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Alle reden über Ebola – aber was ist das eigentlich für eine Krankheit?

Ansteckungsgefahr, Symptome und Behandlung – die 10 wichtigsten Fragen und Antworten zur Seuche.

Hilfe aus Deutschland: Der Internist und Notarzt Maximilian Gertler steht vor einem Versorgungszentrum von Ärzte ohne Grenzen im westafrikanischen Guinea. (Foto: Ärzte ohne Grenzen/dpa)

Hilfe aus Deutschland: Der Internist und Notarzt Maximilian Gertler steht vor einem Versorgungszentrum von Ärzte ohne Grenzen im westafrikanischen Guinea. (Foto: Ärzte ohne Grenzen/dpa)

1. Was ist Ebola?

Ebola wird von Viren verursacht. Typische Anzeichen für eine Erkrankung sind laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) starke Schwäche, Fieber, Kopf- und Halsschmerzen sowie Muskelschmerzen. Später kann es unter anderem zu Erbrechen, Durchfall und Hautausschlag kommen. Zu den möglichen Symptomen zählen auch innere und äußere Blutungen. Je nach Erreger-Variante können bis zu 90 Prozent der Patienten sterben.

2. Wie wird das Virus übertragen?

Ursprung einer Ansteckung sind meist Organe, Blut oder andere Körperflüssigkeiten von infizierten Tieren wie Flughunden und Affen. Das Virus wird dann von Mensch zu Mensch übertragen – über Speichel, Schweiß, Blut oder Urin. Die Inkubationszeit – also der Zeitraum zwischen Ansteckung und dem Auftreten der ersten Symptome – beträgt nach WHO-Angaben bis zu drei Wochen. Nach Ende der Krankheit können Männer das Virus noch wochenlang über ihr Sperma weitergeben.

3. Wie begann die Epidemie?

Die bislang mit Abstand größte Ebola-Epidemie wurde im vergangenen März bekannt. Der Ausbruch begann aber schon Monate früher. Der vermutlich erste Patient, ein zweijähriger Junge namens Emile, erkrankte nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation am 26. Dezember 2013 in dem abgelegenen Dorf Meliandou in Guinea, im Grenzgebiet zu Liberia und Sierra Leone. Das Kind starb zwei Tage später. Auch andere Familienmitglieder kamen ums Leben. Er glaubte zunächst an Hexerei, berichtete Emiles Vater der Deutschen Presse-Agentur. Forscher hatten im Frühjahr in einem vorläufigen Bericht zunächst geschrieben, der Junge sei am 6. Dezember gestorben.

4. Wie wurde aus einzelnen Erkrankungen eine Epidemie?

Die instabile politische Lage in den am stärksten betroffenen Ländern trug Experten zufolge einen großen Teil dazu bei. Viele Menschen in Guinea, Liberia und Sierra Leone sind außerdem bitterarm. Darüber hinaus mangelt es an medizinischer Ausrüstung, um die Ausbreitung einer Krankheit einzudämmen. Als weitere Faktoren kommen mangelhafte Koordination- und Überwachungsmechanismen der Regierungen und Behörden hinzu.

5. Wie kann man Ebola behandeln?

Es gibt bislang keine spezielle Therapie gegen Ebola, lediglich die Symptome können behandelt und so die hohe Sterblichkeit verringert werden. Patienten, die zum Beispiel infolge starken Durchfalls – ein Symptom von Ebola – dehydriert sind, bekommen Infusionen. Derzeit gibt es weder eine zugelassene Impfung noch ein zugelassenes Medikament gegen Ebola. Vorbeugende Impfungen und experimentelle Arzneien werden aber getestet. Ein vielversprechender Weg scheint die Behandlung mit dem Blut genesener Ebola-Kranker zu sein.

6. Wie hoch ist die Ansteckungsgefahr in Europa?

Bislang wird die Ansteckungsgefahr in Europa von Experten als sehr gering eingeschätzt. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts besteht Gefahr nur bei ungeschütztem direktem Kontakt mit Körperflüssigkeiten von Infizierten und Ebola-Leichen. Im November ging die Schutzkommission beim Bundesinnenministerium davon aus, dass es auch in Deutschland einen Ebola-Krankheitsfall geben wird. Der Ausbruch einer Ebola-Epidemie sei aber in Deutschland so gut wie ausgeschlossen.

7. Wie viele Ebola-Patienten wurden in Deutschland behandelt?

In Deutschland sind bislang drei Ebola-Patienten in Sonderisolierstationen versorgt worden. Sie wurden mit speziell ausgerüsteten Flugzeugen von Westafrika in Kliniken nach Leipzig, Hamburg und Frankfurt/Main gebracht. Einer der Patienten starb.

8. Wie wollen sich die Staaten an den Flughäfen schützen?

Weltweit rüsteten sich bislang viele Länder auf ihren Flughäfen gegen den Ebola-Erreger (siehe auch ROLLINGPLANET-Bericht: Ebola – Was muss ich jetzt bei einer Auslandsreise beachten?). Bei der Überprüfung von Reisenden aus den von der Seuche betroffenen Gebieten setzen zahlreiche Staaten auf Befragungen, Wärmebildkameras, Fiebermessungen oder Einreiseverbote. Einige Länder verweigern sogar Menschen aus Westafrika die Einreise. In den USA veröffentlichte die US-Seuchenbehörde Quarantäneregeln zum Schutz vor Ebola.

9. Was tun die Staaten gegen Ebola?

Im Kampf gegen Ebola setzen einige Staaten auf finanzielle Hilfen bei der Versorgung Notleidender mit Nahrungsmitteln. Geldspritzen gibt es von der Staatengemeinschaft auch für die Forschung zur Bekämpfung der Seuche, beispielsweise für die Suche nach Impfstoffen. Länder wie etwa Deutschland helfen auch auf andere Art und Weise. Dazu gehört der freiwillige Einsatz von Gesundheitshelfern und Ärzten sowie die Beteiligung des Militärs unter anderem zum Transport von Hilfsgütern oder im Fall der USA zur Bewachung von Hilfseinrichtungen.

10. Wie lange wird die Epidemie noch dauern?

Experten gehen nicht davon aus, dass sich die Seuche rasch stoppen lässt. Die Organisation Ärzte ohne Grenzen rechnet damit, dass die Epidemie noch Monate dauern wird. Ein Ebola-Ausbruch wird erst für beendet erklärt, wenn 42 Tage lang kein neuer Fall registriert wird.

(dpa)

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