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Aktion Mensch ärgere Dich? Das Kleingedruckte zählt

„Spiegel“ wirft der Postbank irreführende Werbung mit Tränendrüse vor. Als Komplize wird die Aktion Mensch genannt. ROLLINGPLANET exklusiv: Die Soziallotterie wehrt sich.

Originell, aber - wir wir zu unserer Schande gestehen müssen - zu intellektuell für ROLLINGPLANET: Motiv aus der aktuellen "Akion Mensch"-Inklusionskampagne (Foto: Aktion Mensch)

Originell, aber – wir wir zu unserer Schande gestehen müssen – zu intellektuell für ROLLINGPLANET, obwohl hier vermutlich gar keine Rechenkünste erforderlich sind: Motiv aus der aktuellen „Akion Mensch“-Inklusionskampagne (Foto: Aktion Mensch)

In einem gestern von „Spiegel online“ veröffentlichten Artikel mit der Überschrift „Aktion Mensch ärgere Dich“ wirft das Nachrichtenmagazin der Postbank irreführende Werbung („besonders trickreich“) vor.

Bei dem versprochenen „Gewinnsparen“ mit 2,75 Prozent Zinsen handle es sich nur um einen möglichen Höchst- und keinen Garantiewert, der gekoppelt ist mit den Ergebnissen der Aktion Mensch-Lotterieziehungen (ZDF).

Um die versprochenen Extra-Boni und damit auf insgesamt 2,75 Prozent Geldvermehrung zu kommen, müsste bei der Aktion Mensch 12 mal hintereinander eine Endziffer zwischen 81 und 99 fallen. Ein Sechser im Lotto sei rund 32 mal wahrscheinlicher. Dies sei eine mathematische Erkenntnis, die kaum einem Kunden bewusst sei.

Das Geldinstitut bediene sich außerdem der „Tränendrüse“, in dem es verspreche, 1 Prozent vom „Gewinnbonus“ an die Aktion Mensch zu spenden. Dabei bleibe jedoch (so die Lesart) nicht viel übrig – für das Jahr 2012 habe die Aktion Mensch von der Postbank eine Spende von 259.000 Euro erhalten. ROLLINGPLANET hatte gestern über die Anschuldigungen berichtet.

Aktion Mensch widerspricht

Postbank-Flyer

Postbank-Flyer

Gegenüber ROLLINGPLANET nimmt Aktion Mensch (Slogan: „Das Wir zählt“) Stellung zu drei Fragen, die wir ihr gestellt haben, und wehrt sich gegen den Vorwurf, gemeine Sache mit der Postbank zu machen:

1. Die Mechanismen/Rechenspiele in dem „Spiegel“-Bericht müssten Ihnen vor Vertragsabschluss mit der Postbank bekannt gewesen sein. Unterstützt Aktion Mensch damit nicht die Täuschung von Kunden?

Die Mechanik ist nicht nur uns bekannt, sondern wird von der Postbank aktiv kommuniziert. Sie ist allen Kundinnen und Kunden der Postbank über das Internet mit allen Zinsen und Bedingungen zu diesem Sparkonto jederzeit zugänglich. Ich hänge Ihnen zusätzlich den Produkt-Flyer der Postbank hier an. (Anm.d.Red.: lässt sich im Service-Bereich von ROLLINGPLANET downloaden.) Ich darf Sie besonders auf Seite 2 der Broschüre verweisen, dort entnehmen Sie der Tabelle die Staffelung der Zinsen. Da die Postbank die Bedingungen offen kommuniziert, kann ich einen Täuschungsversuch hier beim besten Willen nicht erkennen.

2. Wird es aufgrund des „Spiegel“-Artikels Konsequenzen Ihrerseits geben hinsichtlich einer künftigen Zusammenarbeit mit der Postbank?

Die Zusammenarbeit der Postbank rund um das Gewinn-Sparen läuft seit 2004 und wir möchten diese Partnerschaft gern weiter fortsetzen. Die Postbank hat in diesem Zeitraum 1,6 Millionen Euro der Aktion Mensch für Projekte zur Verfügung gestellt. Ein namhafter Betrag, für den wir sehr dankbar sind.

3. Wie lange läuft der Aktion Mensch-Vertrag mit der Postbank?

Die Zusammenarbeit ist zeitlich nicht begrenzt.

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