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„Aktion Gebärdensprache“: 4.000 Demonstranten erwartet

Dem Deutsche Gehörlosen-Bund ist es gelungen, ungewöhnlich viele Menschen für den kommenden Freitag zu mobilisieren. Wie sieht es bei der Online-Petition zu diesem Thema aus?

Plakat zum Aktionstag in Berlin

Plakat zum Aktionstag in Berlin

„Gebärdensprache ist Menschenrecht – aber wo bleibt die Umsetzung?“ fragt der Deutsche Gehörlosen-Bund und veranstaltet am Freitag (12. Juni 2013) eine Demonstration zum Thema “Aktion Gebärdensprache” (ROLLINGPLANET berichtete).

4.000 Teilnehmer aus ganz Deutschland werden in Berlin erwartet – falls dies zutrifft, wäre das eine ungewöhnlich hohe Anzahl von Menschen, die mobilisiert werden konnten. In Deutschland leben den Angaben zufolge 80.000 Gehörlose. Zum Vergleich: Bei den Demos zum 5. Mai, dem Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung, finden sich alljährlich trotz massiver Unterstützung von „Aktion Mensch“ gerade einmal zwischen 1.000 und 2.000 Aktivisten ein, stellvertretend für acht Millionen Betroffene.

Termin

Demonstration:
Freitag, 14. Juni 2013: Beginn um 14 Uhr, Platz der Republik in Berlin,
Ende um 17 Uhr in der Friedrichstr. 12 beim Gehörlosenzentrum Berlin.

Wetter

Für alle, die noch unentschlossen sind: Am Freitag ist prima Wetter in Berlin. Laut Vorhersage ist es tagsüber und bis zum Abend rund 19 Grad warm und sonnig. Das Regenrisiko liegt bei 20 Prozent.

Anlass für die Aktion des Deutschen Gehörlosen-Bundes ist ein Jubiläum: Vor 25 Jahren, am 17. Juni 1988, beschloss das Europäische Parlament, dass die jeweilige nationale Gebärdensprache als vollwertige Sprache in allen Mitgliedsstaaten der Europäischen Gemeinschaft anerkannt werden soll.

Mit der Demonstration „Aktion Gebärdensprache“ will der Verband darauf aufmerksam machen, dass die Deutsche Gebärdensprache, obwohl sie seit elf Jahren in Deutschland offiziell angenommen ist, noch keineswegs in allen Bereichen als selbstverständlich gilt: „Gebärdensprache ist Menschenrecht: Wir fordern eine selbstverständliche und uneingeschränkte Nutzung der Deutschen Gebärdensprache in allen Lebenslagen“, heißt es in einer Mitteilung.

Der neu gewählte Präsident Dr. Markku Jokinen der European Union of the Deaf sowie der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen Herr Hubert Hüppe haben ihr Kommen angesagt.

Online-Petition für die Förderung von Gebärdensprache

Derzeit läuft – darauf weist unter anderem Martin Zierold, Deutschlands erster gehörloser Abgeordneter (für die Grünen in der Bezirksverordnetenversammlung von Berlin-Mitte), hin – auf der Plattform Avaaz eine Online-Petition für die Förderung von Bilingualität und Gebärdensprache, sei es in Kultur, TV oder beim barrierefreien Notruf. Als dieser Bericht geschrieben wurde, gab es 21,442 Unterzeichner. Ziel sind 150.000. Das müsste zu schaffen sein, wenn möglichst viele User darüber informiert sind – auch ROLLINGPLANET nennt deshalb noch mal die wichtigsten Gründe für die politische Eingabe, die an die Bundeskanzlerin gehen soll:

Darum geht es

25 JAHRE GEBÄRDENSPRACHE IN EUROPA
GROSSE Demonstration – für AKTION GEBÄRDENSPRACHE – statt in Berlin.
Es geht um UNSERE GEBÄRDENSPRACHE!
Es geht um BARRIEREFREIES LEBEN!
Es geht um UNSERE ZUKUNFT!
MACHT MIT – für AKTION DGS!!!

Zur Petition

Übrigens: Wer schon einmal in Berlin und möglicherweise noch einen Tag länger da ist – das Café Ole des gehörlosen Gastronomen Sezer Yigitoglu ist leider nicht um die Ecke vom Demo-Ort (zirka 7 Kilometer, mit dem Auto ungefähr 15 Minuten von der Friedrichstraße entfernt), aber sicherlich einen Besuch wert (Öffnungszeiten: Di-Sa 10-20 Uhr, So 12-20 Uhr): Bericht und Adresse.

(RP/PM)

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