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Alarm: MRSA-Keim bahnt sich Weg durch Kliniken

In Deutschland infizieren sich pro Jahr etwa 50.000 Patienten. Forscher sagen dem hoch ansteckenden Bazillus den Kampf an. Eine neue Studie soll dabei helfen.

Staphylococcus aureus unter dem Mikroskop

(pte) – Viele Krankenhausinfektionen werden durch „Methicillin-resistente Staphylococcus aureus-Stämme“ – kurz MRSA genannt – verursacht. Staphylokokken sind häufig vorkommende Bakterien, die insbesondere die Haut und Schleimhäute besiedeln. Die Besonderheit von MRSA-Bakterien ist, dass sie oft gegen mehrere Antibiotikagruppen resistent sind.

MRSA stellen weltweit vor allem in Kliniken eine Gefahr dar. Besonders betroffen sind die chirurgischen Intensivstationen, Abteilungen für Brandverletzungen und Neugeborenenstationen. Die Verbreitung der MRSA-Infektion, so Experten, wird insbesondere durch Zeit-, Personal- und Platzmangel in Krankenhäusern begünstigt.

Großstädte als Ausgangspunkt

Der Bazillus verbreitet sich auf kleinere Krankenhäuser, wenn bereits infizierte Patienten in diese verlegt oder dort nachbehandelt werden. Zu diesem Schluss kommt nun ein Forscherteam der Universität Edinburgh.

In der veröffentlichten Studie beschreiben die Wissenschaftler, wie MRSA in Krankenhäusern von Metropolregionen wie London und Glasgow ihren Anfang nimmt und den Weg in kleinere, lokale Krankenhäuser findet. Besonders davon betroffen sind der Süden und Südosten Englands sowie die Region nordöstlich von Glasgow. In den vergangenen Jahren ist die Infektionsrate gesunken, trotzdem stellt MRSA eine nicht zu unterschätzende Belastung im Gesundheitswesen dar.

„Die Krankenhäuser in den großen Städten agieren wie ein Drehkreuz“, sagt Ross Fitzgerald, Teamleiter vom Roslin Institut der Universität Edinburgh. Das sei das erste Mal, dass sie einen genetischen Beweis dafür gefunden haben. Würden die genauen Übertragungsrouten identifiziert werden, könnten passende Präventionsmaßnahen getroffen werden, so Fitzgerald.

Die Erkenntnisse des schottischen Forscherteams sollen dabei helfen, die Verbreitung von MRSA so gut wie möglich zu unterbinden. Patienten könnten vor der Erstaufnahme oder Überstellung in ein anderes Krankenhaus auf MRSA getestet und, wenn nötig, darauf behandelt werden. Momentan wird dies nicht praktiziert.

Die britische Regierung hat nun allerdings angeordnet, dass sich Patienten vor einem geplanten Krakenhausaufenthalt einem Abstrich-Test („Screening“) unterziehen müssen. Eine Verbreitung von MRSA werde man nicht gänzlich verhindern können. Vor allem Händehygiene ist eine wirksame Maßnahme gegen die Verbreitung von MRSA. Neben Hygienemaßnahmen sei es wichtig, ein Bewusstsein für die Problematik zu schaffen und stets wachsam zu sein, so Presterl.

Hohe Ansteckungsgefahr

MRSA wurde erstmals vor rund 50 Jahren entdeckt. Symptome sind in den meisten Fällen Hautinfektionen und Muskelerkrankungen. Bei einem ungünstigen Krankheitsverlauf kann aber auch eine Lungen- oder Herzentzündung zum Tod führen. MRSA kann durch Hautkontakt mit einem bereits identifizierten Menschen oder heimlichen Träger übertragen werden, aber auch verseuchte Patientenumgebung und Gegenstände können die Krankheit übertragen.

In Deutschland infizieren sich pro Jahr etwa 50.000 Patienten mit MRSA. In manchen Kliniken beruhen bis zu 30 % der dort erworbenen Infektionen auf MRSA.

Für Deutschland gehen die Schätzungen der Todesfälle durch im Krankenhaus erworbene Infektionen weit auseinander – von jährlich etwa 1500 Todesopfern bis zu etwa 40.000.

Foto: Wikipedia/Eric Erbe, Christopher Pooley..

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1 Kommentar

  • Sigrid Behm Unterer Todtsberg 15 97437 Hassfurt

    Meine Erlebnisse mit MRSA
    Ich pflegte alte Ordensschwestern in der Diözese Würzburg.
    Vor einigen Jahren hatte war ich mit der Pflege einer
    MRSA infizierten Heimbewohnerin beauftragt.
    Mir wurde nicht mitgeteilt dass diese infiziert ist.
    Nachdem man mich in ein anderes Pflegeheim versetzt
    hatte war ich mit derselben Problematik konfrontiert.
    Erst dort erfuhr ich von der MRSA Infektion der Patientin
    des ehemaligen Klosters.
    Zwischenzeitlich war die MRSA erkrankte längere Zeit
    in chirurgischer stationärer Behandlung,danach hatte
    ich sie wieder zur Pflege,im neuen Pflegeheim.
    Erst nach ein paar Tagen wurde mir die MRSA Infektion
    mitgeteilt.
    Daraufhin forderte ich die nötigen Pflegemaßnahmen einzuleiten und informierte auch das Küchenpersonal auf der
    Station.
    Deshalb drohte man mir danach mit einer Abmahnung,es sei doch alles nicht so schlimm und nicht einmal die Sanitäter hätten davon gewußt,als diese die Heimbewohnerin verlegten.
    Und die MRSA Infektion sei doch schon im alten Kloster bekannt gewesen.
    Nach massivem Mobbing wurde ich selbst sehr krank und verlor deshalb meine Arbeitsstelle.
    Ich bin exam.Krankenschwester mit Leib und Seele und kann
    wegen der schlimmen Erlebnisse während meiner Arbeit im Kloster nie mehr meinen Beruf voll ausüben.
    Ich arbeite jetzt stundenweise in einer Stadtgärtnerei,dort bin ich an der frischen Luft und habe die allerbesten ehrlichen Arbeitskollegen.
    MRSA ist eine sehr ernst zu nehmende Erkrankung.
    Hygieneschlamperei begünstigt diese zu 1000 %
    Alle mit der Pflege beauftragten,das ganze Klinikpersonal,
    sollten sich an die MRSA-Präventionsmaßnahmen halten.
    Information über MRSA und wie man sich davor schützt
    ist gerade in unserer Zeit sehr wichtig,oft sogar lebensrettend.
    Danke dass ich einen Kommentar schreiben durfte.
    Mit freundlichen
    Grüßen
    Sigrid Behm
    aus Unterfranken

    22. September 2013 at 09:36

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