Allen voreiligen Buhrufen zum Trotz: Nichtbehinderte können Behinderte spielen

Paula Kroh gewinnt den „Studio-Hamburg-Nachwuchspreis“ für ihre Darstellung eines behinderten Mädchens in der TV-Produktion „Inklusion – Gemeinsam Anders.“

Paul Kroh

Paul Kroh spielte Steffi Harder (Foto: BR)

Newcomer Jonas Nay, der im Fernsehfilm „Homevideo“ ein Cybermobbing-Opfer spielte, räumt weiter Preise ab: Nach dem Grimme- und dem Deutschen Fernsehpreis ist der 21-jährige Lübecker auch Gewinner des Günter-Strack-Fernsehpreises.

Unter den weiblichen Nominierten für die Trophäe, die jährlich im Rahmen der Studio-Hamburg-Nachwuchspreise vergeben wird, sicherte sich Paula Kroh den Sieg. Die aus Dresden stammende 16-Jährige überzeugte die Jury mit ihrer Darstellung eines behinderten Mädchens in der TV-Produktion „Inklusion – Gemeinsam Anders“, die vorige Woche in der ARD gezeigt wurde.

„Mit jeder winzigen Bewegung“

Gelobt wurde Krohs Nuancenreichtum, mit dem sie das im Rollstuhl sitzende Mädchen gespielt habe. „Mit jeder winzigen Bewegung verleiht sie dieser Figur, die auf ein Minimum an körperlichen Ausdrucksmöglichkeiten reduziert ist, emotionale Kraft“, hieß es in der Begründung. Behinderte Blogger hatten anlässlich des Films „Inklusion – Gemeinsam Anders“ die These aufgestellt, dass Nichtbehinderte per se nicht überzeugend Behinderte darstellen könnten.

Die Studio-Hamburg-Nachwuchspreise, die es jährlich in mehreren Kategorien gibt, sind insgesamt 40 000 Euro dotiert. Zur 15. Verleihung hatten die Veranstalter gestern Abend rund 1.000 Gäste aus Kultur, Wirtschaft und Politik auf das Studiogelände geladen. Als Laudatoren kamen unter anderem die Schauspieler Peter Lohmeyer und Eva Mattes.

(dpa/RP)

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