft zu befinden – noch kurze Zeit zuvor war sein Gepäck eingeladen worden.

Nachdem sich „das Bodenpersonal vorbildlich um mich und meine Hündin gekümmert hatte“, so Malzacher gegenüber ROLLINGPLANET, habe der Pilot entschieden, ihn nicht an Bord zu lassen. Der Pilot ließ den Koffer aus der Maschine räumen, um anschließend abzufliegen.

Bodenpersonal zeigt sich geschockt

Pfarrer Frank Malzacher und Aila (Foto: privat)

Pfarrer Frank Malzacher und Aila (Foto: privat)

Malzacher ist es gewohnt, Schwierigkeiten mit Airlines zu haben (ROLLINGPLANET berichtete) – so schlimm wie dieses Mal jedoch war es aber ihm zufolge noch nie.

Unabhängig davon, ob ein Passagier behindert ist oder nicht, erlaubt AirBerlin in der Regel die Mitnahme eines (nicht trainierten) Tieres, wenn es – wie im aktuellen Fall – 48 Stunden zuvor angemeldet wurde. Selbst das Bodenpersonal, so Malzacher, habe sich von dem Vorfall geschockt gezeigt.

Rechtliche Schritte gegen AirBerlin geplant

Der Pfarrer prüft nun rechtliche Schritte und eine Schadensersatzforderung gegen AirBerlin. Er hat die Luftfahrtgesellschaft aufgefordert, sich zu dem Vorfall zu äußern.

AirBerlin fällt nachweislich zum wiederholten Male als Unternehmen auf, das Menschen mit Behinderung diskriminiert – ROLLINGPLANET hat deshalb bereits vor einige Wochen zum Protest aufgerufen: ROLLINGPLANET mit Lautsprecherdurchsage: Last Call für AirBerlin und Schicken Sie Ihre volle Windel (oder Unterwäsche) an AirBerlin! Unsere Aktion ist leider aktueller denn je.

(RP)

Bisherige Fälle: Watchlist AirBerlin
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5 Kommentare

  • Willi Schroeder

    Der Pilot gehört FRISTLOS entlassen UND das Unternehmen an den Pranger gestellt !!!

    4. Juni 2013 at 17:12
  • Arthur

    Was für eine riesengroße Sauerei!!!

    4. Juni 2013 at 17:15
  • leni

    ohje… ich habe gerade meinen rollstuhl angemeldet für einen flug mit air berlin von münchen nach los angeles mit stopp in berlin. am telefon machten sie einen ganz guten eindruck.ich werde nochmal anrufen und nach den on board rollstühlen fragen 😀 😀 😀
    falls es was zu berichten gibt, schreibe ich euch was…ich würde auch über positive erlebnisse berichten wollen

    4. Juni 2013 at 17:55
    • Rollingplanet

      Gerne, Leni! Und bitte unbedingt auch einen Reisebericht aus L.A. mitbringen! 🙂

      4. Juni 2013 at 18:05
  • harald Arnoldt

    Der“neue“Manager von“Air Berlin“ zeichnete sich schon bei der DB durch seine Knallharte aus.Solange es ein Mehdorn trotz persönlichenvVersagens immer wieder schafft,die Karriere-Leiter nach oben zu fallen,wird diese Fliege weiter ohne Hypohunde fliegen.

    24. Juni 2013 at 16:52

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