Aktionsbündnis „Kein Forum für Peter Singer“ ruft zum Protest gegen PETA auf

Der Peter-Singer-Preis soll an die Gründerin der Tierschutzorganisation verliehen werden. Sollten sich Menschen mit und ohne Behinderung dagegen wehren?

PETA-Mitgründerin und Präsidentin Ingrid Newkirk (Foto: PETA)

PETA-Mitgründerin und Präsidentin Ingrid Newkirk (Foto: PETA)

Der „Förderverein des Peter-Singer-Preises für Strategien zur Tierleidminderung“ will dieses Jahr am 23. April in Berlin seinen gleichnamigen Preis an Ingrid Newkirk, Mitgründerin und Präsidentin von PETA, verleihen. Das Aktionsbündnis „Kein Forum für Peter Singer“ ruft zum Widerstand auf.

Bereits im vergangenen Jahr, als der Peter-Singer-Preis erstmals vergeben wurde (sinnigerweise an Peter Singer selbst), folgten etwa 150 Menschen mit und ohne Behinderung dem Aufruf des Aktionsbündnisses, bei den Feierlichkeiten zu protestieren. ROLLINGPLANET dokumentiert die aktuelle Stellungnahme des Aktionsbündnisses:

Warum der Peter-Singer-Preis problematisch ist

Der Preis ist benannt nach dem australische Bioethiker Peter Singer. Er selbst bringt seine Forderung nach „Euthanasie“ in Zusammenhang mit seinem Engagement für Tierschutz. Er will Tiere aufwerten, indem er behinderte Menschen abwertet und schreibt, die Tötung eines Schimpansen sei „schlimmer […] als die Tötung eines schwer geistesgestörten Menschen“. Ein Interview, das Singer wenige Wochen vor der Preisverleihung der schweizerischen Neuen Zürcher Zeitung gab, löste größere Proteste aus. Darin bestätigte der Philosoph seine behindertenfeindlichen Positionen, die er seit den 1970er Jahren vertritt: „Empfindet sich jemand als Belastung für seine Familie, ist es nicht unbedingt unvernünftig, dass er sein Leben beendet. Wenn seine Lebensqualität eher schlecht ist und er sieht, wie seine Tochter viel Zeit aufwendet, um sich um ihn zu kümmern, und dabei ihre Karriere vernachlässigt, dann ist es vernünftig, ihr nicht weiter zur Last fallen zu wollen.“

Warum PETA problematisch ist

Die Tierschutzorganisation PETA ist unter Tierschützer_innen umstritten. Sie führte beispielsweise 2004 eine internationale Kampagne durch, in der sie die Käfighaltung und industrielle Tötung von Tieren mit Bildern aus NS-Konzentrationslagern parallelisiert und so unter dem Titel „Der Holocaust auf Ihrem Teller” die Shoah relativiert. Der Unterschied zwischen dem auf Vernichtung zielenden Antisemitismus der Shoah und der auf Ernährung und Profitmaximierung zielenden Haltung von Tieren wird so geleugnet. Die Vorsitzende von PETA, Ingrid Newkirk ist eine ebenso absurde wie würdige Nachfolgerin des ersten Preisträgers. Sie rechtfertigt die von PETA praktizierte Tötung von Tieren damit, dass diese von ihrem Leiden erlöst würden: „Die meisten der Tiere, die wir aufnahmen und euthanasierten […], waren verwildert, hatten sich niemals in Gebäuden aufgehalten, waren alt, krank, verletzt, sterbend oder zu aggressiv, um sie weitergeben zu können, und PETA hat sie schmerzlos von ihrem Leiden erlöst, kostenlos für ihre Halter oder die Menschen, die sie aufgenommen hatten.“

Die Preisverleihung

Die Auswahl der Redner_innen und Themen gleicht der des letzten Jahres. Mit einem Vortrag zu Peter Singers letztem veröffentlichten Buch „Effektiver Altruismus“ zeigt sich, dass es sich bei Veranstaltenden und Teilnehmenden um einen Peter-Singer-Fanclub handelt.

Der Botanische Garten ist Teil der Freien Universität Berlin. Wir fordern die Universität auf, diesem Fanklub von Shoah-Verharmloser_innen und Tötung von Behinderten-Rechtfertiger_innen keine Räume zur Verfügung zu stellen bzw. zu vermieten.

Angelehnt an den englischen Originaltitel dieses Buches sagen wir auch dieses Jahr: The most good you can do: Shut up! All of you! Kein Forum für Peter Singers Fanclub!

Kontaktmöglichkeit zum Aktionsbündnis „Kein Forum für Peter Singer“: [email protected]

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3 Kommentare

  • Markus Balkenhol

    Sollten sie den Preis annehmen, disqualifizieren sie sich endgültig.

    14. April 2016 at 21:43
  • Sarah Karim

    Passt ja eh gut zusammen

    14. April 2016 at 22:42
  • dasuxullebt

    Ich finde Peter Singer gut, seine Statements sind meistens durchdacht und nicht von blinder Emotionalität geprägt. Sehen die Meisten anders, damit kann ich leben. Bei Peta stören mich die vielen Nacktbilder, „Holocaust auf dem Teller“ entsprach allerdings weitgehend meiner Auffassung, man hätte allerdings in Deutschland vielleicht darauf verzichten sollen, wegen der historischen Vorbelastung. Wie dem auch sei, bei Peta handelt es sich schon fast nicht mehr um Tierschützer, sondern eher um Tierrechtler. Ein Unterschied der oft vergessen wird, auch im obigen Artikel. Aber gut, das Blog hier ist ja eh inzwischen mehr sowas wie die Bildzeitung für Behinderte, was will man da erwarten.

    Was macht es auch für einen Unterschied. Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral.

    16. April 2016 at 00:43

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